{"id":4454,"date":"2007-08-17T12:02:00","date_gmt":"2007-08-17T10:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/jblanz.de\/WP\/?p=4454"},"modified":"2020-05-21T17:53:18","modified_gmt":"2020-05-21T15:53:18","slug":"selbstfahrerreise-durch-costa-rica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jblanz.de\/WP\/selbstfahrerreise-durch-costa-rica\/","title":{"rendered":"Selbstfahrerreise durch Costa Rica"},"content":{"rendered":"\n<p>Leider verloren wir unsere Kamera auf dem Weg zum Flughafen in San Jos\u00e9. Daher gibt es leider keine Bilder und dieser Blog wurde im Sommer 2020 aus der Erinnerung geschrieben.<\/p>\n<p>Wir hatten uns f\u00fcr eine 14 Tage Selbstfahrer-Reise durch Costa Rica entschieden und buchten mit ARA Tours (info@aratours.com).&nbsp; Die Reise beinhaltete ein Auto und FlexiVouchers (Gutscheine f\u00fcr \u00dcbernachtungen). Geliefert wird auch ein Heft mit Adressen, Anreisetipps und Beschreibung der Hotels, die FlexiVoucher als Bezahlung akzeptieren. Bei den meisten Hotels mussten wir 1-2 N\u00e4chte vorher anrufen und ein Zimmer reservieren, damit wir sicher Platz bekommen. Dieses Arrangement gefiel uns, denn wir konnten so immer kurzfristig entscheiden, in welcher Gegend es uns gut gef\u00e4llt und dann dort auch l\u00e4nger bleiben. Im August ist in Costa Rica Nebensaison, weil Regenzeit.<\/p>\n<p>Der Flug mit Condor ging \u00fcber die Dominikanische Republik, auf der eine Zwischenlandung zum Tanken notwendig war. Leider durften wir w\u00e4hrend des Tankvorgangs nicht aussteigen, sondern mussten sogar angeschnallt auf unseren Sitzen bleiben.<\/p>\n<p>Nach der Ankunft \u00fcbernachteten wir im Hotel Barcelo Palma Real und besichtigen am n\u00e4chsten Tag San Jos\u00e9, die Hauptstadt von Costa Rica. Wir fanden die Stadt nicht besonders exotisch, allein der Markt war bemerkenswert, gab es doch allerlei tropische Fr\u00fcchte. Am n\u00e4chsten Morgen \u00fcbernahmen wir unser Auto und fuhren zum Parque Nacional Volcan Irazu, der in der N\u00e4he von San Jos\u00e9 &#8211; selbst schon auf 1160 m H\u00f6he gebaut &#8211; liegt. Der Vulkan ist 3432 m hoch und eine Strasse f\u00fchrt bis zum Rand des Vulkans. Man konnte direkt in den Kratersee schauen. Die Strasse hoch f\u00fchrt vorbei an bizarren B\u00e4umen, die dicht mit Moos und Farnen bewachsen sind und die Szenerie unwirklich machen. Die Wolken h\u00e4ngen \u00fcber Strasse und \u00fcberall auf den B\u00e4umen wachsen Epiphyten (Bromeleien, Orchideen, &#8230;), die man bei uns als Blumen kaufen kann. Wir beschliessen ins Orosi Tal zu fahren und \u00fcbernachten im Hotel Rio Perlas &amp; Spa in Orosi. Die Zimmer sind innen mit Holz verkleidet und es riecht dementsprechend etwas muffig. Zur Zeit sind wenig G\u00e4ste hier. Die Umgebung l\u00e4dt zum Spazierengehen ein und wir besichtigen den Park des Hotels und testen den Swimming Pool. Rundsum dichter gr\u00fcner Rasen, man f\u00fchlt sich wie auf einem Golfplatz.