07.07.2020 – Bergwiesen und mehr

Heute wollen wir in die Schweizer Bergwelt eintauchen. Wir fahren mit den bikes nach Flims, schliessen sie dort an und steigen in den Sessellift. Tageskarten für Wanderer zu je 15 CHF haben wir an unserer Rezeption am Campingplatz bekommen. Und aufwärts gehts, komisches Gefühl, so im Skilift zu sitzen ohne Skier an den Beinen.

Nach etwa zehn Minuten sind wir an der Mittelstation Foppa angekommen. Von dort geht es mäßig steil bergauf zur nächsten Gondel – auf Wegen, die im Winter als Ziehwege zwischen den Skiregionen genutzt werden. Cool wie wir sind, haben wir mal wieder die Wanderstöcke und das Fernglas im Bus liegen lassen und so schnaufen wir halt ohne bergauf. In unterschiedlichem Tempo. Nein, in sehr unterschiedlichem Tempo. Achim voraus und ich hinterher. Nicht etwa, weil ich weniger Kondition hätte, aber erstens gehe ich sowieso langsamer, hab ja auch kürzere Beine😎, vor allem aber gab es am Wegesrand soooo viele tolle Wiesenblumen, dass ich immer wieder anhalten, fotografieren und Samen sammeln musste. Achim wurde langsam ungeduldig, wollte lieber auf dem Rückweg langsamer machen, na gut….

Nach mehr als einer halben Stunde bergauf, gab es eine Gondel und da in der Schweiz seit Montag Maskenpflicht im ÖV vorgeschrieben war, zogen auch alle Mitfahrenden brav ihren Mundschutz aus der Tasche. Zwei nur mit Tuch verhüllten Mitfahrenden wurden höflich, aber bestimmt darauf hingewiesen, dass man an der Liftstation Mundschutz für 1 CHF kaufen kann, der auch was taugt. Mitfahren durften sie trotzdem. Oben angekommen am Grauberg in 2230 m Höhe hatten wir ein super Panorama und nochmal eine riesige Steigerung, was die Pflanzenwelt angeht. Ich konnte es kaum fassen, was wir da auf kleinstem Raum alles zu sehen bekamen. Gut, dass wir dicke Jacken und Schal eingepackt hatten, denn hier oben war es schon etwas frostig. Einige Mountainbiker trauten sich auch nach oben, wir waren froh, dass wir es gar nicht erst versucht hatten, denn diese Strecken wären nunmal gar nichts für unsere bikes und schon gar nicht für uns. Oben gibt es das Weltnaturerbe Sardona zu sehen, die Tschingel-Hörner mit dem Martinloch. Unterhalb der Felsen befinden sich die Segnesböden – ein Flachmoor, das ständig die Form wechselt. Einige Wanderer umrunden die Gegend.

Das Martinsloch – zwei Mal im Jahr scheint die Sonne durch das 22 m hohe und 19 m breite Felsenfenster – eine Touristenattraktion, wenn das Wetter mitspielt
Enzian
Bluttröpfchen-Käfer
Blick auf den Caunasee
wohlriechende Handwurz – eine Orchidee

Gute eineinhalb Stunden vergnügten wir uns mit fotografieren und kleinem Picknick, dann fuhren wir mit der immer halbstündig fahrenden Gondel zurück. Trotz Sonne war es merklich kühler als gestern. Sobald die Sonne an unserem Campingplatz hinter den Bergen verschwunden war, folgte schichtweises Anziehen. Gegen neun hörte man von überall her das Zuklappen der Bustüren oder zippen der Reißverschlüsse an den Zelten, alle zogen sich in wärmere Bereiche zurück. Gut, wenn frau eine Wärmflasche mit sich führt😎. Die Nacht war selbst im Bus ziemlich kalt und wir waren froh, dass wir unsere wärmenden Wolldecken mitgenommen hatten.

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