12. Oktober 2021 – Re

Morgens musste ich den Camping bis 11 Uhr verlassen, Übernachtung kostete 21 €. Da ich abends zurück nach Steinen fahren wollte, besichtigte ich erst Cannobio und war überrascht, dass es eine sehr schöne Altstadt hatte und zum Bummeln einlud. Ich kaufte 3 kleine Kuchen, Stück für 1 €.

Erst mal Mittagessen, aber wo. Er wollte ich am Kai eine Pizza essen gehen, aber die Pizzeria, die ich ausgesucht hatte, bekam ziemlich schlechte Kritiken im Internet. Stattdessen wurde ein Restaurant in den Bergen empfohlen. Ich fuhr also 10 km landeinwärts auf der SS75 Richtung Malesco. Wieder eine kleine enge Strasse, auf der kaum 2 Autos aneinander vorbei kamen. Eine kurvenreiche Strasse entlang einer tiefen Schlucht, die an das Verzasca-Tal erinnerte. Das Restaurant existierte, aber es lag direkt an der Strasse und ich konnte nirgends einen Parkplatz für den Bus finden. Also mußte ich weiterfahren, nach 25 km erreichte ich Malesco, ein grösseres Bergdorf. Dort mußte ich mich entscheiden, ob ich zurück nach Locarno oder nach Domodossola (19 km) weiterfahren sollte. Die Strasse zurück nach Cannobio wollte ich keinesfalls nochmals fahren.  An einer Kreuzung gab es ein Schild “Re – Locarno”, das ich als “zurück nach Locarno” interpretierte. Ich nahm die Strasse und landete nach 5 km in einem kleinen Ort namens Re. Und in diesem Ort stand eine Basilika, die ich hier in den Bergen nicht erwartet hätte. Ganz besonders war das Licht, das durch die ungewöhnliche Bleiverglasung der Fenster erzeugt wurde.

An der Kirche stand folgender Text: Die Wallfahrtskirche der blutenden Madonna besteht aus zwei Bauen, dem von Anfang 1600 und der jüngeren Basilika (1922·1958). Auf dem Hochaltar der Kirche kann man das Fresko von 1300 anschauen, das eine stillende Madonna darstellt, die am Abend vom 29. April 1494 von einem bösen Mann auf den Kopf mit einem Stein getroffen wurde. Aus der Wunde floss etwa 20 Tage lang Wunderblut. Das Wunder ist in einem Pergament, das vom Stadtvogt des Vigezzotals und von 4 Notaren an denselben Tagen des Wunders unterschrieben wurde, und in einem anderen Pergament von 1500 vom folgenden Stadtvogt beurkundet. Hinter dem Altar wird eine Ampulle mit einer kleinen Menge Wunderblut zusammen mit einigen vom selben Blut eingeweichten Stoffetzen aufbewahrt.

Nach der Besichtigung der Basilika fuhr ich weiter Richtung Locarno, stoppt aber an einem Schild das auf italienisch ankündigte, dass auf dieser Strecke eine Brücke von 13.30 – 17.00 Uhr gesperrt wäre. Ich konnte es erst nicht glauben und fragte einen Gemeindemitarbeiter, der gerade den Abfallbehälter am Parkplatz leerte. Als er die Sperrung bestätigte, kehrte ich um und fuhr über Simplonpass zurück. Auf der Passhöhe konnte man die Schneegrenze erkennen und es wurden Sprengungen durchgeführt, die mich ziemlich erschreckt haben. Kaffeepause und die 3 Küchlein aus Cannobio verspeist – lecker. Der Weg über den Simplon bedeutete zwar keinen grösseren Umweg, aber ich mußte die Bahnverladung am Lötschberg nutzen, um vom Wallis ins Berner Oberland zu kommen. An der Verladestation standen schon 3 Reihen PKW, aber es gab eine Reihe für Wohnmobile, die ich als einziges Fahrzeug nutzte. So wurde ich an allen Wartenden vorbei als 5. Auto auf die Waggons gewunken und war eine halbe Stunde später im Berner Oberland. Glück gehabt. Auf der anderen Seite war das Wetter schlecht, es regnete zeitweise. Ich mußte vor der Autobahn noch tanken, Diesel ist in der Schweiz zur Zeit teurer als Superbenzin – ich zahlte 1,75 CHF/L, umgerechnet 1,68 €. Da war Diesel in Deutschland mit ca 1,50 € richtig billig. Auf der Autobahn war zwar viel los, aber nirgends Stau. Um 19.45 Uhr war ich zuhause.

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