15. Mai 2026 – Zurück nach Italien
Da wir beim Bezahlen etwas warten mussten, konnten wir nochmals das Blockhaus und dessen Aussicht aufs Meer bewundern. Rings um das Haus wuchsen Maulbeerbäume, deren Früchte teilweise schon reif waren.





Um 10 Uhr verliessen wir den Camping, wir hatten gestern bereits bezahlt (28 € pro Nacht). Wir hatten genügend Zeit und fuhren erst südwarts zum Nationalpark „Divjaka-Karavasta“. Aber zuerst kauften wir noch im MaxiStore ein und dann ging es auf die 4-spurige SH4, die immer wieder tiefe Schlaglöcher hatte. Wir zweigten auf die SH57 ab und erreichten Divjaka, ein recht schönes Dorf. Die Strasse zeigte ein ganz neues Bild von Albanien, schöne neu gebaute Häuser, Gemüseanbau unter Folientunnel, eine schnurgerade Hauptstrasse mit Geschäften rechts und links. Bei Karavasta kamen wir in ein Waldgebiet. Es gab viele Tavernen und Ferienwohnungen im alten Stil. Offenbar kommen viele Albaner am Wochenende. Ich wollte eigentlich zum Vogelbeobachtungsturm, aber die Strasse endete einfach und ging in einen Feldweg über, der nur noch aus wassergefüllten Pfützen bestand.

Wir fuhren auf einem Sandweg noch etwas weiter, konnten den Naturpark aber nicht finden, denn wir waren in die falsche Richtung unterwegs. Hier hätte man sehr gut am Meer stehen können, denn statt der Lagune sahen wir das Meeresufer. Also zurück zur Strasse und dann zum Besucherzentrum des Nationalparks. Ein Schild zeigte, dass es verschiedene Trails gab, die ausgeschildert waren. Unter anderem gab es einen Pelikan-Trail, der wohl zu den Plätzen führte, an dem man die brütenden dalmatinischen Pelikane beobachten konnte. 5 % der Weltpopulation dieser Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus) brütet wohl hier. Er ist eine der seltensten Pelikanarten und mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,5 Metern einer der größten flugfähigen Vögel der Welt.



Dort putzte sich ein Pelikan gemütlich das Gefieder. Er hatte sich die Flügel gebrochen, wurde dort gepflegt und bleibt seither. Wenn man direkt neben ihm steht, wurde einem erst klar, wie gross diese Vögel sind. Nebenan war eine kleine Ausstellung über den Park und die Tiere, die hier vorkommen. Und es gaben einen hohen Turm, von dem man des Gebiet überblickt hätte. Leider drängte die Zeit, denn wir mussten zurück nach Durrës. Um 17 Uhr sollte die Fähre ablegen und wir wollten vorher noch Mittagessen.




Wir beobachteten noch die Fütterung des Pelikans, der kleine Sardinen bekam. Der Pfleger legte die Sardinen an verschiedenen Stellen auf den Boden. Der Pelikan sammelte dann jede einzelne Sardine auf und schluckte sie. Der zweite Platz war in der Nähe eines Pärchens, das laut kreischte, als der Pelikan direkt neben ihnen landete.






Als wir den Wald verliessen, wand sich kurz vor unserem Auto eine Schlange über die Strasse. Sie verschwand gerade in der Böschung als wir da waren. Und gleich danach fuhren wir hinter einem Eselkarren her, der auch das Hindernis auf der Strasse überwinden musste.


Wir fuhren eine Stunde (60 km) zurück nach Durrës, ins Verkehrschaos. Eine Einfallsstrasse war gesperrt, der Verkehr wurde sofort chaotisch. Wir mussten eine Stück Autobahn weiterfahren, dort umkehren, wieder zurück in die Stadt. Wir parkten an einer Hauptverkehrsstrasse, die gerade verbreitert wurde und obwohl es viele Lokale entlang der Strasse gab, fanden wir nur eine Pizzeria, alles andere waren Cafés und Bars. Also aßen wir halt Pizza, kauften noch Brot in einem Supermarkt und tranken dann noch einen Kaffee.

Der Weg zum Hafen ging dann wieder über einen langen Stau. Wir brauchten fast 30 Minuten, um zum Fährterminal zu gelangen, das eigentlich nur 500 m Luftlinie entfernt lag. Tickets abholen, durch den Zoll fahren. Als wir Proviant für die Überfahrt zusammenpacken wollten, kam ein Einweiser an, klopfte ans Fenster und war etwas unwirsch. Wir sollten sofort aufs Schiff fahren. Sie lenkten uns nach ganz nach unten, aufs unterste Deck. Die Autos rechts und links waren so eng geparkt, dass man kaum aus der Schiebetür konnte. Dann ging es eine Treppe hoch, zwischen schon verspannten Motorrädern durchkrabbeln – ein Spanngurt wurde von einem Besatzungsmitglied auf mein Drängen hin gelöst- und noch 3 Treppen bis zur Rezeption – der Aufzug war außer Betrieb. Keuchend kamen wir oben an, bekamen die Zimmerschlüssel und mussten noch einen Stock hoch zu den Kabinen. Dieses Mal trug ein Steward einen Teil unseres Gepäcks. Die Fähre fuhr wieder mit Verspätung ab, 30 min plus.
Es war schönstes Wetter als wir ausliefen. Leider klappte es aber nicht mit einem schönen Sonnenuntergang, eine Wolke hatte sich vor die Sonne geschoben und wollte nicht weichen.




Die Fähre AF Claudia hatte im Inneren recht wenig Sitzgelegenheiten und es gab auch nur 6 Bänke auf dem Hinterdeck. Kein Stuhl, kein Tisch und keinen Pool im Aussenbereich – auf der AF Mia war das viel schöner. Erst als das Selbstbedienungsrestaurant öffnete, gab es mehr Sitzplätze. Das Essen war übrigens nicht teurer als am Festland. Also beim nächsten Mal darauf achten, welches Schiff gerade welche Strecke fährt.


Weder in Albanien noch in Nordmazedonien mußten wir Geld wechseln. Wir konnten immer mit Euro oder per Visa-Karte bezahlen.
