12. Mai 2026 – Fahrt ans Meer
Ich bin nachts aufgewacht und konnte nicht weiterschlafen. Um 4 Uhr morgens rief der Muezzin zum Gebet. Mit einem Brösel schlief ich dann und wachte erst um 8:30 Uhr auf. Karin war bereits duschen und saß in der Sonne vor dem Bus. Wir bezahlten 64 € (2 Nächte zu 17 € plus das Abendessen) und gingen nochmals auf „Schlangenjagd“. Tatsächlich fanden wir noch eine grosse Ringelnatter, die in einer Böschung schlief. Als Karin sie antupfte, verschwand sie in einem Loch, ohne dass wir ihren Kopf sehen konnten. Wir verliessen den Camping und fuhren Richtung Elbasan. Der ganze Abschnitt des Ohridsees auf albanischer Seite bot immer wieder schöne Badeplätze. Bei Lin, hier beginnt der Anstieg über das Mokra-Gebirge, hatten wir noch eine schöne Aussicht auf den See. Es gab dort einen Camping, den wir uns merken. Der Camping Erlin bei Lin lag in einer schönen Bucht. Wenn wir mal wieder vorbeikommen, werden wir ihn anschauen.




Unterwegs gab es einige Eisenbahnbrücken, von denen wir nicht wissen, ob sie noch genutzt werden. In den Dörfern sahen wir oft aufgegebene Fabriken, aus denen die Ziegelsteine des Erdgeschosses irgendwo wiederverwertet wurden. Am Strassenrand wurden wir auf Leute aufmerksam, die Kirschen anboten. Wir hielten an einem Gemüsestand an und kauften 1 kg sehr gut schmeckende Kirschen für 10 €. Am Stand wurden auch weisse Maulbeeren (schmeckten uns nicht so gut) und Erdbeeren angeboten. Die grünen Früchte werden in Albanien Dovcha genannt. Es handelt sich dabei um unreife, grüne Aprikosen, die mit etwas Salz gegessen werden, um den sauren Geschmack auszugleichen. Die Temperaturen waren auf 26 °C angestiegen.





Die Strecke bis Elbasan, eigentlich nur ca 60 km, zog sich, denn es gab viele Baustellen, weil gerade eine Autobahn gebaut wurde. Als Autofahrer ist man übrigens in Albanien gut beraten, wenn man die Fahrbahn immer im Auge behält. Es gibt immer wieder tiefe Schlaglöcher, die man sehr spät erkennt und die schwere Schäden am Fahrwerk verursachen können. Unterwegs tankten wir noch voll. Diesel kostete 192 Leke = 2,01 € pro Liter.
Wir fuhren ins Zentrum von Elbasan und frischten in einem Supermarkt unsere Vorräte auf. Die Innenstadt war voller Leute, überall moderne Restaurants, die viele Gäste hatten. Angesichts des Verkehrs änderten wir unseren Plan über Tirana zu fahren. Wir fuhren stattdessen die SH7 Richtung Durres. Neben der Ausfallsstrasse sahen wir die Ruinen des Kombinats „Stahl der Partei“ am Stadtrand von Elbasan. Es war der größte Industriebetrieb des sozialistischen Albaniens und Herz der albanischen Metallindustrie. Der Komplex zählte 520 Gebäude, 47 km Eisenbahnstrecken, 22 km Straßen und 12.000 Beschäftigte. Heute dient sie nur noch Fotographen die „lost places“ lieben.
Unser heutiges Ziel war der Kamping Pa Emer. Die Zufahrtsstrasse waren wir im November 2024 schon mal gefahren und sie ist immer noch gleich schlecht. Ein Schlagloch am Anderen, immer wieder war es schwer rechtzeitig die Betonschwellen zu sehen, die die Geschwindigkeit der Autos bremsen sollten. Dabei ist hier eine grosse Baustelle. Eigentlich ist es nicht übertrieben zu sagen, dass ganz Albanien eine Baustelle ist.
Wir machten den Check-In an einem Blockhaus oben am Berg, 28 € pro Nacht, suchten uns dann einen von 2 verfügbaren Plätzen aus, der schön unter Pinien lag und daher etwas Schatten bot. Perfekt. Der Camping war sehr schön angelegt. Sandstrand, die erste Reihe waren WoMo direkt am Strand, ein Holzsteg führte über das Meer zu einer kleinen Insel. Auf der Insel war ein Restaurant mit einer Art Pool im Meer und Liegeflächen. Vorrichtungen für Sonnenschirme und ein paar Liegen. So etwas hatten wir in Europa noch nicht gesehen. Das Restaurant war leider noch geschlossen und es ging ein unangenehmer Wind. Daher gingen wir zurück. Karin kochte Spaghetti, ich begann den Blog zu schreiben.








Leider rauschte auf dem Feldweg neben dem Kamping heute Nachmittag ein LKW nach dem Anderen vorbei, alle 5 – 10 min. Der Lärm und Staub, den die LKW machten, störte sehr.
Die LKWs machten um 18 Uhr Schluss, so dass wir den ersten Sonnenuntergang dieses Urlaubs geniessen konnten.







