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03. März 2025 – Évora & Montemor-o-Novo & Mértola

Nach der Abreise vom Camping stellten wir unser Auto auf einem Parkplatz vor der Altstadt ab. Wir gingen durch den öffentlichen Park, um die Knochenkapelle und die Iglesia de S. Francisco anzuschauen. Als wir ankamen, konnten wir nach Zahlung von 4 € pro Person (Rentnerpreis !!) die Kapelle fast alleine besichtigen. Als wir sie verliessen, stand eine Gruppe asiatischer Touristen am Eingang, Glück gehabt.

Die Knochen stammen von 5000 Skeletten, die im 16. Jahrhundert von Franziskanermönchen von den Friedhöfen der Stadt exhumiert wurden. Alle Wände und Säulen sind mit Knochen verkleidet und die Bögen an der Decke sind mit Schädeln verziert. Neben dem Altar sieht man noch den Leichnam einer mumifizierten Frau. Über dem Eingang der Kapelle steht „Wir Gebeine, die hier ruhen, warten auf die Euren“.

Die Knochenkapelle ist an die Iglesia de S. Francisco angebaut, die baulich zwar schlicht ist, aber überladene Altare enthält. In einer der Nischen stand eine kleine Vitrine, die einen Markt zeigt, der mit kleinen bunten Figuren nachgestellt wurde.

Wir gingen noch durch den öffentlichen Park. Im Eingangsgitter rankte eine Goldkelch-Pflanze (Solandra) mit riesigen Blüten, die eigentlich aus Südamerika kommt. An einem kleinen See blühten rote Montbretien. Wir hatten Spass in den kleinen Wachtürmen der Stadtmauer.

Auf dem Weg nach Montemor-o-Novo fiel mir ein, dass wir doch die Megalithe besichtigen wollten, die es in der Umgebung gab. Das nächste Ziel war daher der Cromeleque dos Almendres. Der jungsteinzeitliche Steinkreis, der als „portugiesisches Stonehenge“ bezeichnet wird, ist der bedeutendste seiner Art in Portugal bzw. auf der Iberischen Halbinsel. Das spiegelt der Weg, der zu diesem Monument führt in keinster Weise wieder. Ein Feldweg schlimmster Art, mit unzähligen Pfützen und Schlaglöchern führte 3 km den Berg hoch. Dann stellten wir den Bus ab, denn der nächste Anstieg enthielt ein tiefes Schlammloch. Am Anfang des wegs gab es 2 Schilder – 3 km bis zum Menir und 4 km bis zu der Cromeleque. Wie sich herausstellte, war gemeint, dass es ab dem Menir noch 4 km zu der Cromeleque sind. Das merkten wir dann mit der Zeit auch. Immer wieder fuhren Kleinbusse mit Touristen an uns vorbei, die die Megalithentour in Lissabon gebucht hatten und ein Reiter trieb sein Pferd mehrmals den Weg hoch und zurück. So wurde aus einem kleinen Ausflug eine 8 km lange Wanderung durch den Korkeichenwald des Alentejo. Kurz nach dem Schlammhang kamen 2 Pfützen, die wir nur bewältigen konnten, indem wir uns am Zaun entlang hangelten. Dabei musste man aufpassen, denn der obere Teil war Stacheldraht. Drei kleine Steine in der Pfütze, die jemand hingelegt hatte, waren die Rettung.

Aber der Ginster blühte und die Korkeichen zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Viel wichtiger noch – es regnete gar nicht, obwohl der Himmel manchmal echt trüb aussah.

Am Weg entdeckte Karin noch ein Kuriosum – eine Eichel, die vom Baum gefallen war und die sich auf dem Dorn eines Stacheldrahts aufgespiesst hatte. Wir rätseln immer noch, ob das überhaupt möglich ist.

Nach etwa 2 Stunden waren wir wieder am Bus. Obwohl noch andere Megalith-Monumente in der Umgebung standen, hatten wir keine Lust mehr, sondern wollten nur noch Essen gehen. Wir fuhren jetzt die 25 km weiter nach Montemor-o-Novo, das über eine schöne Burg verfügen sollte. Karin suchte in Google ein gutes Restaurant aus, wir brauchten etwas um einen Parkplatz zu finden, und, obwohl in Google stand, dass man manchmal eine Stunde warten muss, bekamen wir sofort einen Tisch. Der Kellner sprach englisch, Bestellung war also kein Problem und das Essen wurde ultraschnell serviert. Das Fleisch vom Angusrind war auf den Punkt gegart und der Hamburger schmeckte sehr gut. Die Creme brulee und ein Käsekuchen zum Nachtisch brachte die Welt wieder in Ordnung. Mit Getränken zahlten wir im Restaurant Feito Ao Gusto 36,70 €.

Jetzt wollten aber schnell weiter nach Mértola, das 130 km Richtung Süden liegt. Google Maps zeigte uns den Weg, leitete uns aber über ein Teilstück, das fast unzumutbar war – eine Strasse durch landwirtschaftliches Gelände, die mit Schlaglöchern übersät war – Karin fuhr nur noch maximal 20 km/h – führte uns nach Cuba. Nicht auf die Insel, sondern in eine Dorf dieses Namens mit durchaus interessanten Objekten auf den vielen Kreisverkehrsinseln. Ein irgendwas produzierendes Werk spie stinkenden Rauch aus, der die ganze Gegend verseuchte. Nachdem dieser Teil überstanden war, ging es zügig weiter. Es gab Regenbogen, leider nur im Rückspiegel fotografierbar. Ein Strassenschild kündigte an, dass man auf den nächsten 42 km auf Luchse achten soll. Leider keinen gesehen. In Mértola ging es steil den Berg runter zu einem kleinen Hafen direkt am Fluss, auf dem man wohl stehen darf. Es standen jedenfalls schon mehrere WoMos dort und wir gesellten uns einfach dazu. Der Rio Guardiana ist dunkelbraun vom Dreck nach den ganzen Regenfällen der letzten Zeit.

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