26. September 2021 – Tal des Douro

Bevor wir weiterreisten, besichtigten wir noch kurz Peso da Régua. Außer einer Fussgängerbrücke über den Douro und einem älteren Bahnhof  hatte der Ort nicht viel zu bieten. Wir fuhren am linken Ufer des Douro (von Porto aus gesehen) auf einem kleinen Sträßchen Richtung Pinhão. Auf einer Anhöhe war eine Quinta mit Parkplatrz, an der wir anhielten, um mal reinzuschauen. Ein junger Mann bediente uns und erklärte die Besonderheiten der verschiedenen Weine und dann auch der Portweine, die bei Ihnen zum Verkauf angeboten werden. Die Quinta do Vallado, an der der wir zufällig anhielten, ist eine der ältesten und berühmtesten Quintas des Dourotals. Ihre Geschichte datiert zurück bis ins Jahr 1716. Genau ein Jahrhundert später, im Jahre 1818, wurde das Weingut an die Ferreira-Familie verkauft, durch die es in siebter Generation bis heute verwaltet wird. Unser Glück verstanden wir erst später, als ich mich etwas kundig machte. Wir testen einen 20 und einen 40 Jahre alten Portwein, die beide eine umwerfenden Geschmack hatten. Der 40jährige Wein hatte aber mehr Säure, weshalb wir uns für eine Flasche des 20 Jahr alten Portweins entschieden. Interessanterweise bemerkte der junge Mann, dass man den Geschmack viel länger geniessen kann, wenn man die Gesichtsmaske aufzieht. Bei jedem Atemzug wiederholte sich der Geschmack. Das schmale Strächen mündete an einer Schleuse in die Landstrasse, in der gerade eine Personenschiff geschleust wurde. Auf diesen Schiffen kann man mehrtägige Flußreisen auf dem Douro machen. Er entspringt in der spanischen Provinz Soria, durchfließt Nordspanien und Nordportugal und mündet bei Porto in den Atlantischen Ozean. Er ist fast 900 Kilometer lang.

Auf der Landstrasse folgten wir dann dem Fluss für einige Kilometer und waren begeistert von der Landschaft.

Trotzdem bogen wir nach einigen Kilometern rechts ab auf die M512 nach Adorigo. Es ging steil auf die Berge, die sich mehr oder weniger als Weinberge entpuppten. Im Tal mäandrierte ein Nebenfluss des Douro – der Rio Tedo. Am Bergkamm im Dorf Tabuaço angekommen, fuhren wir bergab zurück zum Douro. Wieder mußten wir unser Hill Descent System aktivieren und schlichen langsam bergab. Es ging wieder am Douro entlang bis Pinhão und anschliessend auf der N222 nach São João da Pesqueira. Überall gab es phantastische Blick auf die unendlich vielen Weinberge. Es war ja Herbst, die Trauben in den niedrigeren Lagen waren bereits geerntet und die Weinblätter erstrahlten in allen Farbtönen zwischen rot und dunkelgrün. Immer wieder machten wir Fotostopps, manchmal einfach am Rand der Strasse, da wenig Verkehr war.

Zwischen den Weinbergen wuchsen überall Olivenbäume, die auch schon Früchte trugen, Zypressenalleen erinnerten an die Toskana. Die Terrassen, auf denen der Wein gepflanzt war,waren meistens mit Mauern befestigt, deren Bau wohl eine jahrhunderte lange Arbeit war.

In São João da Pesqueira trafen wir Micha wieder und fuhren zusammen zum nahe gelegenen Miradouro de São Salvador do Mundo. Wir trauten uns nicht mit unserem Bus die enge Strasse hochzufahren, da wir ja nicht wußten, ob man dort oben umdrehen konnte. Außer einem tollen Rundumblick bot sich uns noch ein besonderes Spektakel. Eine junge Frau kletterte in Flipflops über die Absperrmauer und tanzte auf einem Felsen 300 – 400 m über dem Douro. Das mußten wir natürlich fotografieren. Eine junge Portugisin, die auf der Mauer den Ausblick genoss, schüttelte nur ungläubig den Kopf.

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