21. September 2026 – Loket & Karlsbad
Auf dem Weg zum 80 km entfernten Ort Loket (dt. Elbogen) hielten wir an einem Wald an, um Pilze zu suchen. Wir fanden einen Platz an dem unzählige Fliegenpilze standen, aber alle Steinpilze waren bereits in Auflösung begriffen. Unsere Ausbeute waren nur ein Pfifferling und ein Birkenröhrling. Kurz vor dem Bus rutschte ich dann noch aus und fiel auf den Hintern, nichts passiert.
Die Stadt Loket thront auf einem Granitfelsen, um den die Eger eine Schlaufe zieht. Wir fanden eine Parkplatz in der Nähe der Brücke, die über die Schlucht führt. Mit den Rädern war die Besichtigung der kleine Stadt schnell erledigt. Sehr schönes Stadtbild, aber die romanisch-gotische Burg aus dem 12. Jahrhundert prägt das historische Erscheinungsbild von Loket. Die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz. Goethe war einige Male in dieser Stadt, 1807 beschrieb er sie als „über alle Beschreibung schön“ und 1823 feierte er dort seine 74. Geburtstag. Die Innenstadt war auch Kulisse in den Filmen „Im Westen nichts Neues“ und dem James Bond „Casino Royale“. Wir fuhren hoch bis zum Eingang der Burg. Die Besichtigung dauerte nicht allzu lange. Im Keller gab es ein Foltermuseum, das all die Grausamkeiten zeigte, die Menschen anderen Menschen zufügen können. Wir schauten uns diesen Teil nur sehr kurz an. Dann ging es noch hoch auf den Turm.







Kurz vor dem Ausgang war noch ein Schild, das auf einen Meteoriten hinwies. Wir wären fast vorbei gegangen. Ein 14,3 kg schweres Teil eines Meteoriten war in einer Vitrine ausgestellt. Der Meteorit, der ursprünglich 107 kg wog, schlug um das Jahr 1400 in der Burg Loket ein. Es handelte sich um einen seltenen IID-Oktaedrit-Eisenmeteoriten mit einem Nickelgehalt von rund 10 %. Das größte erhaltene Fragment (79 kg) befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien, weitere Bruchstücke wurden weltweit an Museen (darunter Prag, Berlin und Tübingen) verteilt.

Von Loket ging es weiter nach Karlsbad. Wir bezogen eine Stellplatz im Camper City Karlsbad. Check-in, Bezahlung, Zutritt ging vollelektronisch. Man bekam eine Quittung ausgedruckt auf der sich ein QR-Code befand. Dieser QR-Code wurde zum Öffnen des Tors, der Toilette, der Dusche und des hinteren EIngangs benötigt. Nachmittags um 15 Uhr waren nur noch 3 Plätze frei. Wir machten unsere Fahrräder fertig, fuhren durch den hinteren EIngang raus, der direkt am Radweg ins Zentrum lag. Ein sehr guter Radweg führte entlang der Eger direkt ins Zentrum (ca 2,5 km). Wir schoben die Räder durch die Fussgängerzone. Das anschliessende Kurgebiet, auch fahrradfrei, mit einer beeindruckender Kulisse an alten Hotels liess uns staunen. Am eher unscheinbaren Hotel Europe waren Fotos von Hollywoodschauspielern ausgestellt. Richard Gere und einige weitere sehr bekannte Schauspieler waren schon hier, wohnten allerdings im Grandhotel Pupp.
Karin bemerkte, dass wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hätten und dass sie bald umfallen würde. Wir besichtigten noch den Geysir, der in einer Halle bis zu 12 m hoch Thermalwasser mit 72 °C spuckte. Gleich daneben gefiel uns das Restaurant Kavkaz, das osteuropäische Gerichte anbot. Karin bestellte gefüllte Teigaschen (Kurze) und ich aß Plov, ein Reisgericht mit Lamm und Früchten in einem Fladenbrot. Nach dem Essen flanierten wir noch durch das Kurgebiet. Uns fiel auf, dass viele Leute kleine Porzellanbecher in der Hand hielten. Sie machten die empfohlene Trinkkur, dabei trinkt man an jedem Brunnen ein paar Schluck (200 ml) des eisen- und schwefelhaltigen Heilwassers. Wir fuhren dann über eine Strasse zurück, an der viele Villen und eine russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul standen. Die Kirche wurde 1898 eingeweiht.





















