21. August 2008 – Tomohon
Wir mieteten an der Rezeption einen Motorroller und fuhren als erstes nach Tomohon auf den Markt. Der Fischmarkt bot jede Menge Fisch aus tropischen Gewässern, aber auch sehr kleine Fischchen, die höchstens für Fischsuppe taugen. Diese kleinen Fischchen gab es auch getrocknet als Würze. Der geräucherte Fisch war auf Holzstäbchen aufgespannt. Dann folgte die Fleischabteilung, die für unsere Augen extrem war. An der Wand hing eine riesige Python, von der Scheiben abgeschnitten wurden – Schlangensteaks sozusagen. Daneben ein Tisch mit Rinderköpfen, die nicht gerade Lust auf Fleisch machten. Entlang eines Weges waren Stände mit Flughunden und Fledermäusen, denen die Flügel abgeschnitten worden waren. Anschliessend wurde ihr Fell mit einem Bunsenbrenner abgeflammt. Sie sahen abschreckend aus, aber wohl nur in unseren Augen, denn die Einheimischen kauften fleissig ein. Im Angebot ist alles, was in der Küche des Minahasa-Hochlands Verwendung findet: Schlangen, Fledermäuse, Hunde und Ratten. Die fürchterlich abgemagerten Hunde lagen in kleinen Käfigen und warteten auf ihre Schlachtung – ein überaus trauriges Bild, das uns noch einige Zeit in unseren Träumen verfolgte. Zum Glück verzichteten wir auf Fotos und schützten uns vor weiteren Alpträumen. Eine Frucht kannten wir noch nicht – Salak, die Schlangen-Frucht. Sie war an vielen Ständen erhältlich und wir fragten an einem Stand, wie man diese Frucht isst. Die Verkäuferin öffnete eine Frucht und liess uns probieren. Schmeckte ziemlich lecker, aber nach einigen Früchten wurde der Geschmack fremd und wir aßen nur Wenige, obwohl wir 1 kg gekauft hatten. Salak sind die Früchte der Salakpalme.
Fledermäuse Köpfe von Rindern Kaffir-Limettenblätter Annonen Durian Salak Salak Salak
Wir fuhren dann zum See Danau Tondano, ein Stück am Ufer entlang zur Stadt Tondano und weiter nach Sawangan, um im Taman Purbakala Waruga Waruga (nicht falsch geschrieben, denn in der indonesischen Sprache wird der Plural durch Verdopplung eines Wortes gebildet) Hockgräber zu besichtigen. Plötzlich sahen wir eine grüne Schlange über die Strasse kriechen. Wir hielten an, blieben aber in gebührendem Abstand und konnten genau ein Foto machen, bevor die Schlange vor unseren Augen von einem Auto überfahren wurde. Sie war nicht sofort tot, sondern wand sich noch. Es sah so aus, als ob sie sich selbst beisst,im um sich von ihren Qualen zu erlösen.
Die noch erhaltenen 144 teils 1000 Jahre alten Sarkophage, Warugas genannt, wurden 1977 aus der Umgebung in diese Art von Museum zusammengetragen, um sie vor Zerstörung zu schützen. Die Steingräber dienten wohlhabenderen Minahasa-Familien als Begräbnisstätte und wurden bis ins 19. Jahrhundert benutzt. Im Jahr 1828 wurde diese Art der Bestattung verboten. Man konnte die Steine, in denen die Toten in hockender Stellung beigesetzt wurden, nur mit einem Führer besichtigen. Das war auch gut so, denn durch die Führung wurde das ganze Ritual sehr anschaulich. Die eingravierten Reliefe und die kleinen Figuren auf den Deckeln der Grabsteine erzählen wer und wieviele Personen in dem Stein begraben sind.
1942 endete die holländische Kolonialherrschaft über Indonesien und wurde durch die Japaner ersetzt. Kurz nach der Kapitulation Japans wurde Indonesien 1945 unabhängig. Während der Herrschaft der Japaner wurde die Bevölkerung gezwungen, Stollen in die Berge zu treiben. Einige der Stollen, die Kawangkoan Japanese Cave, existierten noch und konnten besichtigt werden.
Auf dem Rückweg fuhren wir durch die Vulkangegend des Mahawu. An seinen Flanken wurde Gemüse auf sehr steilen Feldern angebaut.