<\/p>\n<p>Wir fuhren dann \u00fcber Turrialba und Siquerres nach Lim\u00f3n. Ich \u00fcberhole irgendwo einen LKW und direkt danach steht die Polizei und winkt uns raus. Wir waren nat\u00fcrlich w\u00e4hrend des \u00dcberholen zu schnell und deshalb fragt uns der Polizist auf spanisch, ob wir wissen, weshalb er uns rausgewinkt hat. Wir tun so, als ob wir nicht verstehen. Er schreibt 2 Zahlen auf seinen Block 80 und 110. Er deutet auf uns, danach auf die 110 und dann auf die 80. Wir machen ein zerknirschtes Gesicht, ableugnen nutzt ja nichts. Er nimmt unsere P\u00e4sse und den F\u00fchrerschein und sieht jetzt, dass wir Deutsche sind. Nach kurzer Diskussion mit seinem Kollegen gibt er uns die P\u00e4sse zur\u00fcck und w\u00fcnscht gute Fahrt und etwas auf spanisch was wohl heisst &#8222;Geschwindigkeitsbegrenzung in Zukunft einhalten&#8220;. Erleichtert dass wir keine Strafe erhalten haben, fuhren wir durch endlose Kaffee- und Bananenplantagen, die die Strasse s\u00e4umten zu Andrea Brombacher, die in Cahuita (Lim\u00f3n) das G\u00e4stehaus &#8222;Cabinas Algebra&#8220; und das Restaurant&nbsp; Bananas f\u00fchrt. Die \u00dcbernachtung kostete 25 US$ f\u00fcr 2 Personen. Andrea stammt aus Wollbach, einem Ort in unserer N\u00e4he, in dem wir h\u00e4ufig sind, um Freunde zu besuchen. Am Abend nach dem Essen sassen wir zusammen und sie informierte uns \u00fcber die lokalen Probleme in Costa Rica und wir freuten uns, von &#8222;Insidern&#8220; die aktuelle Lage und das Leben als Einwanderer in Costa Rica erz\u00e4hlt zu bekommen. Cahuita liegt an der Karibikk\u00fcste Costa Ricas, ist ein bekanntes Touristenzentrum kurz vor der Grenze nach Panama. Dementsprechend war die Strasse entlang der K\u00fcste zum G\u00e4stehaus von Kneipen, Bars und Hotels ges\u00e4umt. Da im August Regenzeit ist, regnete es hier an der Karibikk\u00fcste am Sp\u00e4tvormittag und danach konnte man dann seine Besichtigungen starten. Wir fuhren entlang der K\u00fcstenstrasse zum Nationalpark Cahuita, dessen Zugang \u00fcber einen palmenges\u00e4umten Sandstrand f\u00fchrt, an dem bereits einige Badende im Sand liegen und den karibischen Flair des Playa Blanca geniessen. Wir wandern auf Holzwegen, die \u00fcber dem Waldboden aufgeh\u00e4ngt sind, durch den Nationalpark und sehen unsere ersten Faultiere in den B\u00e4umen h\u00e4ngen und beobachten auch einige Affen. Aber insgesamt sind eher wenig Tiere zu sehen. Wir hatten uns f\u00fcr diese Reise neue leichte Wanderstiefel gekauft, in denen ich nach 2-3 Stunden durch den Regenwald nur mit Schmerzen weiterlaufen konnte. Ich war sehr froh, als wir am Strand wieder rauskamen und ich die Stiefel ausziehen konnte.<\/p>\n<p>In der Liste der Hotels hatte es uns besonders die Beschreibung der &#8222;<a href=\"http:\/\/www.lagarto-lodge-costa-rica.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">La Laguna del Lagarto Lodge<\/a>&#8220; angetan, das in einem 500 ha grossen tropischen Regenwald, nur 20 km von der s\u00fcdlichen Grenze Nicaraguas in Boca Tapada liegt. Die Lodge wurde von einem Deutschen gef\u00fchrt und ein Anruf ergab, dass noch ein Zimmer f\u00fcr 2 N\u00e4chte frei w\u00e4re. In der Beschreibung stand, dass die Strasse zur Lodge eine Herausforderung an das Auto w\u00e4re und ein Allradantrieb notwendig sei. F\u00fcr die 25 km von Pital nach Boca Tapada m\u00fcsste man mindestens 90 Minuten rechnen, d.h. eine Durchschnittsgeschwindigkeit von vielleicht 16-17 