17. August 2010 – Rote Varis im Urwald
Huch – es regnet gar nicht! Gute Bestellung. Die Nacht war auch okay, bin wohl ein paarmal aufgewacht, aber unsere Matten sind echt Gold wert, was würde mir der Rücken wieder weh tun. Kurz vor sieben bimmelt das Handy, aber da sind wir schon wach. Frühstück und bereit machen für den ersten Walk, um die roten Vari zu sehen. Jean-Emil erwartet uns schon, die erste Flussüberquerung steht an und da es wohl ein wenig zu tief ist, ordert er einen Einbaum, der uns die 5 m trocken rüberschippert.

Dann geht’s erst mal etwa 1 Stunde am Strand entlang, vorbei an der Masoala Lodge, wo wir mit dem Sohn des Chefs ein wenig plaudern. Er erzählt, dass etwa vor einem Monat ein AyeAye direkt am Eingang auf einem Baum saß und sie es 20 Minuten beobachten konnten. Jetzt sei es wohl in Richtung Tampolodge weiter, was uns natürlich sehr erfreut, denn darauf warten wir ja. Wir passieren ein kleines Dorf neben dem Holzbretter zum Trocknen aufgestellt sind. Orchideen wie der riesige Stern von Madagaskar (siehe Bild unten) wachsen nahe dem Strand an einem Baum. Der Stern von Madagaskar (Angraecum sesquipedale) wurde erst 1820 entdeckt und hat einen bis zu 40 cm langen Sporn. Darwin untersuchte diese Pflanze ebenfalls und postulierte einen Schmetterling mit einem sehr langen Rüssel, der diese Pflanze bestäubt. Der Falter wurde erst viele Jahre später entdeckt und Xantophan morganil praedicta benannt. Er hat einen bis zu 28 cm langen Rüssel, den das Tier eingerollt trägt. Dann erklimmen wir den Berg, bewundern noch einen super rot gestreiften Tausendfüßler, verschiedene Früchte und Pflanzen.













Jean-Emile verabschiedet sich irgendwann mal, um die Varis zu suchen und kaum ist er weg entdeckt Achim zwei Exemplare hoch über uns. Sie sind, rötlich – orange, langer brauner Schwanz, Wuschelohren, weiß im Nacken und echt süß. Ein Pärchen. Wir beobachten sie ziemlich lange, bis es ihnen zu viel wird und sie von dannen ziehen. Diese Sorte der Lemuren kommt ausschließlich im Masoala-Nationalpark vor.



Auf dem Rückweg sieht Jean Emile sogar noch einen Giraffenkäfer für Achim, der ist ganz glücklich. Aber ein vollkommen scharfes Foto will einfach nicht gelingen unter den Lichtbedingungen.

Rückweg durch den nahezu undurchdringlichen Wald, an Bachläufen entlang, durch einen Wald von Zimtbäumen und später durch ein Gebiet mit Pandanus-Bäumen, die auf langen Luftwurzeln stehen. Überall hängen Lianen herab, schlingen sich um Baumstämme und Epiphyten besetzen jede Nische, die sich ihnen bietet.







Sand, Kopfweh, Sonne, Sand….. puuhhh…. ich bin ganz schön fertig! Duschen, das Wasser geht wieder, glücklicherweise. Morgens ging gar nichts. Schon wieder essen, hier wird man echt gemästet. Der Nachmittag vergeht mit einem kleinen Nap auf den Matten draußen, lesen und Wale suchen. Die haben sich aber nicht an die Verabredung um 16:30 Uhr gehalten, das Meer scheint ihnen zu ruhig zu sein. Jetzt schreibe ich noch ein wenig, Achim parliert mit einem Franzosen, ob er mit dessen PC seinen Chip formatieren dürfte. Und dann schon wieder essen… Mal sehen, was wir morgen machen werden