21. – 24. April 1976 – Marrakesch
21. April 1976 – Hartmut und Manfred gingen morgens zum Strand und lernen prompt zwei Mädels kennen. Gegen 14:00 Uhr fuhren wir weiter nach Taroudannt, das südlich des Atlasgebirges liegt. Sehr schöne Stadt, die ganz von einer Mauer umgeben war. Wir tätigten ein paar Einkäufe – eine Kamelwolldecke und eine Holzpfeife. Auf einem Platz beobachteten wir eine Tanzgruppe und einen Schlangenbeschwörer, der Kobras und eine Sandviper beschwor. Für mich nahm er die Schlange sogar an den Mund. Als er sah, dass ich fotografieren wollte, kam er sofort näher und hielt die Hand auf. Ich gab ihm eine Kleinigkeit, damit er zufrieden war. Wir übernachteten irgendwo zwischen Taroudannt und Tizi n’Test. Es war nachts sehr heiss, so dass ich kaum schlafen konnte.


















22. April 1976 – Fahrt über den Tizi n’Test, einen 2093 m hohen Gebirgspass im hohen Atlasgebirge, nach Marrakesch. Unterwegs sammelten wir eine Tramper ein. Kaum angekommen auf dem Caming in Marrakesch kam ein Deutscher auf uns zu und erzählte, dass er gerade 14 Tage im hiesigen Knast verbracht hatte. Er wurde beim Haschischrauchen mit ein paar Marokkanern erwischt, die ihn wohl gegen Geld verpfiffen hatten. Nur durch Zufall, denn in seiner Zelle sassen noch Dänen und Schweden, konnte er durch die Intervention der schwedischen Botschafterin schon nach 14 Tagen herauskommen. Er hat erzählt, dass er mit 70 Anderen in einer 40 m² großen Zelle gesessen habe. Man konnte nicht auf dem Rücken liegen. Alle auf der Seite mit angezogenen Knien. Zum Essen gab es nur einen Kanten hartes Brot und Wasser. Sonntags für zwei Leute als Festschmaus eine kleine Dose ÖLsardinen. Er musste 4000 Dirham zahlen, damit er raus kam. Außerdem wurde er ausgewiesen und musste am nächsten Tag mit dem Flugzeug zurückfliegen. Die deutsche Botschaft unternimmt scheinbar nichts. Wir entschieden das bisschen Haschisch, das wir von einem Franzosen für ein paar Dirham gekauft hatten, sofort wegzuwerfen und gehen bald ins Bett.
23. April 1976 – Mir war morgens brutal schlecht, Brechreiz, Durchfall. Ich lag den ganzen Tag im Auto und pennte. Hartmut und Manfred fuhren mit 3 Erlangern, die wir auf dem Campingplatz kennengelernt hatten, in die Medina zum Einkaufen.
24. April 1976 – Wir fuhren in die Medina. Hartmut ging telefonieren, Manfred und ich warteten auf der Terrasse des Café des Glaciers, von wo man eine sehr gute Sicht auf den Platz hat. Anschließend latschten wir 3-4 Stunden durch die Medina. Feuerspucker, Schlangenbeschwörer (Puffotter, Kobras und so weiter). Später schauten wir in einem Café das Spiel Deutschland gegen Spanien an (1:1).













