2021EuropaPortugal

19. September 2021 – Braga

Diese Nacht – es Samstag –  war ziemlich laut, sagte Karin, die oben im Aufstelldach nur kurz schlief. Ab ca 2 Uhr morgens endete die Wums-Musik und es wurde ruhiger. Auf dem Stellplatz waren mehr als 15 Wohnmobile. Es gab auch 2 Entsorgungsmöglichkeiten, die wir am Morgen nutzten. Wir wollten etwas  Frischwasser mit dem Kanister auffüllen, aber der Wasserhahn war blöd angebracht und daher konnte man den Kanister nur sehr schlecht befüllen. An der anderen Seite hingegen war ein Hahn, der sehr praktisch installiert war. Also nahm ich den Kanister und füllte 2 Ladungen, ca 25 Liter in unseren Tank. Dann bemerkte ich, dass die beiden Wasserhähne unterschiedliche Farben hatten. Wir hatten also 25 l Wasser, das kein Trinkwasser war, in den Tank gefüllt. Da ging natürlich gar nicht, denn wir verwenden dieses Wasser zum Kaffeemachen und Kochen. Also entleerten wir den gesamten Tank – dauerte ca 20 Minuten – und füllten neues Trinkwasser nach. Dieses Missgeschick passiert uns hoffentlich nicht mehr !! Micha war bereits vor einer halben Stunde losgefahren, wir wir starteten mit etwas Verspätung nach Braga. Als wir Micha informierten, kam eine wütende Rückmeldung, dass er seit einer Ewigkeit den Stellplatz sucht, den wir vereinbart hatten. Seine App führte in immer wieder im Kreis herum. Unsere App Sygic schickte uns kurz vor dem Ziel durch ein Wohngebiet, das extrem steile Strassen hatte, die unser Auto nur im ersten Gang schaffte. Dabei ging eine normale Schnellstrasse nur 100 m weiter den Berg hinauf, die uns direkt zum Ziel geführt hätte. Das Ziel, nur 24 km von unserem letzten Stellplatz entfernt, war ein Parkplatz unterhalb des Bom Jesus du Monte, von dem eine Bahn hoch zur Kirche führte. Wir teilten unseren Standort via Whatsapp mit Micha und es dauerte keine 5 Minuten bis er auch da. Hoch entzürnt, am Rande seiner Fassung, berichtete er, dass er bereits mehrmals hier vorbeigefahren sei, die App ihm aber immer wieder eine andere Stelle zeigte. Er brauchte erst Mal 15 Minuten, um sich abzuregen, dann ging es nach einem Kaffee mit der Bahn den Berg hinauf zum UNESCO Weltkulturerbe. Diese nostaligische Standseilbahn aus dem Jahr 1882 ist die letzte durch Wasserballast bewegte Seilbahn. Oben wird der Tank des Waggons mit Wasser gefüllt und das höhere Gewicht zieht den unbefüllten Waggon über ein Seil den Berg hoch, während der befüllte Waggon nach unten fährt. Der untere Waggon lässt dann das Wasser ab und wartet bis der Obere wieder befüllt ist. Leider konnte man die Kapelle, die im 14. Jahrhundert erbaut und 1811 geweiht wurde, nicht besichtigen, in ihr fand gerade eine Hochzeit statt. Es durften wegen Corona auch nur eine begrenzte Zahl an Gästen in die Kirche, daher bot sich vor der Kirche Gelegenheit, die Festtagskleidung der Damen und Herren ausgiebig zu bestaunen. Bergabwärts gingen wir auf der fantastischen, 1722 entworfenen Barocktreppe Escadaria do Bom Jesus, die nach 580 Stufen kurz unterhalb unseres Parkplatzes ankommt.

Der Parkplatz am Bom Jesus lag 5 km ausserhalb von Bragazentrum und es ging ziemlich bergauf. Wir beschlossen daher mit den Autos Richtung Innenstadt zu fahren und irgendwo einen Parkplatz zu suchen. Diese Idee klappte genial. Keine 15 Minuten später sassen wir auf unseren Fahrrädern, nachdem wir die Busse in einer Seitenstrasse nur 1 km vom Zentrum entfernt geparkt hatten. Im Zentrum belästigte uns eine extreme Wums-Musik, die von einer grossen Werbe-Bühne für die bevorstehende Wahl in die Fussgängerzone des Zentrums gestrahlt wurde. Wir stellten wieder unsere Räder ab und gingen zu Fuss durch die Gässchen. Wenige Meter von uns entfernt richtete sich gerade ein Gitarrenorchester ein und begann Volksweisen zu spielen. In den Gassen waren über den Köpfen der Menschen Luftballons, klappernde Bleche, weiße Sonnenschirme oder eingefärbte Kleidung aufgehängt. Ein Hinweisschild erklärte, dass diese Dekoration anregen soll, dass man nach der Corona-Pandemie nach oben/vorne blicken sollte.

Bei der Besichtigung der Kathedrale Sé de Braga, der ältesten Kathedrale Portugals – erbaut im 11. Jahrhundert – gefiel uns besonders die Gegend um die Orgel. Am Ausgang kamen wir an einer Bühne vorbei, auf der junge Frauen und Männer eine Mischung aus modernem Tanz und Ballett vorführten. Etwas weiter spielte an einem Platz ein Orchester portugisische Volkslieder. Offenbar fand ein kleines Musik-Festival statt.

Ein Laden fiel uns besonders auf, denn in ihm wurden ausschließlich Sardinendosen verkauft – Jahrgangsdosen, aber auch verschiedene Saucen, geräuchert, in Olivenöl, … Leider war der Preis von 16 Euro für eine Dose deren Inhalt keinen Euro wert ist, doch etwas hoch angesetzt.

Nach der Besichtigung der Innenstadt fuhren noch etwas mehr als 30 km nach Rio Caldo, einem Ort am Rande des Nationalparks Peneda-Gerés und übernachteten im Camping Pichoses. Rio Caldo lag an einem grossen Stausee, zu dem am Sonntag wohl viele Leute einen Ausflug machten. Jedenfalls kam uns eine lange Autokarawane entgegen, als wir das kleine Sträßchen hinunterfuhren.

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