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20. September 2026 – Pilsen

Das Autocamp lag direkt an dem See Bolevecké rybníky (Bolevec-Teich), einem Badesee 3 km von Pilsen entfernt. Auf dem Areal standen auch einige Miet-Bungalows. Nebenan la eine Trabantenstadt von Pilsen. Auf der Rückfahrt aus der Stadt fuhren wir einen sehr schönen Radweg. Diesen Weg fanden wir bei der Hinfahrt leider nicht, sondern fuhren durch die Trabantenstadt an den Hauptstrassen entlang.

Pilsen ist die viertgrößte Stadt in Tschechien und verdankt ihren Ruf der Brauerei Pilsener Urquell. Begonnen hatte der einzigartige Siegeszug des Pilsener Bieres eigentlich schon im 13. Jahrhundert. Seitdem durften die Bürger in Pilsen Bier brauen. Leider war es aber so schlecht, dass der Legende nach 1838 sogar 36 Fässer auf dem Marktplatz ausgeschüttet werden mussten, weil sie ungenießbar, ja gar gesundheitsschädlich waren. Nachdem das ungenießbare Gebräu auf dem Marktplatz versickert war, beschloss der Stadtrat den Bau eines Bürgerlichen Bräuhauses und engagierte einen Braumeister aus Bayern. Der machte sich ans Werk und schon im Oktober 1842 konnte er das erste Pils ausschenken. Der Geschmack war so ausgezeichnet, dass angeblich selbst der Brauer überrascht war (Auszug aus einem Artikel der Zeitschrift GEO).

Wir begannen unsere Besichtigung Pilsens an der grossen Synagoge, die 1888 bis 1893 im maurisch-romanischen Stil gebaut wurde. Sie kann 1200 Besucher fassen und ist nach den Synagogen von Jerusalem und Budapest die drittgrößte der Welt. Männliche Besucher müssen während des Besuchs eine Kippa tragen, die man mit der EIntrittskarte bekommt, obwohl die Synagoge nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wird.

Als wir die Synagoge verliessen, fiel uns ein Türmchen auf einem Gebäude auf. Ein schnelles Foto bei überqueren der Strasse, dann schoben wir die Räder zum Náměstí Republiky, dem Platz der Republik. Er wurde bereits 1295 angelegt, bei der Neugründung der Stadt und ist 4 Fussballfelder gross. In der Mitte steht die St.-Bartholomäus-Kathedrale, die man nur durch ein Gittertor fotografieren konnte. Auch das Rathaus, das von 1554–1559 als eines der ersten Renaissance-Rathäuser in Böhmen erbaut wurde, steht an diesem Platz.

Gleich neben dem Rathaus befand sich ein Bierbad. Hier kann man sich in einem Zuber entspannen, der mit Bier gefüllt ist. Wir fuhren dann weiter und kamen durch Zufall an das Beirmuseum. Die nächste Führung durch die historischen Keller von Pilsen sollte in 10 Minuten beginnen, kurz entschlossen kauften wir Tickets. Die Gruppe (20 Teilnehmern) ging, nachdem alle eine Helm aufgesetzt hatten, in den Untergrund. Von den 3 unterirdischen Stockwerken war nur der 1. Stock zugänglich, denn die weiter unteren Stockwerken hatten nur eine Höhe von 1,50 m. Von den 14 km, die die Stollen lang sind, konnten wir etwa 800 m begehen. Das „Schlüsselgang“ genannte Foto zeigt den Einstieg in die Stollen, die eine Ebene tiefer liegen – da konnten wir wirklich nicht durch.

Nach einer Stunde kamen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt und jeder Teilnehmer bekam noch eine Dose Pilsner Urquell geschenkt. An das Museum angeschlossen war das Restaurant „Šenk Na Parkánu“, in dem wir dann zu Mittag aßen und ein zünftiges Bier tranken.

Wir fuhren dann noch zur Brauerei, aber eine Besichtigung sparten wir uns. Dann ging es auf einem schönen Radweg zurück zum See. Die Wettervorhersage hatte ab 18 Uhr Regen vorhergesagt. So blieb uns noch zeit für einen schnellen Capuccino am Ufer des Sees. Es begann zu tröpfeln und wir machten uns zügig auf die letzten 200 m bis zum Camping. Es blieb aber noch eine Stunde trocken, dann regnete es die Nacht durch.

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