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6. – 15. Mai 1976 – Rückreise

6. Mai 1976 – Weiterfahrt nach Fes. Es regnete den ganzen Tag. Vor Boulemane fuhren wir circa 50 km lang durch eine Ebene auf einer kerzengeraden Strasse durch den mittleren Atlas. In Fes ging es direkt zum Campingplatz.

7. Mai 1976 – Ständiger Regen. Hartmut ging morgens zur Post, bekam wieder keine Verbindung. Wir machten inzwischen einen Ölwechsel. Hartmut ging es plötzlich schlecht. Er mißt Fieber und hatte 39,8 und später sogar 40,4 °C. Da er Schütterfrost entwickelte, fuhren wir mit ihm ins Krankenhaus. Er bekam kostenlos !! ein Antibiotikum von Roche und fiebersenkende Tabletten. Wir organisierten Pizza zum Abendessen. Heute Nacht schlief ich im Zelt und es regnete wieder die ganze Nacht.

8. Mai 1976 – Morgens hörte der Regen auf, wir bauten das Zelt nach einiger Zeit ab. Hartmut ging es einigermaßen, Fieber war auf 37° gefallen. Wir lagen fast den ganzen Tag im Bus rum. 

9.5.1976 – Fahrt von Fes nach Tetuan. Wir fuhren die Nebenstrecke, die leider jede Menge Schlaglöcher hatte! Manfred verkaufte seine Hose für 100 Dirham. Nach kurzer Zeit kam der Käufer zurück und wollte sein Geld wieder haben. Er hatte entdeckt, dass am Aufschlag eine Stelle durchgescheuert war. Wir gaben ihm zweite Dirham zurück. Als wir aus der Medina rausgingen, stellte Manfred fest, dass seine Tasche offen ist und die Benzingutscheine mitsamt der Bezugsnachweiskarte fehlten. Da wir gelesen hatten, dass man diese Karte bei der Ausreise vorzeigen müsste, gingen wir zur Gendarmerie, um den Diebstahl zu melden. Sie schickte uns weiter zur Polizei, da sie glaubten, wir beschwerten uns, weil uns 20 Dirham gestohlen wurden. Als wir das Missverständnis endlich aufklären konnten, teilten Sie uns mit, dass wir morgen früh zum ersten Revier gehen müssten.

10.5.1976 – Vom ersten Revier wurden wir zum zweiten Revier geschickt. Ewig langes Rumsitzen. Nach mehr als 3 Stunden bekamen wir endlich eine Erklärung für die Grenze. Das Papier für diese Erklärung mussten wir natürlich extra in einem Schreibwarengeschäft kaufen. Wir fuhren zur Grenze, aber dort wurde die Karte überhaupt nicht verlangt. Die ganze Aufregung war umsonst. Dann kamen wir zur spanischen Grenze in Ceuta. Der Zöllner stocherte mit Drähten unter dem Dach herum. Da die Fähre erst um 19:00 Uhr ablegte, gingen Hartmut und ich essen und kauften Bacardi und Zigaretten. Überfahrt um 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr. Der spanische Zoll in Algeciras kontrollierte den Wagen gründlich. Alle Hohlräume des Wagens wurden mit Drähten ausgetastet, die Reifen untersucht, der Kanister gecheckt und im Motorraum alles abgeleuchtet. Wir waren froh, dass sie nichts fanden, denn es hätte ja sein können, dass jemand etwas unter dem Wagen versteckt hatte. Dann wären wir direkt ins Gefängnis gewandert. Nach mehr als einer Stunde durften wir endlich weiterfahren und kamen bis kurz vor Malaga. Manfred war den ganzen Tag schlecht und er musste sich in der Nacht übergeben. 

11. Mai 1976 – Wir fuhren von Malaga Richtung Murcia und erreichten Granada gegen circa 12:00 Uhr. Ich überredete die Beiden zur Alhambra zu fahren und den Eintritt von 70 Peseten zu löhnen. Leider hatten meine Begleiter so gar kein Interesse die Alhambra zu besichtigen. Ich verlor sie nach kurzer Zeit und lief alleine etwa 1 Stunde durch die Gebäude und bewunderte diese wunderschönen Räume, Höfe und Gärten.

12. Mai 1976 – Heute fuhr ich von Murcia bis Barcelona. In Barcelona irrten wir zu Fuss herum und kamen irgendwann zur Ramblas. Manfred und Hartmut wollten unbedingt das abendliche Fussballspiel Bayern München gegen St. Etienne anschauen. So gingen wir abends essen, anschliessend verschwanden die Beiden im Nebenraum. Ich ging stattdessen nochmals zur Ramblas und spazierte 1 Stunde durch die Nacht. Zurück im Restaurant entschieden wir einen Parkplatz zum Übernachten zu suchen. Das erwies sich als ziemlich schwierig. Wir kreuzten mehr als 30 Minuten herum, bis wir endlich eine Parklücke fanden.

13. Mai 1976 – Morgens um 8:00 Uhr wachten wir auf. Ein Mann lief dauernd um unser Auto und klopfte schliesslich ans Fenster. Er wartete bis wir endlich wegfahren, denn wir hatten seinen Parkplatz belegt und er musste dringend zur Arbeit. Wir fuhren zurück zu Ramblas, denn Hartmut und Manfred wollten sich noch eine Gitarre kaufen. Nach etwa eineinhalb Stunden rumlaufen, fanden wir gegen 10:00 Uhr endlich ein Gitarrengeschäft. Sie kauften beide jeweils eine Gitarre. Auf der Fahrt nach Argelès konnten wir ohne Schwierigkeiten die französische Grenze überqueren. Wir übernachteten nochmals am Camping Roussillonnais und gingen abends nach Argelès rein. Es war ein trostloser Ort, da fast alle Geschäfte und Kneipen geschlossen waren.

14. Mai 1976 – Wir schafften es nur bis Lons-le-Saunier (rund 700 km) und übernachteten dort im Bus.

15. Mai 1976 – Weiterfahrt nach Nürtingen (weitere 500 km), Ankunft um 15.30 Uhr. Abends gingen wir noch zusammen Essen im Ochsen. Wir waren fast 10000 km gefahren.

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