2020+20262026A-JDänemarkEuropaJahr

02. Juli 2026 – Museen Ordrupgaard & Louisiana

Wir fuhren um kurz vor 10 Uhr von unserem Stellplatz in Kopenhagen weg. Es ging quer durch die Stadt zum Strandvejen (Traumstrasse 152). Nach kurzer Zeit veränderte sich Szenerie, statt ultramodernen Gebäuden säumten kleine Läden und Restaurants die Strassen. Mit zunehmender Entfernung wurden aus dem Reihenhäusern und Wohnblocks schmucke meist ältere Einfamilienhäuser. In Charlottenlund erreichte diese Strasse das Meer und dort ging die Strasse ab zum Ordrupgaard Museum. Wir passten knapp durch den Torbogen, der zum Parkplatz des Museum führte und als wir ausstiegen, fing der Regen an. Dieses Museum hat einen futuristischen Anbau von Zaha Hadid, der sich der Landschaft anpasst und in Kontrast zum Landhaus des Versicherungsmagnaten Wilhelm Hansen steht, der ein begeisteter Sammler dänischer und französischer Gemälde des 19. Jahrhunderts war. Die Sammlung der französischen Maler wird in einem unterirdischen, kühl gehaltenen Anbau ohne Tageslicht gezeigt, um die Gemälde nicht zu gefährden.

Wir gingen erst um das Gebäude herum und besichtigten den Park. Ein Taschentuchbaum (Davidia involucrata) fiel uns wegen seiner nussartigen Samenstände auf, die wir noch nie gesehen hatten. Im Park waren mehrere Installationen, die uns überraschten. Ein drehbar aufgehängter Spiegel veranlasste uns zu experimentieren.

Ein hoher begehbarer Turm, der aus zusammengebundenen Bambusstangen bestand, veranlasste Karin bis zur Spitze hochzuklettern. Eine Katze hatte seine Familie begleitete, die den Turm kurz vor Karin bestiegen hatte.

Ein Labyrinth aus Spiegelsäulen erlaubte ungewöhnliche Bilder.

Ein Metallring begann plötzlich zu rauchen.

Ein Art Kirche mit mehreren Zimmern stand unter einem Baum und etwas versteckt im Wald ein 3 m hoher Fliegenpilz.

Um 12 Uhr wurde aus der unscheinbaren Metallplatte hinter dem Hadid-Anbau ein Springbrunnen dessen Muster sich laufend änderte.

Im Inneren gab es mehrere Säle mit der schon erwähnten Sammlung. Ein Hadid-typische Treppe führte ins Untergeschoss, vorbei an einem Saal mit mit Bildern und Lichtinstallationen von Ann Linn Palm Hansen. Die Treppe zurück ins Erdgeschoss führte dann ins vollständig eingerichtete dänische Herrenhaus der Hansens. Der hintere verglaste Teil des Hadid-Anbaus war das Café.

Wir fuhren dann weiter an der Kystvej, vorbei an der Tankstelle, die Arne Jacobsen 1936 in Skovshoved für Texaco entwarf. Das unscheinbare Gebäude hat eine minimalistische Form und wird noch heute von Fans der modernistischen Architektur in aller Welt bewundert. Der untere Teil des Schuppens ist sanft geschwungen und wirkt dank der Hintergrundbeleuchtung bei Nacht wie eine große Laterne (Nachtbilder gibt es im Internet).

Wir fuhren bei ständigem Regen an der Küstenstrasse weiter durch einige Orte, deren Hauptmerkmal fantastische Villen rechts und links der Strasse waren. Manche hatten einen Privatstrand, d.h. einen Steg ins Meer hinaus auf dem 2 Sessel standen, denn Sandstrand war hier wenig. In Humlebæk kauften wir Brot, eine Art Zimtschnecke, einen Nougatdrøm, Käse und eine Gurke für das Abendessen ein.

Dann parkten wir 100 m vom Louisiana Museum of Modern Art entfernt, da es direkt daneben keinen Parkplatz mehr gab. Das Museum existiert seit 1958 und ist das meistbesuchte Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Skandinavien. Karten über das Internet gebucht (145 DKK pro Person) und zu Fuss durch den Regen zum Eingang. 

Der französischen Fotographin Sophie Calle (72 Jahre alt) war eine grosse Ausstellung gewidmet. Im ersten Saal hingen Fotos an der Wand, die mit einem Tuch abgedeckt waren. Wenn man sie anschauen wollte, musste man das Tuch anheben. Das 3. Bild in der Galerie zeigt eines der Bilder – Rue Dieu = Sackgasse. Sie sllte eine Picasso-Ausstellung in Paris begleiten, aber durch Corona fiel der Event aus und alle Bilder wurden in Packpapier verpackt. Sie befragte von Geburt ab Blinde, was das Schönste wäre, das sie je gesehen hätten und dokumentierte die Antworten. Sie filmte Menschen in Istanbul, die noch nie das Meer gesehen hatten und zeigte deren Reaktion, als sie zum ersten Mal am Meer standen. In einem Film gab sie EInblicke in ihr Leben.

Eine zweite Ausstellung war Lucian Freud, einem Enkel Sigmund Freuds, gewidmet. Er war einer der bedeutendsten Portraitmaler des 20. Jahrhunderts, portraitierte 2001 auch Queen Elisabeth II. Es waren einige seiner Portraits eines korpulenten Modells und Selbstportraits zu sehen. Die Giacometti-Ausstellung erinnert stark an den Saal des Beyeler-Museums, aber Louisiana wurde viel früher gebaut. Leider konnten wir den Park nicht besichtigen, denn es stürmte die ganze Zeit. Aber ein paar Fotos von der Umgebung aus dem Museum heraus machten wir. Das Museum liegt direkt am Meer und bei besserem Wetter hätte man über den Öresund nach Schweden hinüber sehen können. Die Flügel des Museums liegen teilweise unterirdisch und man kann alle Flügel ereichen, ohne ins Freie zu müssen.

Nach dem Museumsbesuch fuhren wir 10 km weiter nach Helsingør. Der Regen hörte auf und die Sonne kam zum Vorschein, so dass wir es wagten vom Parkplatz im Hafen einen Spaziergang zum Schloss Kronborg zu unternehmen. Während des Spaziergangs konnte man die Küste Schwedens und die Fähre, die zwischen beiden Staaten verkehrt, gut sehen. Das wäre fast schief gegangen, denn kurz bevor wir den Bus erreichten, fing der Regen wieder an. Und dann begann es zu regenen und zu stürmen. Karin übernachtete trotzdem im Hochdach.

Während wir noch überlegten, was wir heute kochen wollten, sah Karin in Google Maps, dass es keine 50 m entfernt in einer Halle einen Food Market gab. Wir entschlossen uns kurzerhand dort essen zu gehen. Mit dem Schirm in der Hand ging es los. In der alten Halle war ziemich viel los. Es gab einige Stände an den man Gerichte aus vielen Ländern geniessen konnte. Man ging einfach an einen Stand, wählte aus, bezahlte mit dem Handy und bekam einen Pager, der blinkte und vibrierte, wenn das Essen abholbereit war. Wir entschieden uns für marokkanische Tajine, Karin bestellte die vegane Version. Leider war das Gemüse in der veganen Version total verkocht. In einer zweiten Halle waren gemütliche Sofas und Sessel und man konnte dort gut abhängen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.