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26. – 27. Juni 2024 – Lac de Nantua & Lac de Joux

Morgens zog bereits ein Gewitter auf und wir beschlossen daher weiterzufahren. Es ging zuerst Richtung Chancia durch sehr ländliche Gegenden. Kurz vor Chancia kamen wir zum Staudamm des Lac de Vouglans. Der deutsche Künstler Klaus Dauben hatte 2021 an der Staumauer das 110 × 430 Meter große Reverse Graffito La forêt erzeugt. Durch Abtragen von Verunreinigungen im Beton mittels Hochdruckreinigern (Kärcher war Sponsor der Aktion !!) entstand die Silhouette einer Waldlandschaft. Die Entstehung des Graffito kann man sich in YouTube anschauen. Im Wasser vor dem Staudamm entdeckte Karin riesige Karpfen.

In Chancia schauten wir kurz den Lac de Croiselet an, fuhren wegen des uns verfolgenden Gewitters aber direkt weiter nach Oyonnax. Dort kaufte ich mir im Intersport eine Badehose, denn zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich ohne Badehose losgefahren war. Der Weg zum Lac de Nantua war nur 15 km und wir gingen gleich auf den Camping du Lac in Port. An der Rezeption sass eine alte Dame, die meinen Namen vom Personalausweis mit dem Vergrösserungsglas ablas und alle Positionen auf den Beleg übertrug. Sie kam auf den Endbetrag von 16,44 € für eine Nacht. Wir fanden schnell einen Platz unweit des Sees, aber sehr weit vom Sanitärtrakt entfernt. Einkauf im Intermarché, der direkt über der Strasse lag. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Fahrrad um den See. Die ca 11 km lange Strecke ging direkt am Seeufer entlang. In Nantua gab es eine schöne Uferpromenade, viele Leute badeten. Wir besichtigten die alte Kirche und fuhren durch das Stadtzentrum. Dann ging es an einer engen Strasse am Bahndamm entlang zurück zum Camping.

Am Camping war erst Mal ein Bad fällig. Dann beschlossen wir spontan unser SUP aufzupumpen und ein wenig auf dem See rumzupaddeln. Links vom Camping sahen wir ein Anwesen, das man bei uns als Schloss bezeichnen könnte – schönes altes Haus, riesiger Garten, betonierter Strand mit Badeleiter und Boootsankerplatz. Das Gewitter hatte uns nicht eingeholt, sondern es wurde noch ein schöner sonniger Tag. Abendsonne über Nantua und dem weitgehend leeren Camping war ein schöner Anblick.

27. Juni – Beim Aufstehen kam Karin auf die Idee vor dem Frühstück schwimmen zu gehen. Die Sonne brannte bereits auf den Bus und wir beeilten uns die Badesachen anzuziehen. Ein paar Schritte zum See und der Anblick des Wasser enttäuschte uns. Das Wasser am Ufer war mit einem schleimigen Belag bedeckt, der die Lust zu Baden stark reduzierte. Auch weiter drinnen sah das Wasser nicht einladend aus. Angesichts der Hitze, die schon morgens um 9 Uhr herrschte, und der Wasserqualität entschlossen wir uns zusammenzupacken und zu einem anderen See zu fahren. Nach einer Stunde waren wir bereit zum Start und fuhren ca 100 km durch den hohen Jura zum Lac de Joux in der Schweiz (Department Waadt). Die Strasse führte uns immer höher in die Berge, vorbei an Skiliften, sehr schönen Hängen mit seltenen Blumen und durch typische Wintersportorte.

Der Lac de Joux ist wohl im Winter die größte zugefrorene Eisfläche Europas. Der See liegt 1004 m über dem Meeresspiegel. Wir fuhren direkt zum Camping á la Ferme, einem terrassenartig angelegten Camping. Die Rezeption war nur telefonisch erreichbar, man sprach deutsch. Wir erfuhren, dass nur 3 Plätze und auch nur für eine Nacht verfügbar wären. Zwei Plätze lagen in einem Areal, das einen vom Regen völlig aufgeweichten Untergrund hatte – blanker Matsch. Wir entschieden uns also für den am wenigsten aufgeweichten Stellplatz, zu dem ich rückwärts den Berg hochfahren musste, um unseren Bus mit Seeblick zu parken. Ging ganz gut, aber der Streifen, der uns zum Sitzen blieb war ziemlich eng und als ich die Fahrräder vom Anhänger nehmen wollte, überfiel mich eine Herde Schnaken, die in der Hecke unseres Stellplatzes lebte. Zum Glück waren sie wenig aggressiv. Wir aßen mitgebrachte Maultaschen zum Mittag und machten danach eine Radtour zum nächsten Dorf namens Orient. Der Radweg am Seeufer war wirklich schlecht, zwar geteert aber extrem wellig. Dann mußten wir an der Strasse entlangfahren, da der Radweg plötzlich endete. Leider nahmen viele Schweizer Autofahrer wenig Rücksicht und fuhren ohne grösseren Abstand an uns vorbei. In Orient gab es Uhrenfabriken, ansonsten war der Ort wenig attraktiv. Wir kauften Brot im COOP und fuhren dann entlang der Hauptstrasse zurück. Jetzt konnten wir an der Rezeption auch bezahlen – 31 CHF – für eine Nacht. Die Sanitäreinrichtungen des Campings waren je eine Toilette für Frauen und Männer, 2 Duschen und 3 Waschbecken. Wir gingen dann im See baden, Wassertemperatur 18 °C. Es wurde ein kurzes Bad. Aber der Bereich am Wasser war sehr schön. Eine Boulebahn mit Kugeln, allerlei Spielzeug für Kinder, Liegestühle und Tische waren zur freien Verfügung. Auch Tretboote, SUPs und Surfboards konnten unentgeltlich verwendet werden. Am Eingang zum Camping war eine Art Mobile, das durch Wasserkraft angetrieben wurde und nur dazu diente einen Golfball hochzuheben, damit er anschliessend auf einer Kugelbahn hinunterrollt. Wir machten noch einen längeren Spaziergang am Seeufer, das von einer grossen Blumenwiese umgeben war. Karin machte von vielen Gewächsen Fotos, um sie zu bestimmen.

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