11. März 2025 – Fahrt zur Küste nach Palomares
Die Fahrt ging durch hügeliges Hinterland. Als wir nach Vera reinfuhren, sahen wir schon einen vollen Stellplatz kurz vor dem Ort. Wir fuhren zum Playa de Quitapellejos, einem grossen Parkplatz auf dem schon etliche Wohnmobile stehen. Überall sind grosse Pfützen, die von den vergangenen Regenfällen zeugen. Wir sprechen einen WoMo-Fahrer an, ob man hier übernachten dürfte. Er ist seit Jahren hier unterwegs und übernachtet nur auf solchen Parkplätzen. Manchmal käme die Guardia Civil und würde einen Verwarnungzettel an die WIndschutzscheibe hängen. Wenn man dann am nächsten Tag noch da wäre, würde man 80 € Strafe zahlen. Noch ein Tag länger würde bis zu 300 € Strafe kosten. Aber er meinte, wir sollten ganz entspannt sein und eine Nacht bleiben. Die Polizei könnte die ganzen Wohnmobile ja nicht verscheuchen, wohin auch, es gibt nirgends freie Plätze auf erlaubten Stellplätzen. Ein Ausnahme gäbe es, wenn der Hubschrauber entlang geflogen ist, kommt in nächster Zeit die Polizei. Da könnte man schon einpacken, bevor sie da ist.
Kurz danach setzten sich ein amerikanisches Paar auf die Bank vor unserem WoMo und erzählte dass der Parkplatz am 2. März nach einem heftigen Regen komplett überschwemmt war. Es mussten sogar Leute von der Feuerwehr gerettet werden, da ihre WoMos nicht mehr rauskamen. Sie erzählten, dass sie seit einem Jahr hier wohnen und das Ganze mitverfolgt hätten. Sie bleiben 6 Jahre hier wohnen. Leider versäumten wir zu fragen, weshalb sie hier sind. Auch die Wege am Strand entlang sind weggebrochen. Es gibt sogar ein Youtube Video über diesen Vorfall.








Palomares hat aber eine Geschichte. Im Jahr 1966 kollidierten ein mit vier Wasserstoffbomben bestückter US-Bomber und ein Tankflugzeug in der Luft. Keine der Wasserstoffbomben explodierte, aber die mit Plutonium gefüllten Zünder von zwei der Bomben explodierten und verteilten mehrere Kilo hochradioaktives Plutonium-239 über die Landschaft. Wenn man berücksichtigt, dass Plutonium-239 eine Halbwertszeit von 24110 Jahren hat, dann kann man sich ausrechnen, dass die Strahlungsbelastung seit dem Unfall kaum abgenommen hat. Die Strahlung ist nicht das Schlimmste, denn sie wird bereits durch die Haut aufgehalten. Schlimmer ist die Gefahr mit Plutonium-239-kontaminierten Staub einzuatmen, der dann im Körper munter weiterstrahlt und langfristig Krebs verursacht. Wen näheres interessiert, sollte den Artikel „Nuklearunfall von Palomares“ in Wikipedia lesen.
Wir machten eine Strandwanderung, die ich nach einer halben Stunde abbrach, da ich einen Sonnenbrand vermeiden wollte. Der Strand ist wirklich schön und zu dieser Zeit sind nur wenige Menschen da. Ein paar Leute baden sogar, Wassertemperatur 16 °C, aber Lufttemperatur im Moment 20 °C.
Die Strandbar hat bereits geöffnet. Wir gehen hin, bestellen eine Paella, die frisch zubereitet wird. Nach 30 Minuten konnten wir essen.




Am Eingang der Bar standen grosse Kakteen, die teilweise gerade blühten.







Aber es ging ein böiger Wind, der uns zwang ins Wohnmobil zu sitzen. Durch die Bustür sah man auf Meer, auf dem ein Mutiger versuchte zu surfen.




Ab Bus sass ein älteres Ehepaar auf der Bank. Die Kopfbedeckung der Dame inspirierte Karin 2 Fotos zu machen.

