08. März 2025 – Guadix & Tabernas
In der Nacht hatte es geregnet und morgens stürmte es ziemlich. Wir beschlossen trotz des Windes nach Osten in die Halbwüste von Tabernas zu fahren. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage war heftiger Regen, während es in Tabernas Sonnenschein für Ende des Tages angekündigt war.

Die Strecke waren 326 km und begann mit der Fahrt durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet auf engen Strassen, die an einigen Stellen nur notdürftig repariert waren. Ständig waren Bodensenkungen und man musste langsam fahren. Aber die Gegend war landschaftlich sehr schön. Es regnete die ganze Zeit in Strömen, so dass fotografieren nur selten möglich war.Ich versuchte bei strömendem Regen noch etwas den Bus zu reinigen, denn der Staub war selbst auf der Klappe zum Klo entleeren zentimeterhoch.
Irgendwann ging es auf eine Nationalstrasse, die uns später auf die Autobahn führte. Selbst auf der Autobahn musste man ständig die Strasse im Blick behalten, denn immer wieder kamen Löcher vor, die wir vermeiden mussten. Als wir Granada passierten, hörte der Regen langsam auf und die Sonne kam zum Vorschein. Man hatte schöne Ausblicke auf die Sierra Nevada.




Ein paar Ausblick von der Autobahn aus. Die Wäldchen standen immer wieder neben der Autobahn.








Es war kurz nach 12 Uhr, als wir die Autobahn bei Purullena verliessen. Von der Autobahn aus gesehen war die Gegend (Wüste von Gorafe) zu schön, um einfach vorbeizubrausen. Leider war das Wetter völlig ungeeignet, um diese Gegend weiter zu erkunden. Wir waren der Schlechtwetterfront nur um ca 30 min voraus.

Wir fuhren in den Ort Purullena, der sich neben Gorafe befindet, und stellten fest, dass es Zeit zum Mitagessen wäre. Kurz in Tripadvisor gecheckt, gab es hier eine gutes Restaurant namens Mesón la Taberna. Leider waren alle Plätze im Inneren reserviert. Wir bekamen einen Platz auf der überdachten Terrasse. Gasheizungen standen zwischen den Tischen, so dass es erträglich war hier zu sitzen. Wir bestellten Tagesessen (18,80 € mit Getränk). Karin las ihren Satz vor, dass sie gerne ein vegetarisches Essen hätte und der Wirt verstand sofort und meinte „kein Problem“. Sie bekam dann ein vegetarisches Menu mit Salmorejo (kalte Tomatensuppe) als Vorspeise und gegrilltes Gemüse mit Pilzen aus der Region mit 2 Kartoffelpuffer (Rösti mit Ei). Ich aß einen Paprikasalat und Schweinefilet mit Pfeffersauce und Bratkartoffel. Nachtisch waren Crème brûlée und Käsekuchen mit Sahne. Wir waren froh einen Platz bekommen zu haben. Innerhalb der nächsten 20 Minuten wurde die Terrasse voll und es wurden sogar Gäste abgewiesen. Das Lokal war innen komplett voll und als Karin aufs Klo ging, bemerkte sie, dass es innen im Restaurant sehr warm gewesen wäre.










Anschliessend ging es nach Guadix. Im Viertel „Barrio de los Cuevos“ gibt es viele Höhlenwohnungen und die Kamine spriessen nur so aus den Hügeln. Ich war vor 52 Jahren in Guadix und damals trauten wir uns kaum die Strassen hochzulaufen, da die Gegend das Armenviertel war. Heute sind überall geteerte Strassen, die Höhlenwohnungen haben Zäune vor den Eingängen. Man könnte meinen, es wäre das betuchte Leute Viertel. Im Reiseführer steht, dass heute noch 6000 Leute in diesem Viertel wohnen. So sah die Gegend in Guadix 1973 aus.




Heute sieht es so aus und man reitet nicht mehr mit dem Esel durch die Strassen. Die Wohnungen haben, bis auf wenige Ausnahmen, alle einen Hof, mit Mauern und Toren versehen und Ziegeldächer.

























Während der Besichtigung von Guadix hatte das Wetter gehalten. Nach dem letzten Foto öffnete sich auch hier der Himmel und wir verzogen uns eilig Richtung Tabernas. Um 16:30 Uhr kamen wir bei strömendem Regen am Camping „Little Texas“ an. Der Holländer, der den Platz führt, empfing uns sehr freundlich, erklärte kurz alles und schon standen wir auf unser neuen Stellplatz. Er meinte noch, dass wir Glück hätten. Wenn das Wetter gut wäre, hätten wir um diese Uhrzeit keine Chance mehr auf einen Platz gehabt. So aber konnten wir aus mehreren Plätzen auswählen.






Wir tranken unseren letzten Busschnaps und kurz darauf hörte es auf zu regnen. Die Abendsonne zauberte für ein paar Minuten eine tolles Licht und über dem Platz öffnete sich ein Regenbogen. Wenn das kein gutes Omen ist. Hintem Platz hoppelten einige Hasen herum.











