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22. April 2026 – Cremona & Cesenatico

Am Morgen wachten wir um 7:30 Uhr auf, blauer Himmel und Laubbläser-Lärm. Letzteres sind wir gewohnt, denn rund um unser Haus in Steinen ist Laubbläser-Wildwest. Wir frühstückten und telefonierten mit Christel und Gert, die erzählten, dass man die Bande, die Ruth beklaut hatten, gefasst hätte. Es wurden mehr als 200 Schmuckstücke gefunden und Ruth muss zur Polizeiwache kommen, um ihren gestohlenen Schmuck zu identifizieren. Dann fuhren wir 11 km weiter nach Cremona. Auf einer alten Stahlbrücke überquerten wir den „Po“, der hier ein recht breiter Fluss ist.  Wir parkten unseren Bus am Rande der Hauptstrasse, die auf beiden Seiten breite Parkstreifen unter Bäumen hatte. Weiter ging es mit dem Fahrrad – sehr gute Fahrradwege !! – ins Zentrum der Stadt. Am Strassenrand standen schöne alte Villen, an denen Kletterrosen empor rankten. In der Altstadt war gerade Kleidermarkt. Karin konnte nicht widerstehen und kaufte einen Schal aus Seide. 

Auf dem Domplatz waren Stände mit Pflanzen und ein sehenswerter Kiosk.

Wir besichtigten den Dom und die Krypta, in der die Schutzpatrone „HEILIGER OMMOBONO“ der Stadt beigesetzt sind. Omobono Tucenghi wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts geboren. Von Beruf Kaufmann, Ehemann und Vater, begab er sich in den Zustand freiwilliger Buße, widmete sich dem Gebet, der Verehrung des Kreuzes und Werken der Nächstenliebe und beherbergte und unterstützte die Armen.  Als friedliebender Mann wirkte er inmitten der turbulenten Ereignisse in der Stadt Cremona, die auch religiös von den häretischen Strömungen seiner Zeit erschüttert wurde. Er starb am Morgen des 13. November 1197, während er, wie es seine Gewohnheit war, nach dem Nachtgebet in der Pfarrkirche Sant’Egidio an der Heiligen Messe teilnahm. Er starb, während das Gloria gesungen wurde. Der Bischof von Cremona, Sicardo, reiste nach Rom, um Papst Innozenz III. um die Heiligsprechung Omobonos zu bitten. Der Papst gewährte sie, wie die päpstliche Bulle vom 12. Januar 1199 belegt. Der Kult des heiligen Omobono, der bald als Schutzpatron der Kaufleute und Schneider verehrt wurde, verbreitete sich in vielen europäischen Ländern. Nach den Dekreten Urbans VIII. zur Reduzierung der gebotenen Feiertage wählte ihn das Konzil von Cremona 1643 zum Hauptpatron der Stadt.

Cremona ist besonders bekannt, weil in dieser Stadt sehr berühmte Geigenbauer gelebt haben – Stradivari lebte hier und starb 1837 als 93 Jähriger. Aus diesem Grund gibt es einen Grabstein im Stadtpark (ist nicht das wirkliche Grab), ein Geigenmuseum und ein Stradivari-Festival. Stradivaris Geigen sind mehrere Millionen Euro wert, da nur 600-650 der von ihm gebauten Geigen erhalten sind. Wir aßen in einer Tramazzineria belegte Scheiben von Weißbrot, aber Karin war enttäuscht, dass sie kalt waren. Sie bestellte daher noch ein warmes Fladenbrot, das mit Salat und Tomaten gefüllt war. 

Nach 3 Stunden Rundgang und Rundfahrt ging es wieder auf die Autobahn Richtung Bologna. Von der dreispurigen Autobahn waren die beiden rechten Spuren praktisch immer von LKWs belegt, die sich ständig gegenseitig überholten. Auf der 3. Spur – ganz links – kamen die rasenden PKW und mt dem WoMo musste man immer sehr aufmerksam sein, damit man zwischen 2. und 3. Spur wechseln konnte. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir Ravenna und fuhren Richtung Meer nach Cesenatico. Wir parkten unser Auto auf dem Sosta Camper – 25 EUR pro Nacht. Dann entluden wir unsere Fahrräder und fuhren ans Meer. Karin hatte hier in den 60iger Jahren einen Urlaub mit ihren Eltern verbracht.

Wir fuhren am Sandstrand einlang auf einem Radweg zur Mole, an der einige Fischfang-Anlagen standen. Die Netze werden motorgesteuert im Wasser abgesenkt und nach einiger Zeit wieder hochgezogen. Als wir da waren, wurde gerade ein Netz hochgezogen – es enthielt nur ein paar kleine Sardinen, die gleich wieder freigelassen wurden. Wir suchten nach einem Restaurant, aber alle waren geschlossen. Als wir an eine Restaurant die Öffnungszeiten sahen, war klar, dass wir viel zu früh waren. Sie öffneten erst um 19:30 Uhr und jetzt war 18 Uhr. Auf beiden Seiten des Kanals waren Fischerboote vertaut. Es gab jede Menge Restazrants, die ihre Tische entlang der Kaimauer aufgestellt hatten. Auf dem Rückweg sahen wir Deutsche in einer Osteria sitzen und entschieden dort auch zu essen. Zum Kai waren durchsichtige Scheiben aufgestellt und zwischen den Tisch standen gasbetriebene Heizstrahler, denn nach Sonnenuntergang wurde es doch recht kühl.

Wir aßen zusammen als Vorspeise einen Meeresfrüchte-Salat. Karin bestellte Lasagne, ein grober Fehler, denn es kam eine aufgewärmte schrumpelige Lasagne während ich eine sehr gut schmeckende Fregola Sarda mit Gamberini bekam. Eine große Möwe wanderte auf dem Kanalrand hinundher und hoffte, dass etwas für sie abfallen würde. Nach dem Abendessen radelten wir zurück. Die Luft war doch recht kalt und wir waren etwas durchgefroren, als wir am WoMo ankamen. Morgen um 19 Uhr geht unsere Fähre nach Albanien.

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