25. Februar 2025 – Monfragüe
Um 10:30 Uhr verliessen wir den Stellplatz in Ávila und fuhren auf der Landstrasse Richtung Plasencia. Der Himmel war verhangen mit dicken Wolken und die Temperatur bei nur 9 °C. Wir fuhren genau auf die schneebedeckten Berge der Sierra de Gredos zu. Einer davon heisst Serrota und ist 2292 m hoch, aber er hat noch mehrere etwa gleich hohe Nachbarn.



Auf dem Weg zu den Bergen fuhren wir durch Santa Maria de los Caballeros. In diesem Ort waren auf der Kirche, auf viele Strommmasten und in den Wiesen auffallend viele Störche.




Am Puerto de Tornavacas (Höhe 1278 m) überquerten wir die Grenze zur Provinz Extremadura und fuhren in Serpentinen hinunter ins Valle del Jerte zum Orte Jerte, der am gleichnamigen Fluss liegt. Nach einigen Höhenmetern stand am Strassenrand ein grosser gelbblühender Mimosenbaum und nicht viel später durchfuhren wir eine Gegend, die fast wie Reisterrassen aussahen. Auf den Parzellen wuchs jedoch kein Reis, sondern fast überall waren Kirschbäume in der Form von Spindelbäumen gepflanzt. Das Valle del Jerte ist bekannt für seine Kirschen. Leider sind wir nicht zur Kirschblüte da, die hier Mitte März beginnt.
Oberhalb von Jerte standen plötzlich grosse Zitronen- und Orangenbäume, die voller reifer Früchte hingen und auf einem Hang wuchsen niedrige Feigenbäume. Die Temperatur war inzwischen auf 13 °C gestiegen. Wir gingen in einem Spar einkaufen und anschliessend im Restaurant El Signo mittagessen. Als wir das Lokal betraten, stand eine Gruppe am Tressen und unterhielt sich lautstark. Wir waen die einzigen Gäste, die an einem Tisch sassen. Karin bestellte „Surtido de croquetas caseras cremosas“, eine Art Kroketten und ich nahm „Carrilleras ibéricas con reducción de vino dulce extremeño“ (Bäckchen vom Ibericoschwein). Beides schmeckte uns sehr gut und der Vino tinto de la casa ging runter wie Öl. Während wir aßen, verschwand die Gruppe und nach und nach füllten sich alle Tische im Lokal.


Nach dem Essen unternahmen wir einen Spaziergang im Dorf und freuten uns über Orangenbäume und blühende Kamelien. Ein blühender Weihnachtskaktus stand auf einem kleinen Balkon und häufig standen Töpfe mit Kakteen vor den Häusern. Hier gibt es im Winter offenbar keinen Frost. Die Mauern aus runden Steinen haben uns begeistert.














In Jerte ging es zum Reserva Natural Garganta de los Infiernos, das den Namen des Baches trägt, der aus den Bergen kommt. Der Bach ist bekannt für „Los Pilones“, das sind runde Auswaschungen in grossen Felsen, in denen man im Sommer baden kann. Nach einigem Suchen fanden wir das Informationszentrum, das leider erst eine halbe Stunde später öffnete. In Spanien wird meist nur von 9 – 14 Uhr und dann wieder von 16 – 19 Uhr geöffnet. Obwohl langsam wieder blauer Himmel erschien, war es für den 2 Stunden langen Wanderweg zu spät. Auf dem Plan fiel mir ein Tier mit dem lateinischen Namen „Galemys pyrenaicus“ auf, das in dieser Gegend leben soll. Die Recherche im Internet ergab, dass es sich um den Pyrenäen-Desman, eine Säugetierart aus der Familie der Maulwürfe handelt. Diese Desmane sind von allen Maulwürfen am ausgeprägtesten an eine wasserbewohnende Lebensweise angepasst. Es gab auch keine vernünftige Übernachtungsstelle in der Umgebung, daher entschlossen wir uns zum Nationalpark Monfragüe weiterzufahren.




Alle Hänge des Tals waren links und rechts auf einer Länge von etwa 35 km terrassiert und mit Kirschbäumen bepflanzt. Im Internet fanden wir eine Spiegel-Artikel über die Gegend, in dem die Zahl der Kirschbäume auf 2 Millionen Stück angegeben wird und es wird berichtet, dass alle Kirschen von Hand gepflückt werden. Wir tankten noch in Plasencia und fuhren direkt zum Camping Monfragüe. Mit ACSI-Karte kostet die Übernachtung hier nur 19 € (mit Strom !) und freie Platzwahl. Die Dame an der Rezeption sprach sehr gut englisch, eine Ausnahme in Spanien. Statt auf den Camping zu fahren, ging es zurück auf die Strasse Richtung Nationalpark. Es war inzwischen 17 Uhr, tolles Licht zum Fotografieren und ich konnte es nicht erwarten die Geier zu sehen, die hier rumfliegen sollen. Kurz vor 17:30 Uhr erreichtrn wir das Besucherzentrum, es schliesst um 17:30 Uhr, ergatterten einen Plan des Nationalparks und fuhren direkt zu den Felsen, an denen die Geier nisten. Und tatsächlich schwebten unzählige Vögel über uns. In den Felsen konnte man viele Nester mit Jungvögel sehen. Einige Geier brachten Nistmaterial zum Felsen. Zu fotografieren gab es genug bei blauem Himmel und bei 17 °C.










Nach einer Stunde fuhren wir langsam zurück zum Camping, vorbei an Korkeichen, die zum Teil geerntet waren. Das werden wir uns morgen genauer ansehen.