27. April 2026 – Gjirokaster
Wir fuhren gemütlich am Camping ab und erreichten das UNSECO-Weltkulturerbe Gjirokaster gegen 12:45 Uhr (128 km von Vlora aus). Die Fahrt ging auf der sehr guten SN4 weitgehend durch landwirtschaftliche genutzte Flächen, die oft von hohen Gebirgszügen eingerahmt waren. Der Schnee auf den Gipfeln zeigte, dass sie über 2000 m hoch waren. Auf einem Teilstück wurde Erdbeeren unter Folientunneln angebaut, alle 50 m war ein Verkaufsstand an dem sie direkt vermarktet wurden (500 g kosteten 3 EUR). Die Ostseite der Hänge wären unendlich lange Skipisten. Die meiste Zeit ging die Strasse am Fluss Vjosa entlang, der ein stark mäandrierendes meist breites Flussbett hatte und Wasser führte.






Wir kamen an und suchten am Strassenrand stehend im Internet nach einem Stellplatz. Das nutzte ein junger Kerl, um zu unserem Auto zu kommen und seinen Camping an der Hauptstrasse anzupreisen. Aber wir hatten uns schon für den Stellplatz „Garden Rv Park“ in der Stadt entschieden. DIe Zufahrt ging durch enge Geschäftsstrassen, ein paar Autos mussten zurückfahren, damit wir durchkamen. Aber alles ging unkompliziert und dann standen wir vor einem grünen Tor auf dem „Zum Öffnen aufschieben“ stand. Karin schob die grüne Wand auf und wir fuhren auf eine Wiese, die von einer Betonsteinmauer von einem recht desolaten Fabrikbereich abgetrennt war. Kurz nach unserer Ankunft reisten 2 Wohnmobile aus der Schweiz ab, wir standen jetzt alleine auf dem Platz.





Im hinteren Bereich stand ein „kleines“ verrostetes Riesenrad hinter einer Mauer aus Dachziegeln und daneben ein ausgedientes Bobbycar-Karussell. Ein Frau stand auf, hielt uns einen Zettel vor auf dem die Ausstattung des Stellplatzes in englisch stand und zeigte uns das Notwendigste. Nach ein paar Minuten kam sie um 15 € für die Nacht abzukassieren. Wir konnten übrigens bisher alles in Euro und sehr oft mit der Karte bezahlen, obwohl die offizielle Währung Leke ist (z.Z. sind 100 Lek = 1 €).
In der Beschreibung stand, dass gegenüber ein gutes italienisches Restaurant wäre. Da wir bereits hungrig waren, glaubten wir diesen Authoren und gingen dort essen – guter griechischer Salat mit 2 grossen Pizzen, eine Flasche Wasser und ein alkoholfreies Heinecken kosteten 20 €.
Nach dem Essen bestiegen wir unsere ebikes und radelten zur Burg hoch. Anfangs ging die Strasse moderat hoch, dann wandelte sich der Strassenbelag von Teer zu Steinen, auf denen Fahrradfahren wenig Spass macht. Anschliessend ging es steil den Berg hoch, nur noch Schieben half (mehr als 200 m) und am Ende war eine Treppe mit 6 Stufen, über die wir die Räder auch noch hochtragen mussten. Immerhin führte der Weg an sehr schmucken Häuschen und Villen vorbei, die fast alle Hotels oder andere Touristenunterkünfte sind. Ein grosser Teil der Stadt liegt am Bergrücken neben der Burg. Alle diese Hotels haben ein Restaurant mit schönem Stadtblick.









Wir waren ziemlich erschöpft, als wir am Eingang der Burg unsere Räder parkten. EIntritt 8,50 € für uns beide – nur cash, aber Euro akzeptiert und Rückgeld in Euro. Die Burg war riesig. In einem Eck stand ein amerikanisches Militärflugzeug, das 1957 bei Tirana landen musste. Der Pilot durfte ausreisen, das Flugzeug musste zur Propaganda für die Schlagkraft der albanischen Luftwaffe herhalten. Der Bau der Burg geht bis auf das 12./13. Jahrhundert zurück, der Uhrenturm wurden aber erst 1966/67 errichtet. Wir stellten fest, dass die Burg wohl ins feste Programm von Touren der ausländischen Touristen gehört. Eine deutsche Gruppe und eine andere Gruppe bekamen gerade Führungen auf der Burg. Über den Bergen zogen dunkle Wolken auf, aber kein Regen. Mittags hatte es 23 °C und heute Abend sitzen wir um 21 Uhr noch vor dem Bus.








Die Rückfahrt von der Burg ging wieder lange über Steinplaster und führte uns direkt in den Bazaar. Allerdings besteht der Bazaar nur aus wenigen Sträßchen in denen Souvenirläden ihre Waren anbieten und ansonsten aus Restaurants, die ihre Tische auf der Strasse drapiert haben. Tische und Stühle sind in der Höhe angepasst, so dass man eben sitzt, obwohl die Strasse abschüssig ist.






Noch fertig von den Anstrengungen bergauf, gönnten wir uns ein grosses Eis, fuhren zurück zum „Camping“ und kauften unterwegs noch Obst und Tomaten in einem Supermarkt. Dann gab es grünen Salat mit Erdbeeren und gekochten Eiern mit der restlichen Pizza zum Abendessen.
