10. Mai 2026 – Ohrid (2)
Auch heute Morgen war es bewölkt und recht kalt. Wir fuhren wieder mit dem Fahrrad nach Ohrid, das auf dem Radweg nur 3,5 km entfernt lag. Wir wollten dieses Mal mehr den Stadtteil hinter der Altstadt anschauen und fuhren daher durch die Fussgängerzone unterhalb der Burg. Eine Kirche mit goldenen Kuppeln, die in der zweiten Reihe der Häuser lag, hatten wir gestern wohl übersehen. Erst nur ein Foto aus der Fussgängerebene. Wir fuhren weiter durch den Vorort, aber es gab keinen Weg am Seeufer entlang. Ein kurzer Feldweg brachte uns zu einer Stelle an der Angler waren. Ein alter Teddybär lag am Ufer.






Die Häuser in den Wohngebieten sahen mal sehr neu, mal ziemlich marode aus. Kein Platz, an dem wir leben möchten. Wir fuhren 1-2 km auf der Hauptstrasse, drehten dann um, weil der Ort zu Ende war und der nächste Ort 13 km weit weg war. An der Hauptstrasse machte es keine Spass. Menschen standen einfach mitten auf der Strasse und unterhielten sich. Autofahrer fuhren einfach drum herum ohne zu hupen. Eine 600 Jahre alte Platane stand eingemauert am Strassenrand. Ein dicker Ast musste für den Neubau neben ihr abgeschnitten werden. Dieser Baum hat wirklich schon allerhand gesehen. Wir fuhren kurz vor der Fussgängerzone die Strasse hoch zum oberen Tor, bogen aber nach halber Strecke links ab zu der Kirche „Heilige Muttergottes – Kamensko“. Das war die Kirche, die wir von unten gesehen hatten.










Und dann war auch schon wieder Mittagessenszeit. Wir wählten ein Restaurant mit mazedonischen Spezialitäten. Karin bestellte überbackene Auberginen mit Pommes und ich eine mazedonische Platte und einen griechischen Salat. Die weisse Sosse auf dem mazedonischen Teller war pürierter Knoblauch und der Tsatsiki war auch sehr knoblauch-lastig. Bis auf diese beiden Saucen schmeckte alles sehr gut. Aber es war viel zu viel. Die Bedienung bot uns noch an die Reste einzupacken.






In der Wartezeit bis das Essen kam, überlegten wir uns, wohin wir fahren noch wollten. Wir beschlossen auf auf einen Campingplatz an der albanischen Seeseite zu fahren. Also zurück, gepackt, 20 € pro Nacht bezahlt und los gings. Die Strasse war kurvig mit einigen steilen Auf- und Abstiegen. Die Wolken spiegelten sich im See. Leider kam keine Tankstelle bis zur Grenze, denn in Mazedonien kostet Diesel nur 1,50 €. Vorbei an Pfahlbauten – das Bay of Bones Museum.




Als wir zur Abzweigung zum Kloster Saint Naum kamen, fuhren wir hin. Parkgebühr 4 € und viele Busse und PKWs. Der ganze Bereich war wie ein kleiner Vergnügungspark organisiert. Schöne Zufahrt, Eingang durch ein Tor, gerade Strasse zum Kloster. Links und rechts Restaurants und Andenkenläden. Ein Restaurant war auf einer kleinen Insel postiert, um die man einen Bootstrip zur Quelle des Ohridsees machen konnte. Am Ende der Strasse ein kleiner Anstieg zum Kloster. Die Kirche stammt aus dem 16. Jh. und imponiert mit einer reich verzierten Ikonostase und Fresken, die vom Leben und den Wundern des Heiligen Naum erzählen. Naum war der erste Abt des Klosters.









Wir wollten auch das Innere der Kirche besichtigen und gingen zu dem Häuschen in dem ein Mönch sass, der die Tickets verkaufte. Er prostete gerade einem Lieferantent zu, der ihm etwas brachte. Als er uns sah, bot er uns auch einen Schnaps an. Er war sehr lustig drauf und meinte der Schnaps würde Wunder bewirken. Er hatte ganz offensichtlich bereits mit vielen Leuten angestossen, denn die Flasche war fast leer und er sehr gut drauf. Nach dem Schnaps meinte er, wir sollten einfach in die Kirche gehen, für uns sei kein Ticket notwendig. Er hatte noch viele Schnapsflaschen hinter sich stehen. Das Innere der Klosterkirche war wieder prunkvoll mit Fresken bemalt.









Auf dem Platz um die Kirche waren 3 Pfauenmännchen unterwegs. Ein Pfau kam über ein Dach, sprang runter und kurze Zeit später zeigten alle 3 Pfauen ihr prächtiges Federkleid.





Als wir weiterfuhren, nahmen wir 2 Tramper mit. Es stellte sich heraus, dass es ein französisches Paar war, das ihr Auto vor der albanischen Grenze geparkt hatte und bereits zum Kloster getrampt war. Wir liessen sie an der mazedonischen Grenze raus. Sie mussten beide Grenzen zu Fuss überqueren. An der mazedonischen Grenze hatten wir einen längeren Stopp. Ein Touristenbus stand an der Grenze und der Grenzbeamte musste die Pässe aller Passagiere – mehr als 30 Pässe – einzeln scannen, das dauerte. An der Grenze zu Albanien ging es schneller, Pässe und Autopapiere waren vorzuzeigen, 2 Minuten später waren wir durch.
Wir fuhren durch Pogradec und auf der Schnellstrasse weiter bis zum Camping Peshku, bekamen einen Platz direkt am Seeufer. Die Sonne schien.

Ein Pärchen, Fernglas in der Hand, ging zu einem nahen Schilfstreifen, der in den See ragte. Wir gingen kurz danach ebenfalls mit Fernglas und Kamera bestückt hinterher. In dem flogen Schilfrohrsänger herum. Als wir schlafen gingen, sang eine Nachtigall – mit der Vogelstimmen-App identifiziert. Das Männchen hatte wohl noch keine Partnerin gefunden.




