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07. Juli 2026 Ribe & Rømø

Um kurz vor Mittag verliessen wir den Camping. Es hatte fast die ganze Nacht und den heutigen Morgen geregnet, Temperatur 15 °C. Wir fuhren zu dem Parkplatz, an dem gestern Abend nichts mehr frei war und gingen ins Zentrum der Stadt, das 500 m entfernt lag. Es regnete gerade nicht, aber während der Besichtigung kam wieder ein Regenschauer – unser Regenschirm wurde ziemlich beansprucht.

Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks, ihre Geschichte reicht bis weit in die frühe Winkingerzeit zurück. Sie war im Mittelalter eine der wichtigsten Hafenstädte in Dänemark. Insbesondere die Kirche, sowohl die katholische als auch die protestantische, spielte im Laufe der Zeit eine wichtige Rolle in Ribe. Die Stadt war bekannt für ihre Hexenverbrennungen, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts andauerten.

Wir kamen direkt an der Domkirche in den Ort, die wir natürlich gleich besichtigten. Der Guide einer deutsche Reisegruppe liess uns mithören und so erfuhren wir einige Details, die wir vielleicht nicht mitbekommen hätten. Der Auftrag an den Künstler, die Bilder hinter dem Altar zu gestalten, wurde mit nur 2 Stimmen im Stadtparlament beschlossen. Die Bilder hinter dem Altar, besonders die an der Decke, waren dann ein Stein des Anstosses bei der Gemeinde. Alle waren entsetzt und niemand weiss genau, was sich der Künstler dabei gedacht haben könnte, als er diese Bilder malte. Unter dem Domplatz befindet sich Dänemarks ältester christlicher Friedhof (ca. 850 n. Chr.).

Interessanterweise hatte jeder Sitzplatz der Kirchenbänke seinen eigenen Lautsprecher und jede Bank hatte am beiden Enden ein anderes Ornament eingeschnitzt.

Neben dem Dom als solchem, begeisterten Karin die bestickten Messgewänder, die Meerestiere zeigten.

Wir gingen dann noch eine Weile durch die Gassen, vorbei an dem Hexenmuseum und durch die Fussgängerzone. Der einsetzende Regen vertrieb uns dann Richtung Parkplatz. Karin hat ihre Fotos der Stockrosen, die an vielen Häusern wachsen, zu einem Mosaik zusammengesetzt.

Wir fuhren 30 km weiter auf die Insel Rømø, die nur wenige Kilometer nördlich von Sylt liegt. Eine 8 km lange Strasse führte auf die Insel. Es gibt auch eine Autofährverbindung von Havneby nach List auf Sylt.

Gleich nach der Abzweigung fiel uns ein Schild auf, das auf ein Café hinwies. Hattesgaard ist einer der ältesten Höfe Rømøs. Der Hof war über Generationen im Besitz von Kapitänen, die die ganze Welt und die sieben Weltmeere bereisten. Nach einer Renovierung 2014 ist aus dem alten Kuhstall ein gemütliches Café und Antiquitätengeschäft geworden. Das Café hatte eine Tortenauswahl, die ihresgleichen sucht. Es war sehr gut besucht, daher nahmen wir 2 Stück Torte zum Mitnehmen. Karin wählte eine Rhabarberkäsesahne und ich einen Erdnuss-Schokoladen-Kuchen. Es waren die teuersten Kuchen unseres Lebens – jedes Stück kostete 10 €.

Am Oasen Rømø Autocamperplads muss man sich an einem Checkin-Automaten eine Stellplatz aussuchen, bekommt angezeigt, wielange der Platz frei ist und bezahlt online – 220 DKK (27 €). Strom wird nach Verbrauch abgerechnet, man muss eine Kaution in Höhe von 100 DKK hinterlegen. Der Platz ist riesig und rund um mehrere Tümpel angelegt. Jeder Stellplatz ist mit groben Kieseln ausgelegt. Die Anlage ist recht neu, die Bäume sind noch niedrig, also kein Schatten im Sommer. Im Sanitärblock gab es auch 2 Duschen mit angegliederter Sauna, Sauna kostete 30 DKK pro Stunde.

Wir aßen ein belegtes Brot, dann waren die Torten dran. Sie waren sehr attraktiv verziert. Karins Rhabarbertorte war mit einem Streifen eines Rhabarberstiels, einer Rosenblüte und einer getrockneten Zitronenscheibe garniert. Das Schokoladentörtchen mit einem Zweig aus Pfefferminze und Rosenblättern. Es dauerte nicht lange und die Teller waren leer.

Während des Kaffees öffnete sich der Himmel, blaue Flecken erschienen und plötzlich war die Sonne da. Wir schwangen uns auf die Fahrräder und fuhren zum Sonderstrand. Dieser Strand darf offiziell mit Autos befahren werden und als wir angekommen waren, sahen wir, dass einige Leute mit ihren Wohnmobilen auf dem Strand standen. Sie dürfen dort aber nicht übernachten. Es war gerade Ebbe, einige Leute gingen aufs Watt raus, andere machten einen Spaziergang mit ihren Hunden. Wir radelten auf dem Sand, das ging prima. Der Gegenwind war so stark, dass er meinen Fahrradhelm anhob. Trockener Sand wehte über den Strand. Ein Schiff fuhr vorbei und es sah aus als, ob es im Sand fahren würde. Später sahen wir, dass es die Fähre aus Sylt war, die in Havreby anlegt.

Am Hafen von Havreby stand ein Holzmast, an dem die Hochwassermarken des letzten Jahrhunderts angebracht waren. 

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