km\/h. Hatten wir nicht, aber beim Reservieren sagte der Hotelier, dass zur Zeit auch ein normales Auto reichen w\u00fcrde. Also fuhren wir los und die Strasse war wirklich schlecht, wir bef\u00fcrchteten, dass wir nach der Strecke jede Schraube einzeln nachziehen m\u00fcssen. Rechts und links so weit das Auge reichte Ananas-Plantagen, die Pflanzen oft kurz vor der Ernte. Aber wir kamen noch vor Dunkelheit an, bekamen ein sch\u00f6nes Zimmer und waren von der Lage des Restaurants begeistert. Eine Terrasse mit Blick auf einen Garten, in dem an einem Baum Bananen aufgeh\u00e4ngt waren, die Aras, Tucane und andere Papagaien anlockten. Und das ganze scheinbar ohne Moskitos. Schon am ersten Abend nahmen wir an einem Nightwalk teil und sahen gleich eine Vogelspinne an einem Baum h\u00e4ngen. Es ging runter zu einem kleinen Teich, in dem im Licht der Taschenlampe die Augen der Krokodile aufleuchteten. Es gab eine Krokodilf\u00fctterung, bei der man sehen konnte, wie die Krokodile die H\u00fchnchen zerfetzen. Baden also keine gute Idee. Am n\u00e4chsten Morgen hatten wir eine F\u00fchrung durch den benachbarten Regenwald. In der Beschreibung stand, dass man Pfeilgiftfr\u00f6sche, Affen, Tucans, gr\u00fcne Papagaien und Kaimane sehen k\u00f6nnte, aber der Wald war wie ausgestorben. Nur ein paar kleine Pfeilgiftfr\u00f6sche konnten wir w\u00e4hrend der 2 Stunden Wanderung finden. Nachmittags unternahmen wir eine dreist\u00fcndige Bootstour auf dem Fluss Rio San Carlos bis kurz vor den Rio San Juan, der die Grenze zu Nicaragua bildet. Diese Tour war ein echtes Erlebnis &#8211; riesige Kaimane, die faul auf einer Sandbank lagen, tauchten vor uns im Fluss ab und uns unbekannte B\u00e4ume s\u00e4umten das Ufer. Das Wasser war eine braune Br\u00fche und jetzt traute sich niemand mehr auch nur einen Finger ins Wasser zu halten. Wir machten eine kurze Wanderung durch das Dorf an der Grenze und mussten dann zur\u00fcck. Unterwegs erntete der Bootsmann noch eine Jackfruit, die wir abends als Schnitzel paniert zum Essen gereicht bekamen. Auf dem nahegelegenen Teich beobachteten wir Jesus-Christ-Echsen. Sie heissen so, weil diese Leguane rasend schnell etwa 10 m \u00fcber das Wasser laufen k\u00f6nnen. Am T\u00fcrrahmen unseres Bungalows kletterten Raupen mit langen Borsten entlang. Wir h\u00e4tten gerne gesehen, welcher Schmetterling aus ihnen entsteht.<\/p>\n<p>Die Nacht war unruhig, denn irgendwas flatterte durch den Raum und landete neben uns im Bett. Hektisch suchten wir erst nach und dann mit der Taschenlampe und fanden eine Fledermaus neben unserem Bett liegen. Karin wickelte sie in ein Handtuch ein und bef\u00f6rderte das Tier raus ins Freie. Wir dachten jetzt w\u00e4re das erledigt, aber kaum 2 Minuten sp\u00e4ter flog wieder eine Fledermaus durchs Zimmer. Wir fanden schliesslich heraus, dass es eine \u00d6ffnung an der Decke gab durch die die Tiere Zugang zu unserem Zimmer hatten. Zum Gl\u00fcck konnten wir ein Handtuch reinstopfen, dann hatte der Spuk ein Ende. Am n\u00e4chsten Morgen geht die Fahrt weiter zum Vulcan Arenal.