13. August 2015 – Gräber in Lemo & Londa
Erst um kurz vor 9 Uhr aufgewacht. Zum Frühstück gab es Tamarillo-Saft, hhmmm und das übliche, Ei, Toast, Toastkäsescheiben, Marmelade. Das wird wohl das Frühstück für die nächsten Wochen sein. Dann fuhren wir zu den Felsengräbern in Lemo, vom Hotel aus ca 1 Stunde, obwohl es nur ca 15 km sind. Schöne Tau Tau oder Tao Tao , beide Schreibweisen scheinen gebräuchlich. Das besondere dort, gleich neben den Gräbern kann man ein paar neue Tau Tau anschauen. Es sind wirklich tolle Figuren aus Jackfruit-Holz, das besonders hart und langlebig ist. Leider sind alle Tau Tau nicht wirklich alte Originale, sondern es sind Nachbildungen bzw. Orginale neueren Datums. Die alten Tau Tau wurden alle von Grabräubern in den achtziger Jahren gestohlen und zieren jetzt Räume von reichen Leuten in der ganzen Welt. Auf der Treppe mit Sicht auf die Felswand sass ein alter Mann und ich wurde den Eindruck nicht los, dass er sich gerade überlegt, wo er gerne begraben werden möchte. Unter den Gräbern stehen Werbetafel der Firmen, die solche Begräbnisse organisieren. Etwas weiter sind auch Gräber zu sehen, die aus einem kleinen Häuschen bestehen, das ein kleines Toraja-Haus auf dem Dach trägt. Die Toraja sind alle christlich, aber keiner will gänzlich auf seinen Toraja-Glauben verzichten.
Solche Gräber sind also ein Zwischending zwischen Toraja- & Christentum.
Etwas weiter in Londa ist die Familiengruft eines Toraja-Klans zu besichtigen. Überall stehen Särge, liegen Totenschädel herum und es gibt 2 Höhlen, in denen weitere Särge stehen. Der neuste Sarg stammt aus dem Jahre 2010 und der Tote war 1956 geboren. Er war also jünger als ich, hab ich bisher Glück gehabt. Morgen früh wird sich der Klan zu einer Feier an den Gräbern einfinden und dabei einen Wasserbüffel opfern. Der stand bereits im Eingangsbereich, ein wahrhaft riesiger Koloss. Wir haben uns entschlossen, keiner dieser Zeremonien beizuwohnen, da wir das Opferritual nicht sehen wollen. Als Vorbereitung für das Fest bekamen gerade alle Tau Tau neue Kleider angezogen. Wir haben uns mit einigen Schülern unterhalten, deren Grosseltern dort beerdigt sind, obwohl beerdigt nicht das richtige Wort ist. Dieser Friedhof ist kein Ort der Andacht. Auf dem Rundweg fand Karin eine riesige behaarte Raupe und ich eine weisse Wanze, ca 4 Zentimeter gross. Die Wanze wollte keiner anfassen, Stinkwanze sagten sie einstimmig.