11. – 14. April 1976 – Regen in Meknès und Rabat
11. April 1976 – Morgens Regen und den ganzen Tag bewölkt und windig. Es hatte bis abends 16:00 Uhr geregnet. Dann gingen wir in die Altstadt von Meknès und aßen Brochette, Salat und Brot. Anschließend noch Kaffee getrunken und einem Fußballspiel im Fernsehen zugeschaut. Hartmut und Manfred gingen dann nochmals in die Medina. Ich ging zum Zeltplatz zurück, da mir schlecht war. Abends bis 23:00 Uhr allein im Bus gehockt, sehr kalt!




12. April 1976 – Morgens um 9:00 Uhr weckte mich Hartmut auf. Es hatte die ganze Nacht geregnet und wir wollten weiterfahren. Weg vom Regen in wärmere Gefilde. Aber es regnete so stark, dass wir das Zelt nicht abbauen konnten. Außerdem froren wir alle und unsere Schuhe waren total nass. Als es um 12:00 Uhr endlich nicht mehr so sehr regnete, packten wir ein. Aber die Rezeption war bereits geschlossen und wir mussten bis 14:00 Uhr warten, also war 2 Stunden im Bus rumsitzen angesagt. Auf der Fahrt nach Rabat regnete es wieder wie verrückt. Ich fror ständig (wahrscheinlich Fieber) und hatte Bauchschmerzen. Abends übernachteten wir auf einem kleinen Campingplatz 18 km südwestlich von Rabat. Einzige Camper dort. Hartmut und Manfred gingen gegen 19:00 Uhr in ein Restaurant. Mir war schlecht, ich ging daher nicht mit. Beide kamen gegen 23 Uhr besoffen zurück. Es regnete wieder die ganze Nacht.
13. April 1976 – Die ganze Nacht kaum geschlafen. Hartmut und Manfred schnarchten in ihrem Suff. Platzangst im Bus. Endlich hatten wir schönes Wetter. Den ganzen Tag Sonnenbaden, Boule spielen am Strand. Abends toller Sonnenuntergang über dem Meer. Manfred ist der Wein nicht bekommen. Ihm war den ganzen Tag schlecht. Wir blieben daher auf dem Campingplatz, waren nur 1 Stunde am Strand, der voller Teer war und spielten Boule. Abends klopfte es an die Tür des Busses und draußen stand ein Berliner, der mit dem Mofa durch die spanische Sahara wollte. Er war schon sieben Wochen unterwegs und erzählte von deutschen Campern, die in der Ölwanne Haschisch nach Deutschland schmuggeln wollten. Ein Haschischhändler hatte die deutschen Urlaubern wohl überzeugt mitzumachen.





14. April 1976 – Wir fuhren morgens nach Rabat rein. Ölwechsel, Bank, telefonieren. Mein Gespräch kam leider nicht zustande. Wir schauten uns dann Rabat an und kauften in der Medina etwas Silberschmuck. Mittags waren wir zurück am Meer. Außerdem haben wir Sidi wieder getroffen mit seinem amerikanischen Freund. Weiterfahrt nach Mohammedia und Übernachtung im Camping Loran. Abends 19:00 Uhr genossen wir das Fußballspiel Real Madrid gegen Bayern München (0:2) bei einem Marokkaner, anwesend war eine deutsche Familie, ein Deutscher mit Sohn, der hier schon 3,5 Jahre wohnte, und einige Marokkanern. Es gab Pfefferminztee und warme Mandeln. Später kam es zu einem Gespräch über Agadir. Die Erdbebenopfer wurden unter Eukalyptusbäumen begraben und es wurde verboten zu bauen wo Leichen liegen.




15. April 1976 – Heute gab es erst einmal ein Grundsatzgespräch mit Hartmut, wie die weitere Reise verlaufen sollte. Ob Badeurlaub oder Land anschauen. Gegen 13:30 Uhr fuhren wir dann weiter nach El Jadida. Auf dem Weg besichtigten wir Casablanca und natürlich den Hafen.
16. April 1976 – In El Jadida besichtigten wir die Cité Portugaise und fuhren dann weiter nach Essaouira. In Safi nahmen wir einen Tramper mit, einen Franzosen, der am nächsten Tag bis kurz vor Agadir mitfuhr. Von Essaouira bekam ich nicht viel mit, mir war den ganzen Tag schlecht – Fieber, Halsschmerzen. Ich begann Penicillin und Gelonida zu nehmen, um die Sache nicht ausufern zu lassen. Abends war starker Wind und es regnete.
17. April 1976 – Weiterfahrt nach Agadir. Ich lag die ganze Zeit im Wagen und hatte dauernd das Gefühl, als ob ich mich erbrechen müsste. Agadir war eine total kaputte Stadt. Große Hotels, Touristenkaff, auf dem Campingplatz viele deutsche Rentner mit Wohnwagen und Range Rovern, die hier den Winter verbrachten. Immer noch leichtes Fieber, aber wenigstens schönes Wetter.
18. April 1976 – Bedeckt, es regnete wieder. Mir ging es inzwischen wieder recht gut. Heute war wohl Ostern. Hier merkte man nichts davon. Wir waren den ganzen Tag auf dem Zeltplatz.
19. April 1976 – Morgens fuhren wir Richtung Casablanca an einen Strand. Es war ein sehr schöner Sandstrand und bis auf ein paar Kamele, die Sand transportierten, war niemand da. Wir blieben bis abends um 17:00 Uhr, fuhren dann zum Campingplatz und aßen Reis mit Soße und Salat. Herrliches Wetter inzwischen.
20. April 1976 – Gegen Mittag gingen wir den Berg hoch auf dem die Ruinen des früheren Agadir stehen. Agadir wurde 1960 durch ein Erdbeben vollständig zerstört. Es war ein etwa 2 Stunden dauernder Trip.