<\/p>\n<p>1. &#8211; 2. August 2007 &#8211; \u00dcbernachtung am Volcan Arenal im Hotel Arenal Vista Lodge. Der See Areal und der Vulkan waren direkt vor dem Hotel. Unser Hotelzimmer waren in Richtung Vulkan vollst\u00e4ndig verglast, so dass wir einen ungest\u00f6rten Blick auf den Gipfel hatten. In der Nacht konnten wir kaum schlafen, denn der Blick auf den aktiven Vulkan war einzigartig. St\u00e4ndig gab es Ausbr\u00fcche, gl\u00fchende Lavafelsen rollten den Hang herab und man wartete st\u00e4ndig auf eine noch sch\u00f6nere Eruption. Wir waren fasziniert. Im Jardin Zoologico y Serpientes del Arenal, den wir tags\u00fcber besuchten, konnten wir alle die Schlangen bestaunen, die es in Costa Rica gibt, und das sind nicht wenige. Besonders beeindruckend waren die Zentralamerikanische Lanzenotter, die zu den Grubenottern geh\u00f6rt. Sie ist eine der gef\u00e4hrlichsten Schlangen, denen man hier begegnen kann. Mitarbeiter auf Kaffeeplantagen sind am meisten gef\u00e4hrdet, da diese Schlangen h\u00e4ufig auf B\u00e4umen im Laub sitzen und die Arbeiter w\u00e4hrend der Ernte gebissen werden. Diee andere lebensgef\u00e4hrliche Schlange ist der Buschmeister, auch eine&nbsp; Grubenotter, die im Prim\u00e4rwald vorkommt. Wir trafen an einem Hotel auch einen Mitarbeiter, der von dieser Schlange gebissen worden war, als er eine Wanderung im Urwald unternahm. Sein ganzes Bein war mit Narben \u00fcbers\u00e4t und er hat nur knapp \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>3. August 2007 &#8211; Wir fuhren weiter zum Playas del Coco, das etwa 20 Minuten von Liberia in der Provinz Guanacaste liegt. Die Strecke ging am See entlang, erinnerte lebhaft an die Schweiz und es gab sogar eine deutsche B\u00e4ckerei an der Strasse. Costa Ricas \u00e4ltestes Fischerdorf Playas del Coco entpuppte sich als langgezogene Strasse mit Hotels an beiden Seiten der Hauptstrasse.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"658\" src=\"https:\/\/jblanz.de\/WP\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Playa_R.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4526\" srcset=\"https:\/\/jblanz.de\/WP\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Playa_R.jpg 800w, https:\/\/jblanz.de\/WP\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Playa_R-300x247.jpg 300w, https:\/\/jblanz.de\/WP\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Playa_R-768x632.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir hatten ein Zimmer f\u00fcr 2 N\u00e4chte vorgebucht und fanden ein etwas abgerissenes Hotel vor. Der Wirt sass hinter einem Tresen, der nahtlos in einen Tresor \u00fcberging. Er warnte uns, nichts im Auto zu lassen und alle Ablagem\u00f6glichkeiten offen zu lassen. Falls etwas verschlossen sei, w\u00fcrde das Auto h\u00f6chstwahrscheinlich in der Nacht geknackt und die Scheiben eingeschlagen werden. Das Zimmer selbst war mit mehreren Schl\u00f6ssern gesichert und man konnte in der Nacht kein Fenster offen lassen. Als wir abends vom Essen zur\u00fcck kamen, wusselte es vor dem Zimmer von grossen Krabben, die \u00fcberall aus den L\u00f6chern im Boden krabbelten. Die Nacht in dem stickigen Zimmer war alles andere als erquicklich, man schwitzte unendlich und wollte eigentlich nur noch raus. Aber wir wollten hier ja am n\u00e4chsten Tag Tauchen gehen.