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13. Februar 2025 – Von Mèze nach Lleida

Die ganze Nacht regnete es heftig und wir schliefen nicht so gut. Am Morgen klarte es auf und die Sonne schien. Bei 15 °C fuhren wir zum Intermarché, um zu tanken (1,70 € / L) und um etwas einzukaufen. Ich, wie immer im Kurzarmhemd, fühlte mich im Supermarkt dann doch etwas „underdressed“. Alle Anderen liefen im Wintermantel und in dicken Jacken rum. Dann ging es wieder auf die Autobahn Richtung Beziers und weiter nach Spanien. In der Gegend von Perpignan hatte man einen schönen Blick auf die verschneiten Gipfel der Pyrenäen. Kurz nach der Grenze staute sich der Verkehr – Autobahn blockiert. Zwei Polizisten leiteten den gesamten Verkehr auf die Landstrasse um. Ziemliches Chaos wegen unzähliger LKW, wir brauchten fast 1 Stunde bis wir wieder auf die Autobahn fahren konnten. Hinter Girona bogen wir auf die Strasse C25 nach Vic ab. Die C25 ist die alte Transversale vom Mittelmeer an den Atlantik. Sehr gut ausgebaute Strasse – fast Autobahn. An der Ausfahrt nach Sant Hilari Sacalm machten wir Pause auf dem Parkplatz eines Restaurants und verspeisten den 2. Teil des Mittagessens, das Karin noch zuhause gekocht hatte. An der angegliederten Tankstelle kostete Diesel nur 1,49 €, also gleich vollgetankt. Karin übernahm das Steuer und ich inspizierte während der Fahrt die Karte, um rauszufinden, ob wir an sehenswerten Stellen vorbeikamen.Und einmal fotografierte ich eine bemerkenswerte Steinformation.

Das Kloster Montserrat lag nicht weit von unserem Weg entfernt. Also kurzentschlossene Planänderung und direkt dorthin. Unterwegs fiel uns ein Gebirge auf, das immer mal wieder in den Wolken verschwand. Wir fuhren zuerst zu einem Stellplatz am Fuss des Berges, aber der Platz war eine Katastrophe – der Untergrund war nasser grauer Lehm, in dem grosse Pfützen standen. Daher beschlossen wir die Serpentinenstrasse (ca. 12 km den Berg hoch) zum Kloster zu fahren. Oben stellten wir fest, dass es viele Parkplätze gab. Allerdings 7 € Parkgebühren für PKW und 20 € für ein Wohnmobil. Wir zogen das Parkticket, denn es gab keine Alternative, und fuhren an allen parkenden Autos vorbei bis ganz ans Ende der Strasse. Es war inzwischen 17 Uhr und wir hatten keine Ahnung, bis wann das Kloster geöffnet sein wird. Auf dem Parkplatz für Omnibusse war um diese Zeit eine grosse Leere und daher trauten wir uns das WoMo einfach auf einem Omnibus-Parkplatz abzustellen. Es war recht kühl und windig. Gut verpackt in unseren Jacken gingen wir die 100 m ins Klosterareal. Nach 50 m Metern sahen wir, dass etwas unterhalb unseres Wegs eine S-Bahnstation stand, von der gerade ein Zug abfuhr. Daneben ging eine Seilbahn den Berg hinab und weiter oben fuhr eine Zahnradbahn fast senkrecht den Berg hoch. Das Kloster entpuppte sich als weitläufige Anlage mit Hotels, einer Touristeninformation, Restaurants und natürlich auch einer Basilika.

Als wir in die Basilika wollten, erklärte uns der Kontrolleur, dass er uns umsonst reinlassen würde, da wir nur noch 30 Minuten hätten. Danach würde die Zeremonie beginnen und wir müssten dann wieder gehen. War uns nicht unrecht, denn Kirchenveranstaltungen sind nicht so ganz unser Interesse. Das Innere der Basilika war aber sehr eindrücklich und in einer Aussparung am Ende der Kirche konnte man die schwarze Madonna sehen, deretwegen das Kloster so berühmt ist. Sie ist die Schutzpatronin von Katalonien. Die Figur aus dem 12. Jahrhundert ist ca. 95 cm groß, aus Pappelholz geschnitzt und bis auf Gesicht und Hände vollständig in Gold gefasst.

Um die Madonna berühren zu dürfen, brauchte es ein spezielles Ticket auf das wir verzichteten. Wir fühlten uns wie Könige, denn ausser uns waren nur 2 Personen und ein Aufpasser in der Basilika. Angesichts der Absperrungen, die am Eingang aufgestellt waren, konnte man erahnen, wieviele Leute normalerweise auf diesen Berg kommen. Neben der Basilika ging ein Gang entlang, in dem man Kerzen kaufen und aufstellen konnte. So war alles vollkommen entspannt, wir genossen die Besichtigung des Bauwerks und gingen nach etwas mehr als einer Stunde zurück zum Bus. Die Abendsonne schien auf eine Bergkante und diese spiegelte sich im Fluss, der durch das Tal floß. Man kann übrigens auch zu Fuss den Montserrat besteigen. Auf dem Gebirge waren auch einige Wanderrouten.

Als Abfahrt ins Tal nahmen wir jetzt die andere Seite des Gebirges, sahen noch grosse Vögel über den Felsen fliegen.

Wir landeten auf der Autobahn A-2, die direkt nach Lleida führte. Auf ihr fuhren wir in die Nacht hinein. Es waren noch ca 100 km bis Lleida. Wir machten unterwegs einen kleinen Abstecher in die Pampa und kamen zu einem Wildunfall, der sich kurz zuvor ereignet haben musste. Ein Wildschwein wurde von einem Auto gerammt – es lag tot auf der Wiese. Jetzt waren wir gewarnt und fuhren sehr vorsichtig zurück zur Autobahn. Wir hatten uns einen Campingplatz ausgesucht, der an der Einmündung des Flusses Segres in den Ebro lag. Bis dahin waren es weitere 30 km und wir waren froh um ca 20 Uhr in Mequinenza in den Camping einfahren zu können. Niemand an der Rezeption, ausser uns nur ein Paar aus Zürich in einem Wohnwagen. Egal, erst mal Essen und Schlafen – Morgen sehen wir weiter.

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