30. August 2015 – 5. Tauchtag in Lembeh
Wir haben noch garnicht beschrieben, wie unsere tage hier beginnen. Zwischen halb sechs und sechs fängt es neben mir an zu nesteln und schnaufen und dann krächzt der boden, die tür knarrt erst einmal, dann am bad, danach an der “ haustür“. Danach ist wieder stille. Oder relative stille, denn die einsitzerboote, die aus den philippinen importiert wurden, knatten lautstark in verschiedene richtungen. Wahrscheinlich kommen sie vom markt zurück.
Ja, ihr habt richtig geraten. Der knarzwurz ist achim, den die senile bettflucht schon ereilt hat. Er sitzt dann entwder vor dem bungalow oder am jetty und schreibt den blog oder macht bilder, bis er mich dann um viertel vor sieben weckt, sofern ich nochmal einschlafen konnte?????
Heute hatten wir uns die 4. Variante der Pygmäen-Seepferdchen für den ersten Tauchgang gewünscht. Jenly – Jeff hat heute seinen freien Tag – wurde schnell fündig. Nudi Retreat heisst der Tauchplatz und in 10 m Tiefe gibt es grosse Gorgonien, an den man suchen muss. 20 Fotos gemacht und nur auf einem Foto war das Seepferdchen scharf abgebildet.
Ein weiteres Highlight war ein grosser Tag-Oktopus, heisst so weil er tagaktiv ist, im Gegensatz zu seinen Artgenossen. Er war superschnell und wir verfolgten ihn bis in 22 m Tiefe. Dort verschwand er in einer Höhle, luggte aber immer mal wieder neugierig raus, sobald wir in etwas größerer Entfernung waren. Er war ziemlich gross, so dass ich ihn nicht unbedingt aus der Nähe hätte sehen wollen. Sonst hielt der Name des Tauchplatzes nicht was er versprach, Schnecken gab es nicht sehr viele.
In der Pause am Pool schlägt sich Karin am Liegestuhl den mittleren Zehen an, der daraufhin sofort auf das doppelte anschwillt und blau anläuft. Inzwischen hat sie einen weiteren grossen Zeh, so dick ist er geworden?
Der Nachmittagstauchgang ging zum Muck-Tauchen (=Schmuddeltauchen), d.h. man taucht auf einem Sand-Untergrund, der mit einer feinen Schicht aus Staub und Algen bedeckt ist. Jeder Flossenschlag wirbelt unendlich viele Feinteilchen auf, die die Sicht ständig verschlechtern und man muss sehr achtgeben, dass das so wenig viel möglich passiert. Da es unvermeidlich ist, fängt man möglichst tief an und arbeitet sich zickzack-förmig langsam hoch. Der aufgewirbelte Staub bleibt so stets unterhalb des nächsten Abschnitts. So die Theorie, aber wenn man in mehreren Grupen taucht oder wenn man beim Abtauchen bereits etwas interessantes sieht, …. Und dieses Mal sahen wir zwei schwarze „hairy frog fish“, haarige schwarze Anglerfische, direkt beim Abtauchen, da mussten wir einfach 15 Minuten bleiben und diesen Kreaturen zuschauen, wie sie gegen die leichte Strömung kämpften.
Es war echt sooo süss, wie das kleine, wir vermuten, es waren mutter und kind, hinter seiner mama hergedackelt ist, immer bemüht mit ihr schritt zu halten. Es sah echt anstrengend aus!! Und dann auch noch die blöden taucher, die alles filmen und fotographieren müssen?
Etwas weiter lagen zwei Ambon-Skorpoinsfische, ein weiterer Frog-Fisch und ein Pygmäen-Frog-Fisch, kaum 1-2 cm gross. Mehrere kleine Dragonnet-Fische, Tintenfische, ….
Für abends um 17 Uhr hatten wir uns noch zum Mandarin-Dive angemeldet. Es ging zu zwei grossen Schiffen, die früher zu live-a-boards genutzt wurden, inzwischen aber veraltet sind und seit Jahren nur rumstehen. Bei Abtauchen sahen wir, dass wir uns über einem Geweihkorallenfeld befanden, überall grosse Seeigel, die sich auf die Nachtwanderung machten. Jenly, unser Guide, wies uns an, uns am Ende der Korallen auf die Knie niederzulassen und abzuwarten. Es dauerte nicht lange bis die ersten Mandarin-Fische auftauchten, neugierig alles begutachteten und sich auf die Suche nach den kleineren Weibchen machten. Es sind wirklich toll aussehende Fische, die sich später dann vor unseren Augen paarten ( speedy popping beim aufsteigen im wasser, dauert etwa 5 sekunden??)
Zwischendurch wurde es immer dunkler und wir machten uns auf die Suche nach anderen interessanten Objekten. Schnell wurde uns klar, dass hier das Eldorado der Nacktschnecken war. Es ging von einer zur anderen, zwischendurch Pipefische, Rotfeuerfische, Muränen, und die anderen Fische schauten uns alle zu, hatte man den Eindruck. Sie schienen bereits zu schlafen und viele hingen bewegungslos zwischen den Korallenstöcken. Je dunkler es wurde, desto gespenstischer sahen die Geweihkorallen mit den dazwischen hängenden Fischen im Restlicht aus. Die zwei Seenadeln da oben lugten neugierig um die Ecke, als ob sie sich über das viele Licht beschweren wollten.
Auch heute waren wir wieder mehr als drei Stunden unter Wasser. Nach dem Abendessen gingen wir todmüde ins Bett.
…aber nein!!!! Achim hat ein weiteres highlight unterschlagen. Ich hatte noch eine verabredung zu einer hot stone massage.
Kaum war ich raus aus der heissen dusche, klingelte auch schon das telefon und eine nette stimme meinte, im spa würden sie auf Miss Karin warten. Also nix wie hin, raus aus den klamotten und dann ein stunde lang aaaaaaahhhhhhh und ooohhhhhhhhhh und mhhhhhhhhh. Ich lag auf einer doppelreihe heisser steine und wurde dann erst mit den händen und danach immer mit den heissen, flachen steinen massiert, einmal rundum. Es fühlt sich echt super an, vor allem nach einem solch ausgiebigen tauchtag mit drei stunden im wasser und viel geschnatter.
Also ich kann es nur empfehlen, falls ihr also mal hierher kommen solltet…….