\u00a0<\/p>\n<p>4. August 2007 &#8211; Wir unternahmen mit Deep Blue Diving, Playas del Coco, Carrillo, Guanacaste, 2 Tauchg\u00e4nge, die zusammen140 US$ kosteten. Es ging mit einem kleineren Boot raus, das immerhin eine Toilette an Bord hatte. Das Wasser war recht tr\u00fcbe, aber die Tauchg\u00e4nge waren trotzdem sehr interessant. Wir kamen an einer Gruppe von gr\u00f6sseren Ammenhaien vorbei, die am Boden liegend schliefen. Ich traute mich nicht sehr nahe heran, es waren die gr\u00f6ssten Haie, die wir bis dahin gesehen hatten. Der Tauchguide nahm dann den Fotoapparat und machte ein paar Bilder aus n\u00e4chster N\u00e4he. Ausserdem begegneten wir noch einer Monster-Mur\u00e4ne.\u00a0<\/p>\n<p>6. &#8211; 8. August 2007 &#8211; Wir fuhren die K\u00fcstenstrasse an der Pazifikk\u00fcste entlang Richtung Panama. Ziel war der Parque Nacional Corcovado. Als wir am Parkeingang standen, stellten wir fest, dass wir alleine niemals in diesem Park wandern wollten. Es war auch sehr heiss und wir beschlossen daher auf dieses Abenteuer zu verzichten. Wir \u00fcbernachteten im Hotel Villas Rio Mar, Puntarenas, Zimmer kostet 26000 Costa Rica Colon. Nicht weit vom Hotel ging eine Br\u00fccke \u00fcber den Fluss. Von der Br\u00fccke konnte man eine grosse Zahl von grossen Krokodilen am und im Fluss erkennen. Im G\u00e4stebuch des Restaurants lasen wir Eintr\u00e4ge, die schilderten, dass man gelegentlich beim Surfen im Meer auch Krokodilen begegnet, die im S\u00fcsswasserschwall der Fl\u00fcsse bis ins Salzwasser treiben. Keine nette Vorstellung beim Baden an diesen Traumstr\u00e4nden pl\u00f6tzlich einem Krokodil gegen\u00fcber zu stehen. Beim Tanken stellte ich fest, dass einer der Reifen eine fette Beule an der Seite hatte. Wir hatten sehr viel Gl\u00fcck, dass der Reifen auf der teilweise ziemlich schlechten Strasse nicht geplatzt ist. Also zum n\u00e4chsten Reifendienst, der sich auch die anderen Reifen ansah und meinte, dass noch einer der Reifen dringend gewechselt werden m\u00fcsste. In einer Stunde war alles erledigt und wir konnten weiter fahren nach Quepos.<\/p>\n<p>9. August 2007 &#8211; Wir verbringen noch eine Nacht in Quepos und gehen abends im Restorante Dos Locos essen. Ein Erdbeben st\u00f6rt die Gem\u00fctlichkeit. Es ruckelt so stark, dass viele Menschen aufspringen und das Restaurant verlassen. Das Beben dauert nicht lange, aber die Costaricaner greifen sofort zum Handy um ihr Verwandten anzurufen. Sie waren in Sorge, dass das Epizentrum ganz wo anders liegt und dort eventuell gr\u00f6sseren Schaden angerichtet haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die letzte Woche verbrachten wir in einem Bungalow in der N\u00e4he des\u00a0 Manuel Antonio Nationalparks, der an Costa Ricas Pazifikk\u00fcste liegt. Der nur rund 680 Hektar gro\u00dfe Park wird von Wanderwegen durchzogen, die sich von der K\u00fcste bis in die H\u00fcgel hinauf schl\u00e4ngeln. Unser Bungalow lag an einem Abhang nicht sehr weit vom Parkeingang entfernt. Jeden Tag beobachteten wir neben unserem Bungalow martialisch aussehende bis zu 1 m grosse Leguane, die unter den Bungalows, in Abflussrohren oder kleinen H\u00f6hlen unter den Wegen lebten. Morgens kletterten die Leguane auf die Wellblechd\u00e4cher der Bungalows und aus war es mit Schlafen. Die Leguane kamen sehr nahe. Einen nannten wir Eduard, da er jeden Tag in unserer N\u00e4he war. Fast jeden Nachmittag passiert auch eine grosse Gruppe von Totenkopf\u00e4ffchen den Weg unterhalb unseres Bungalows. Wir genossen diese Truppe und warteten schon jeden Nachmittag auf sie.