27. September 2021 – Abschied von Portugal

Wir übernachteten auf einem Stellplatz in Freixo de Numão. Kurz nach unserer Ankunft erschien der Besitzer und kassiert 5 Euro pro Bus und Nacht. Neben uns standen 2 WoMos mit Franzosen und die kamen mit dem Besitzer, der sehr gut französisch sprach,  schnell ins Gespräch. Ich verstand, dass es sich um Portwein handelte und folgte ihnen zur Degustation. Tatsächlich führte uns der Typ in einen kleinen Raum am Rande des heruntergekommenen Sportplatzes in dem 2 kleine Holzfässchen standen und eine Menge 5L Plastikflaschen. Jeder bekam gleich ein Gläschen Porto, erst weiss dann rot – Letzteren titulierte er als Frauenport. Beide schmeckten nicht schlecht, der Rote war etwas süsser. Er verkaufte uns die 5 L Plastikflaschen für 20 Euro und meinte, dass es sich um Bauernportwein handeln würde. Klar kaufte ich eine Flasche und an diesem Abend gab es nur Portwein zu trinken. Erst am nächsten Morgen entdeckten wir, dass sich hinter den rechten Türen Duschen und Toiletten versteckten. Trotz der abgelegenen Lage war dieser Stellplatz alles andere als ruhig – Hunde bellten die ganze Nacht und um ca 24 Uhr kam eine laut hupende Autokarawane, wahrscheinlich von einer Hochzeit, und fuhr gefühlt mehrere Male um unser Auto herum.  

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Vila Nova de Foz Côa, das nur wenige Kilometer entfernt lag. Es ging wieder steil bergab, erneut grandiose Aussicht und wir konnten erstmals einige Arbeiter bei der Weinlese beobachten. Offensichtlich werden die Trauben von Hand geschnitten und mit einer Raupe zu einem Fahrzeug gebracht.

Etwas vom Ortskern entfernt, gab es einen Parque Arqueológico do Vale do Côa, also ein Naturschutzgebiet der Archeologie und das Museu do Côa, das am 30. Juli 2010 an den Hängen der Verbindungsstelle des Flusses Douro mit dem Fluss Côa eröffnet wurde. Es präsentiert eine Übersicht der Höhlenmalerei im Tal von Côa. An den Uferhängen des Flusses Côa wurden Ende der 1980er Jahre mehrere tausend Petroglyphen entdeckt, deren Alter auf teilweise über 25.000 Jahre geschätzt wird. Die in den Schiefergestein geritzten bildlichen und grafischen Darstellungen zeigen Auerochsen, Pferde, Hirsche, Steinböcke, aber auch Ziegen und Fische, auf einer Länge von über 17 Kilometern. Es ist eine Galerie unter freiem Himmel mit Darstellungen aus dem Paläolithikum, wie man sie bislang nur in geschützten Grotten und Höhlen vorgefunden hatte. 1992 war das Vale do Côa von einer Überflutung durch ein Staudammprojekt gefährdet, dessen Bau bereits im Gang war. Massive Proteste von Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit aus aller Welt konnten das verhindern. Seit 1998 ist das Tal als Weltkulturerbe durch die UNESCO anerkannt. Entlang der Strasse zum Museum und in der ganzen Region wurde eine spezielle Technik angewendet, die wir besonders schön und interessant fanden.

Das Museum, gebaut oberhalb der Mündung des Côa (sieht man leider nicht wegen des Helikopterlandeplatzes) in den Douro, bot einen grandiosen Ausblick auf das Douro-Tal. Es zeigte in 7 Sälen Replikate der Funde aus dem Côa-Tal und verdeutlichte die gefundenen Zeichnungen.

Einige Bilder aus dem Museum, um die Ausstellung und das Innere des Gebäudes zu zeigen.

Das Dorf Vila Nova de Foz Côa hatte nicht viel zu bieten, aber wir fanden ein Restaurant zum Mittagessen und einen kleinen Laden, in dem wir Wein, Honig und Käse kauften. Er lag zufällig genau gegenüber vom Restaurant.

Nach dem Mittagessen fuhren wir die N332 Richtung Spanien – Figueira de Castelo Rodrigo, Almeida und überquerten die Grenze nach Spanien in Vilar Formoso. DIrekt nach der Grenze tankten wir, da der Sprit in Spanien einiges billiger ist als in Portugal. WIr nahmen dann die Autobahn bis Salamanca, kamen kurz vor 18 Uhr an  und quartierten uns auf dem Camping Regio ein. ASCI Karte wurde akzeptiert – wir zahlen 18 Euro pro Nacht.

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