25. Juli 2022 – Metz und Rückfahrt

Uns interessierte besonders das Centre Pompidou-Metz in Metz, da es als Zentrum für alle Formen zeitgenössischer Kunst eine Dependance des Centre Georges Pompidou in Paris ist, mit dem es Sammlungen und Gründungsphilosophie teilt. Es wurde 2010 eröffnet. Die Fahrt von Neipel nach Metz ging quer durchs Land, da wir an der Mosel entlangfahren wollten. Irgendwann gab es ein Hinweisschild auf eine Burg, dem wir spontan folgten. Nach einiger Zeit hatten wir einen guten Blick auf die Burg Malbrouck in Manderen. Als wir zur Burg hochfuhren, wurde die Strasse extrem steil. So steil, dass wir beschlossen, den Besichtigungsversuch abzubrechen. So blieb halt nur ein Foto, von der von außen sehenswerten Burg.

Die Fahrt an der Mosel entlang stellte sich als schwierig herus, daher fuhren wir doch Autobahn und steuerten einen Stellplatz im Zentrum von Metz an, direkt an der Mosel gelegen. Parkgebühren über Nacht nur 2 Euro. Obwohl eigentlich sehr gut angelegt, kümmerte sich seit einiger Zeit wohl niemand mehr von der Stadtverwaltung. Der Abfluss für Schwarzwasser war eben voll – kein schöner Anblick, wenn man die Klappe öffnete – und deshalb hatten schon einige Leute ihre Chemietoilette in den Grauwasserabfluss geleert. Der Platz lag sehr nahe am Stadtzentrum und wir schwangen uns direkt auf die Räder, um das Centre Pompidou zu besichtigen. Die Kathedrale von Metz ragte über die Häuser hinaus und am Weg war auch der “Temple Neuf” – eine protestantische Kirche in einem 1904 eingeweihten neoromanischen Bauwerk. Irgendwie wollte uns Koomot aber nicht der rechten Weg weisen, wir landeten mitten in der sehr hübschen Altstadt. Da kam ein kleiner Stadtbus vorbei auf dem als Ziel “Centre Pompidou” stand. Also fuhren wir einfach diesem Bus hinterher und voilà – standen nach etwa 3 Minuten davor. Ein achitektonisch sehenswertes Gebäude – von außen als auch von innen. 18000 Laufmeter Leimholz wurden hier verbaut.

Im Inneren gab es 4 Ebenen, auf den verschiedene Ausstelllungen gezeigt wurden, die oberen Etagen waren über eine Treppe oder den Glasaufzug zugänglich. Im Erdgeschoss war eine Installation von Refik Anadol “Machine Hallucinations – Rêves de Nature”. Seine Projekte bestehen aus datengesteuerten maschinellen Lernalgorithmen, die abstrakte, traumähnliche Umgebungen schaffen. In einem hohen Raum stand ein riesiger Bildschirm, der ständig neue Bilder erzeugte, die an den Rändern scheinbar aus dem Rahmen zu fliessen schienen. Anadol ist der zur Zeit angesagteste Daten-Künstler der Welt.

Auf Ebene 1 fand eine Ausstellung der Werke von Eva Aeppli mit dem Titel “La musée sentimental”. Sie war 9 Jahre mit Jean Tinguely verheiratet und daher gab es auch ein paar Gemeinschaftswerke zu sehen.

Auf Ebene 2 wurden moderne Möbel gezeigt, sehr extravagante Teile und auf Ebene 3 ging es um Kunst lernen. Der Stuhl sah aus als ob er aus Eiskristallen zusammengefroren wäre. Dagegen sah die grüne Sitzecke sehr bequem aus.

Nach der Besichtigung der Ausstellungen packte uns der Hunger. Wir suchten in der Nähe, also in der Neustadt, ein Restaurant, das Essen nach unserem Geschmack anbot. Wir wurden fündig, allerdings gab es eine Schwierigkeit, man konnte das Essen nur an einem Terminal bestellen. Auf französisch gestaltete sich das etwas schwierig. Bereits auf der 2.Seite scheiterten wir, da wir das Wort “le bipeur” nicht kannten und eine Nummer eingeben sollten. Dann entdeckten wir den Sprachauswahl-Button ganz rechts oben und siehe da, deutsch wurde ebenfalls angeboten. Jetzt erschloss sich uns auch das Wort bipeur das Piepser bedeutet. Und tatsächlich standen mehrere dieser Piepser neben den beiden Terminals und sie zeigten eine Nummer an, die man hier eingeben musste. Jetzt ging alles wie von selbst, Essen wählen, Getränke wählen, weiter, bezahlen. Inzwischen bezahlte ich alles nur noch mit dem Handy, hinhalten, zweimal rechts klicken und mit Face ID identifizieren und schon wird wunderbarerweise das Geld abgebucht. Geht natürlich nicht mit Maske, aber manchmal sind die Orte, an die man das Handy heben muss schon ziemlich umständlich an der Seite angebracht. Da macht Face ID dann besonders Spass. Ja, wir haben auf dieser Reise auch Einiges dazugelernt. Vor dem Restaurant spielten 2 Mädchen an einem Springbrunnen. Obwohl sie schon schlotterten, rannten sie ständig zwischen den Fontänen herum und probierten alles Mögliche aus.

EIn typischer Strassenzug in Metz und natürlich warfen wir zum Abschluss unseres Besuchs auch einen Blick in die gotische Kathedrale von Metz.

Am Bus überlegten wir, ob wir wirklich hier noch übernachten wollten. Wollten wir nicht. Also sind wir von Metz heimgefahren und kamen Nachts um 23 Uhr wieder nach Steinen. So, hier endet jetzt unsere Reisebeschreibung – insgesamt sind wir rund 3000 km gefahren.

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