21. September 2022 – Sorrento

Gleich am Morgen gingen wir zum Eingang des archeologischen Parks und fragten nach Eintrittskarten für das Antiquarium – das Museum das wir noch sehen wollten. Wir mussten nochmals 2 Eintrittskarten für das ganze Areal kaufen. Blöd, denn 2 Tage zuvor standen wir schon vor dem Museum, das aber leider vor unserer Nase schloss. Also gingen wir wieder durchdie Porta Marina und direkt zum Museum. Wie erwartet, zeigte es unvorstellbare Fresken, Statuen, Bilder aus einer Zeit, die wir uns nicht vorstellen können. Gleich am Anfang, noch ausserhalb des Museums standen zwei Statuen hinter einer Glaswand, eine aus Terracotta aus dem 5. Jahrhundert vor Christus – 2500 Jahre alt. Bis auf die fehlenden Teile sahen sie fast neu aus. Hinter der Statue sah man noch den Originalstaub, mit dem ganz Pompeji bedeckt war.

Neben vielen Originalen – Tontöpfe, Metallgefässe, Statuen, Säulenverkleidungen wurden auch Gipsausgüsse von Leichen ausgestellt. Diese Lebewesen – Hund, Pferd und Menschen – starben bei dem Vulkanausbruch. Sie hinterliessen in dem Lavastaub, der Pompeji zudeckte, Aushöhlung. Als man diese Leerräume entdeckte goss man sie mit Gips aus, um zu sehen, was sich in ihnen verbarg. So kann man 2000 Jahre nach ihrem Tod noch sehen, wie sie gelegen haben, als sie starben. Bei den Ausgrabungen wurden etwa 2000 Leichen entdeckt – man geht daher davon aus, dass doch viele Bewohner rechtzeitig fliehen konnten.  

Bei der Besichtigung durften wir zuhören, wie eine Führung durch die Ausstellung in Schweizerdeutsch klingt. Ein Schulklasse wurde von einer Lehrerin mit kratziger Stimme in breitestem Bernerdeutsch über die Zusammenhänge informiert.

Um diese Zeit war die Ausgrabungsstätte wirklich voller Leute. Auch Asiaten wieder in grosser Zahl. Überall hörte man die Guides, die in unterschiedlichen Sprachen diese Welt der alten Römer erklärten. Es war wohl wirklich besser, dass wir die Führung erst nachmittags gemacht hatten, da war alles viel entspannter. So beschlossen wir durch Blickkontakt, dass wir diese Stätte lieber wieder verlassen. Noch ein paar Fotos gemacht und dann ging es zurück zum Camping. Das letzte Bild dieser Serie zeigt den Boden der Wege in Pompeji, zwischen vielen Steinen waren weisse Marmorstücke eingelassen, die nachts im Schein der Fackeln den Weg widerspiegelten. Waren ganz schön klug, diese Römer.

Als wir den Camping bezahlten, zeigte uns der Besitzer ein paar Bilder auf seinen Handy. Er meinte, wenn wir mal einen guten Blick auf den Vesuv und die Gegend um Neapel haben wollen, dann sollten wir mit der Seilbahn auf den Monte Faito hochfahren. Er stiess auf offene Ohren, denn wir liessen uns den Weg auf Google Maps eintragen und fuhren nach Castellammare di Stabia, dem Ort, an dem die Seilbahn abging. Vorher tankten wir noch für 1,70 € / Liter Diesel. Wir steuerten in diesem Ort einen bewachten Parkplatz am Hafen an. Der Aufseher half sogar beim Einparken, aber dummerweise war er hinter dem Fahrzeug, als ich rückwärts ein parkendes Auto rammte. Eine Plastikscheibe des Rücklichts bekam eine Riss, dem anderen Auto sah man nichts an. Wir parkten 2 PKWs relativ stark ein, aber der Aufseher meinte “kein Problem”. Also ging es los mit den Rädern in die Altstadt. Nichts zu sehen von der Seilbahn und tote Hose in Google Maps – kein Hinweis. Wir fragten eine Frau, die zeigte die Strasse entlang und dann rechts. Rechts ging es aber steil den Berg hinauf. Ohne Nachzudenken fuhren wir bis zu meiner Erschöpfung immer weiter den Berg hinauf – es wollte nicht enden, alles Kopfsteinpflaster und es gab keine Abzweigung. Nach einigem Schieben des Rads landeten wir schliesslich an einer Hauptstrasse und überlegten dass eine Talstation nie und nimmer mitten am Berg gelegen ist. Also fuhren wir wieder bergab ins Stadtzentrum und suchten am Himmel nach den Seilen der Bergbahn. Nur mit Glück fanden wir schliesslich die Talstation der Seilbahn, denn die Drahtseile waren selbst in der Nähe nicht zu sehen. Wir kauften am Bahnhof, dort ging auch die Seilbahn auf den Monte Faito ab, Tickets – 8 € pro Person – für 13:40 Uhr, dem nächsten Aufstieg und fuhren – mit Maske – den Berg hoch. Oben war es erfrischend kalt und direkt an der Bergstation gab es ein Restaurant im Stile einer Berghütte. Karin hatte natürlich einen Pullover dabei, ich nicht. Wir gingen erst in die falsche Richtung durch einen Wald, der jeglichen Blick auf den Vesuv versperrte. Dann kehrten wir um und gingen in die entgegengesetzte Richtung und recht schnell gab es offene Sicht auf des Golf von Sorrent und die vorgelagerten Inseln. Die Gegend um den Vesuv ist dichtest besiedelt, wie man von hier oben sehen kann.

Auf dem linken Bild des Vulkans kann man gut erkennen bis wohin wir mit den Rädern hochfahren konnten. Kurz vor dem Beginn der Serpentinen war Schluss.

Auch die Ausgrabungsstelle in Pompeji war von der Seilbahn aus gut zu erkennen. Wenn mit dem Mauscursor über das Bild fährt, bekommt man einen Ausschnitt vergrössert – ausprobieren.

Das Ausparken war problemlos, da tatsächlich beide Autos, die wir etwas eingeparkt hatte, weggefahren waren ohne an unserem Auto Kratzer zu hinterlassen. Wir fuhren die Küstenstrasse weiter nach Sorrent. Von der Strasse hatte man tolle Ausblicke auf das Meer. Die Städte sind alle auf den Klippen gebaut. Nach mehr als einer Stunde Fahrt für 15 km, die durch mehrere Ortschaften ging, kamen wir am Villaggio Campeggio Santa Fortunata an und bezogen den von Lisa und Julian vorreservierten Stellplatz. Der Camping hat nur wenige Stellplätze für Wohnmobile, sondern besteht zum größten Teil aus Bungalows. Gleich hinter dem Eingang stand das rollende Hotel, das wir auch bei anderen Reisen schon mal sehen konnten. Zum recht kleinen Strand ging es steil den Berg hinab. Das Tor zum Strand war um 17.30 Uhr bereits geschlossen, vielleicht auch weil dort keine Sonne mehr hinschien und sich eine steife kalte Brise entwickelt hatte. Selbst im Pool waren angesichts des Wetters um diese Zeit nur noch wenige Besucher. Der Sitzplatz hinter dem Bus mit einem schönen Blick aufs Meer war uns zu kalt, um dort das Abendessen zu geniessen. Im Bus aßen wir dann köstliche Nudeln mit angebratenem Radicchio in Balsamico mit Weintrauben.

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