20. September 2022 – Vesuv

Nachdem wir gestern Abend diverse Reiseberichte über die Ersteigungsmöglichkeiten des Vesuvs im Internet gelesen hatten, haben wir uns dazu entschlossen, den Vulkan per Fahrrad zu erklimmen, zumindest soweit wir kommen würden, denn bis zum Kraterrand sind es 1200 Höhenmeter. Also Räder fertigmachen, Wasser einpacken und los gehts. Achims Computer am Fahrrad hat gestern schon bissle gesponnen, aber jetzt machte er keinen Mucks mehr. Ojeee, alles gute Zureden half nix, im Internet nachschauen auch nicht und so sah ich uns im rest lichen Urlaub schon laufen statt fahren. Achim kam dann auf die Idee, den Akku direkt am Fahrrad an den Strom zu hängen und siehe da, diese kombi erweckte ihn zum Leben und wir konnten los. Die Komoot App wies uns den Weg und es ging durchs Dorf bergauf Richtung Vesuv. An einem Obststand an der Strasse kauften wir ein paar Früchte und kauk wieder losgefahren, erschreckten uns 2 Hunde, die plötzlich auftauchten und uns bellend und zähnefletschend hinterherrannten. Zum Glück waren sie wenig ausdauernd.

Enge Straßen, viele Autos, die in einem Affentempo an uns vorbeidonnerten und natürlich liessen wir uns von Einbahnstraßenschildern nicht abhalten, in falscher Richtung den Berg hochzustrampeln, mit dem Ergebnis, dass Achim meist noch durchkam, ich aber warten musste und schwupps war er weg. Unser Thema eben….aber wir haben uns dann wieder gefunden und es wurde steiler und steiler. In den Berg rein gebaut sahen wir lauter tolle Hotels, viele von ihnen wurden nur für Hochzeitsevents genutzt, hatten riesige Auffahrten mit potthässlichen Säulen, aber einen genialen Blick über Pompeji und die Bucht von Sorrento. Achim musste mehrfach zurück schalten, es wurde echt sausteil und da ich ja etwas leichter bin, fuhr zur Abwechslung ich mal voraus, bis ich vor drei verschlossenen Toren stand. Oje, kein Durchkommen. Das war aber sowas von zugesperrt, wie der Typ vom Campingplatz uns gesagt hatte. Aber wir dachten, es wäre ganz oben am Krater gesperrt, weil man ohne Tickets sowieso nicht reinkommen würde. Aber da vor einiger Zeit ein heftiger Waldbrand gewütet hatte, haben sie den Zugang über diese Seite zugemacht. 340 Höhenmeter vergeblich gefahren, dabei hätten jetzt die Serpentinen begonnen, die viel einfacher zu fahren gewesen wären. Tja uns blieb nix anderes übrig, als ein paar Fotos zu schiessen und wieder runterzufahren.

Auf dem Rückweg stand vor einem der Luxusresort ein Annonengewächs, den Baum bewunderten wir natürlich. So aussehende Früchte waren uns noch nie begegnet. Im Ort Boscoreale gönnten wir uns ein Kaffeeeis und beobachteten zwei Italiener beim lautstarken Karten spielen im Dorfpark. Gleich nebenan kauften wir in einer von außen kaum sichtbaren Bäckerei, bei der ein dichter Fliegenvorhang keinen Blick in Innere zuliess, noch Brötchen und etwas Süsses, dann liessen wir uns den Berg hinunterrollen. Zufällig kamen wir an dem Restaurant vorbei, zu dem wir gestern eigentlich gehen wollten, aber es war leider heute geschlossen. Doch die nette Bedienung schickte uns zu einem Anderen, markierte es sogar in Google Maps und wir brauchten nur noch der Route zu folgen. Im Shaval bekamen wir ein leckeres Mittagessen – Spaghetti Carbonara und Nudeln mit Meeresfrüchten – zu allerdings auch etwas höheren Preisen als gewohnt. Danach ging es erst mal zurück zum Bus. Karin hatte sich in einem Schlagloch in der Strasse den Rücken gestaucht und musste erst mal die Schmerzen lindern. Dabei muss man bemerken, dass Italiens Strassen – zumindest im Süden – praktisch nur eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern sind. Radfahren macht hier definitiv keinen Spass.

Nach einer kleinen Mittagspause machten wir uns zu Fuß nochmal auf den Weg, um das Museum zu besichtigen, in dem viele Originale von Pompeji ausgestellt sein sollen, aber auch da hatten wir Pech, Dienstags geschlossen…. hmmm, heute geht aber vieles schief. Na denn, wieder zurück zum Bus, mit den Rädern zum Supermarkt und einkaufen. Wenigstens damit hatten wir Erfolg und das mit dem Museum machen wir eben morgen.

Naja, wir haben alles heil überlebt, Erfahrung gesammelt und hatten trotzdem einen schönen Tag. Das Abendessen vor dem Bus wurde begleitet von zig Schnaken, die uns umschwirrten und versuchten den Bus zu entern. Bei jedem Öffnen des Moskitonetzes an der Schiebetüre gelang es Einigen dieser Plagegeister diese Hürde zu überwinden. Die Nacht wird sicher unruhig werden, denn killen kann man die vielen Biester nur mit viel Zeitaufwand.

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