<\/p>\n<p>Da wir unser Auto in Quepos abgegeben hatten, fuhren wir mit dem Bus von unserem Hotel zum Eingang des Parks. In der Kehre der Bushaltstelle &#8211; Manuel Antonio ist Endstation &#8211; waren mehrere Bars und Restaurants im amerikanischen Stil. Viele recht junge Amerikaner reisen hier mit ihrem Surfboard im Fluggep\u00e4ck an. Am Eingang des Parks musste man einen kleinen Flusslauf durchqueren und stand dann neben einem sch\u00f6nen Baum, unter dem ein Schild mit einem Totenkopf stand. <span class=\"st\">Giftige Manzanilla-B\u00e4ume (Manchinelbaum) sind in dieser Gegend heimisch. Unter dem Baum lagen kleine apfelartige Fr\u00fcchte, die t\u00f6dlich giftig sind. Schon das blo\u00dfe Ber\u00fchren der Baumrinde kann zu schweren Verbrennungen f\u00fchren. Der Manchinelbaum wurde im Guinness Buch der Rekorde als giftigster Baum der Welt\u00a0 bezeichnet. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"st\">Wir beobachten mehrere Faultiere und schwarze Br\u00fcllaffen in den B\u00e4umen<\/span><span class=\"st\">. Diese Affen versuchen m\u00f6glichst wenig Energie zu verbrauchen, denn ihre Bl\u00e4tternahrung liefert relativ wenig Kalorien. Aus diesem Grund m\u00fcssen diese Affen den ganzen Tag fressen. Spektakul\u00e4r war jedoch die Sichtung eine kleinen Greifschwanz-Lanzenotter (<em>Bothriechis schlegelii<\/em>) auf einem Strauch. Die Schlange lag auf Bl\u00e4ttern eines Astes etwa in Schulterh\u00f6he. Jetzt konnten wir uns gut vorstellen, dass bei einem Spaziergang im Wald t\u00f6dliche Schlangenbisse passieren k\u00f6nnen. Ich machte einige Fotos von dieser Schlange und Karin ermahnte mich mehrfach, doch nicht so nahe hinzugehen. Aber die Schlange blieb ruhig.<\/span><\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Karibikk\u00fcste regnete es hier an der Pazifikk\u00fcste immer Abends. So konnten wir es einrichten trockenen Fusses \u00fcber die Strasse ins Restaurant zu gehen und nach dem Abendessen wieder ohne Regen zur\u00fcck zum Bungalow zu kommen.<\/p>\n<p>Vom Manuel Antonio Nationalpark fuhren wir mit einem \u00dcberlandbus mehrere Stunden zur\u00fcck nach San Jose und \u00fcbernachteten wieder im Hotel Barcelo Palma Real, da es nur eine kurze Taxi-Fahrt zum Flughafen ben\u00f6tigte. Nach der Sicherheitskontrolle im Flughafen entdeckten wir beim Warten auf das Boading, dass unsere Fotokamera weg ist. Wir konnten die Kamera nur im Taxi verloren haben. Auf der SD-Karte in der Kamera waren alle Fotos unserer Reise. Zur\u00fcck in Deutschland rief ich bei der Taxizentrale in San Jose an, um wenigstens die SD-Karten zur\u00fcckzubekommen. Aber keiner der Taxifahrer hatte einen Fund gemeldet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leider verloren wir unsere Kamera auf dem Weg zum Flughafen in San Jos\u00e9. 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