19. September 2022 – Pompeji
Morgens bei strahlendem Sonnenschein und warmem Wetter aufgewacht. Paolo, der Manager der Masseria, brachte um 8.30 Uhr Brötchen und Brot mit, die ich bei ihm per Whatsapp bestellen konnte – welch ein Service. Die Nacht war leider nicht so glücklich, denn ich litt unter schlimmen Bauchkrämpfen. Karin und ich hatten bis auf einen Käse das Gleiche gegessen. Da sie keine Probleme hatte, war wohl dieser Käse die Ursache. Wir beschlossen ihn gleich zu entsorgen. Nach der üblichen Entsorgungsprozedur – der Toilettentank war nach der nächtlichen Sitzung randvoll – verabschiedeten wir uns von einem jungen Pärchen aus der Traunsteiner Gegend, die wir auf dem Platz kennengelernt hatten und fuhren über Potenza nach Pompeji bei Neapel. Die „Autobahn“ war eine einzige Baustelle. Praktisch die ganze Strasse war in miserablem Zustand und selbst die neu geteerten Bereiche hatten schon wieder Mulden. Auf jeder Brücke – und davon gab es einige – hatte man ein mulmiges Gefühl. In Pompeji fuhren wir direkt den Camping Zeus an, denn dieser liegt genau dem dem Eingang zur archeologischen Stätte. Er ist eine Mischung aus Parkplatz für Tagesausflügler und Campingplatz. Als wir bei der Information fragen, ob es einen Shuttle auf den Vesuv gibt, wurden wir informiert, dass man oben ein Ticket braucht, das man nur im Internet kaufen kann. Leider waren für heute und morgen auch keine Tickets mehr erhältlich. Erst am 21. September gab es wieder Tickets zu vernünftigen Zeiten. Wir fragten weiter nach einer Tour mit Führer durch die Ausgrabungen in Pompeji und hatten Glück, denn 15 Minuten später konnten wir an einer Führung in englischer Sprache teilnehmen. Wir waren 14 Teilnehmer und hatten einen smarten Führer, der uns einiges über die Geschichte der Stadt erzählen konnte.


In seiner etwa siebenhundertjährigen Geschichte wurde Pompeji von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt. Es war eine reiche Stadt, wo sich viele wohlhabende Römer ihre Villen bauen ließen. Die Stadt lag damals direkt am Meer (heute ist das Meer etwa 2 km entfernt). Die Römer eroberten im Jahr 89 v.Chr. die Stadt. Das Aussehen der Stadt im 1. Jahrhundert n. Chr. war hauptsächlich von den Römern geprägt. Im Jahr 62 n.Chr. wurde Pompeji von einem starken Erdbeben erschüttert, das erhebliche Schäden anrichtete. Als die Stadt 17 Jahre später vom Vesuv ausgelöscht wurde, war die Rekonstruktion noch nicht abgeschlossen, die Pompeijaner hatten die Beschädigungen durch das Erdbeben zum Anlass genommen, die Stadt noch prächtiger wieder aufzubauen.
Die Eruption im Herbst 79 n. Ch. schleuderte große Mengen von Asche, Lava und Gasen in die Atmosphäre. Diese Wolke wurde vom Wind über das Land in Richtung Pompeji getragen. Kurz nach Beginn des Ausbruchs begann es, Bimsstein zu regnen. Unter dem Bimssteinstaub befanden sich größere Stücke, die mit hoher Geschwindigkeit auf die Erde prallten. Dieser Bimsstein brachte zahllose Dächer zum Einsturz, blockierte Türen und schloss Bewohner der Stadt ein. Eine zweite Eruption folgte wenige Stunden später und die anschliessende Glutlawine tötete die Wenigen noch Überlebenden. Die Stadt war danach unter einer bis zu 25 m hoch Schicht begraben. Vor dieser Katastrophe war der Vesuv fast tausend Jahre lang ruhig geblieben, der Vulkan hatte keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben und schien erloschen, so dass sich die Bewohner der Umgebung absolut sicher wähnten.
Die Führung dauerte 2 Stunden und brachte uns zu einigen Attraktionen der Stadt. Imposant fanden wir die Ausmaße der Stadt und der teilweise sehr gute Erhaltungsgrad. Die Wege mit ihren Überquerungssteinen – antike Zebrastreifen – waren besonders gut erhalten. Viele Häuser waren natürlich unter der Last der Asche zusammengebrochen, aber man kann sich vorstellen, wie das mal ausgesehen haben könnte. In manchen Häusern waren Fresken und Bodenmosaike sehr gut erhalten.

















