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16. August 2010 – Von Maroansetra zur Tampolodge

Scheißnacht – Albträume von nicht weckenden Handys und Frühstücksdienst, stundenlang bellende Hunde und ein schnarchender Achim neben mir. 3:30 Uhr war ich noch wach und 4:15 Uhr klingelten beide Handys. Also gäähhhn – Dusche. 

Schon bei unserer ersten Reise im Jahr 2006 war der Masoala Nationalpark als Ziel in der engeren Auswahl. Eine Rücksprache mit Manfred, dem Vermieter des Motorrads, ergab jedoch, dass dieses Ziel mit dem Motorrad von Tana aus nicht machbar war. Sehr schlechte Strassen, Flussdurchquerungen, die meisten Brücken sind nach einem Zyklon zerstört und wurden nicht wieder repariert, …. Wir gaben dieses Reiseziel daher vorerst auf, nahmen uns aber vor, Masoala bei einer weiteren Reise zu besuchen. Nachträglich, nach unserem ersten Motorrad-Trip in andere Regionen Madagaskars und nach den Gesprächen mit unserem Guide im Masoala-Nationalpark war klar, dass das ein guter Ratschlag von Manfred und eine weise Entscheidung war. Jean Emile, unser Guide im Masoala, erzählte uns später, dass eine Reise nach Tana ein großer Traum von ihm sei. Allerdings wäre Tana über die Straße nur auf einem LKW in einer mehrtägigen und teuren Reise zu erreichen. Unser Tipp – alle Reisen in Madagaskar sehr genau planen und unbedingt mit Einheimischen absprechen.

Nachdem eine Anreise per Motorrad (praktisch unmöglich) oder per Geländewagen (falls überhaupt möglich) mehrere Tage gebraucht hätte, entschlossen wir uns zu einem Flug von Tana nach Maroantsetra. Also ab zum Flugplatz. Einchecken – Übergewicht neun Kilo – zahlen. Naja, der Wein ist teuer… Nach einer guten Stunde landen wir im Regen in Maroansetra, werden dort von einem überoberklapprigen R4 mit großen Löchern im Bodenblech – zum Hafen gebracht. Dort wartete schon ein kleines Boot, das uns in etwa 1.5 Stunden quer über die Antongil Bucht zu unserem Ziel – der Tampolodge – bringen sollte. Wir hatten uns diese Lodge im Internet ausgesucht, und gleich für 5 Nächte gebucht. Sie liegt mitten im Nationalpark am Meer und ist nur per Schiff oder zu Fuß nach einem mehrtägigen Marsch erreichbar. Das Boot hatte leider kein Dach und es pisst… Also Schuhe aus und Regenjacken an, Schal um, Gepäck unter eine Plane und ab geht’s samt Guide Jean… Richtung Tampolodge.

Vor der Abfahrt stieg auch unser Guide namens Jean Emile zu. Zu unserer Überraschung sprach Jean Emile recht gut deutsch (jeanemilerakotonarison@yahoo.fr). Seit einigen Jahren kommt ein Biologe aus Deutschland regelmäßig nach Masoala, bringt Unterrichtsmaterial mit und lehrt die Guides und andere Interessierte die deutsche Sprache. Jean Emile war oft mit seinem Deutschbuch beschäftigt und wollte immer neue Begriffe und Redewendungen lernen, die er stets in seinem Heft aufschrieb und immer mal wieder anbracht. Die Touristen, die vor uns in der Tampolodge war, hatten ihm ein Kartenspiel geschenkt und wir konnten/mussten fast jeden Abend vor oder nach dem Essen mit Jean Emile eine Runde UNO spielen. Sein „Nicht“, wenn er nicht legen konnte, wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Hütte direkt am Strand, nur ein Baum verdeckt die direkte Sicht auf die Wale. Die Hütte ist wirklich einfach, aber okay. Leider kein Strom und ziemlich feucht. Heißt – kein warmes Wasser, kein Föhn, keine Wärmflasche. Jano.. Aber gutes Essen im Restaurant und nette Leute. Nach dem verspäteten Frühstück ist erst mal bissle Relax angesagt, bissle lesen, bissle dösen, dann Mittagessen, dann bissle lesen, bissle dösen, Wale beobachten, Achim massieren, Wale beobachten. Jetzt ist dunkel, die Fledermäuse umzirkeln uns, wir haben uns einigermaßen installiert und jetzt mal sehen – Watch what happens!

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