09. Mai 2026 – Ohrid
Als wir um 8 Uhr aufwachten, hörte man noch Regentropfen, die auf das Dach prasselten. Ein Ausflugsboot kam im Dunst angefahren, wendete vor dem CamperStop und fuhr zurück. Um 10 Uhr hörte der Regen auf und wir machten uns auf den Weg zur Stadt. Vom CamperStop führte eine super Fahrradstrasse bis ins alte Zentrum. Unterwegs fing es wieder an zu nieseln. Der Regen hörte aber auf als wir unsere Fahrräder abstellten und kurze Zeit später kam die Sonne zum Vorschein. An einem Steg ging ich weit raus um ein Foto von der Altstadt zu machen. Es wurde schnell so warm, dass wir unsere warmen Jacken ausziehen mussten. Überall hingen Strassenlaternen, die dem hiesigen Baustil nachempfunden waren. Ein rotes Schild wies auf einen Souvenirshop hin, krotesk bei gefühlt hunderten von Shops in der Altstadt. Deutlich in der Überzahl waren Schmuckläden, in denen vorwiegend Silberschmuck und Perlenketten angeboten wurden.










Wir besuchten gleich verschiedene orthodoxe Kirchen. Erst eine sehr kleine Kirche, dann die Saint Sofija. oder Hagia Sophia. Die dreischiffige Basilika wurde 1037-56 auf den Ruinen einer älteren Kirche gebaut. Fresken aus dem 11. Jh. wie die herrliche Gottesmutter in der Apsis haben nur an wenigen Orten die letzten tausend Jahre überdauert. Ohrid verdankt diesen Glücksfall der türkischen Eroberung. Bei der Umwidmung der Sophienkirche in eine Moschee wurden die Fresken übertüncht und schließlich vergessen, erst in den 1950er Jahren wurden sie wiederentdeckt und freigelegt. Später lernten wir von einer deutschsprachigen Reisegruppe, die zufällig in der gleichen Kirche war, dass in jeder orthodoxen Kirche hinter dem Altar ein Marienbild zu sehen ist.













Wir wanderten weiter die Strasse hoch, um zur Kirche Johannes-Kaneo zu gelangen. Diese Kirche liegt malerisch auf einem Felsen und ist das meistfotografierte Objekt Ohrids. Das Ende des 13. Jh. geweihte Kirchlein ist von byzantinischen und armenischen Vorbildern beeinflusst. Im kleinen Innenraum waren Fresken, deren Entstehung auf die Jahre 1270 – 1280 n.C. datiert wurden. Die Fresken folgten noch dem älteren, flächig linearen Stil. Von dieser Kirche ging es den Berg hinauf. Wir verfehlten den richtigen Weg und stiegen über ein Waldstück hoch. Wir mussten um einen riesigen Neubau herumgehen, der den Weg zur Klement-Kirche versperrte. Daher gingen wir weiter hoch zur Burg.










Wir liessen die Burg links liegen, da wir gelesen hatten, dass das Burginnere wohl keine Besonderheiten hatte.


Von der Burg kommend, gingen wir vorbei am oberen Eingangstor zur gegenüber liegenden Kirche „Muttergottes Peribleptos“, gebaut 1295. In der Kirche fand gerade eine Hochzeit statt. Wir warteten bis die Hochzeitsgesellschaft die Kirche freigab und gingen dann mit einer Touristengruppe in die Kirche, die ein überraschend kleiner Raum war. Alle Wände waren mit ziemlich realistischen Fresken bemalt. Der deutschsprachige Guide erklärte einige Besonderheiten, die in den Fresken vorkamen – z.B. Frauen ohne Kopftuch, Jesus mehrfach in einer Freske, individuelle und plastische Körper, verschiedene Gesichter mit fröhlichen und traurigen Mienen. Diese Merkmale waren in älteren Fresken verboten. Am Ausgang standen noch Wandteile aus Holz, auf denen ebenfalls Bilder waren.













Es ging dann wieder abwärts in Richtung Seeufer, vorbei am antiken Theater, an einer alten dem Zerfall preisgegebenen Kirche, zurück ins Zentrum der Altstadt. Da wir inzwischen Hunger hatten, suchten wir ein Restaurant etwas abseits der Menschenströme. DIe mit Resi gefüllten Weinblätter und der mazedonische Burger schmeckten sehr gut und waren eine völlig ausreichende Portion.










Nach dem Mittagessen gingen wir noch am Ufer entlang und entdeckten, dass von dort aus eine lange Fussgängerzone am unteren Ende der Altstadt entlang ging. An jedem Laden gab es ein Schild was im Laden verkauft wird und neben der Ali-Pascha-Moschee war noch eine weitere Moschee in diesem Viertel. Rund 30 % der Einwohner Nordmazedoniens sind Moslems. In der Auslage eines Optikers lag tatsächliche eine Katze, die sich genüsslich räkelte. Auf dem Platz wurden Gemüseschäler verkauft und einige Touristen waren in längere Verkaufsgespräche verwickelt. Nach einem Kaffee mit ausgezeichnet schmeckendem Nachtisch – wir bestellten noch einen Zweiten !! – fuhren wir wieder zurück zum Camp.







Gesamtansicht der Stadt

Ohrid bei Nacht

Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Erde. Er ist der älteste bekannte noch existierende See Europas und ist seit 1,36 Millionen von Jahren mit Süsswasser gefüllt, das aus Flüssen, Quellen am Boden des Sees und durch eine Verbindung zum Prespasee gespeist wird. Der See ist 288 m tief. Er gehört zum größeren Teil zu Nordmazedonien, dessen größtes Gewässer er ist, zum kleineren Teil zu Albanien.
