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27. September 2026 – Radtour nach Welzow

Dieses Plakat am Camping beschreibt die Situation der Menschen in der Lausitz wohl ganz gut, denn der Slogan wird hier öfter gezeigt.

Welzow liegt am aktiven Braunkohle-Tagebau in der Lausitz. Wir hatten uns vorgenommen mit dem Fahrrad zum dortigen Aussichtspunkt Welzow-Süd zu fahren. Die Strecke ging entlang des Senftenberger Sees, weiter am Sedlitzer See bis Lieske und dann nach Welzow – insgesamt 25 km überwiegende guter Radweg. Wir irrten etwas herum, da das letzte Stück bis zum Aussichtspunkt schlecht ausgeschildert war. Vom Aussichtspunkt sah man das Braunkohle-Flöz in der Tiefe und eine Abraumförderbrücke F60, die nur dazu da ist, die Schicht über dem Kohle-Flöz abzutragen. Auf dem letzten Foto sieht man die Verhältnisse – der Bagger ist winzig im Vergleich zu der F60. Diese Abraumförderbrücke F60 überspannt das ganze Gebiet – die Braunkohle liegt in etwa 120 m Tiefe – und kann in einem einzigen Arbeitsgang 60 m mächtige Bodenschichten abtragen. Sie ist dabei zwischen 500 bis 750 m breit und läuft mit einer Geschwindigkeit von 9 m pro Minute – ein technologisches Monster. In Welzow werden momentan jährlich bis zu 30 Millionen Tonnen Braunkohle gewonnen.

Wenn die Lagerstätten freigelegt sind, gewinnen Schaufelradbagger die Rohbraunkohle, die dann über kilometerlange Förderbänder oder mit Zügen zu den Kraftwerken kommt. Die Braunkohleschichte ist bis zu 15 m hoch. Im Lausitzer Bergtagebau wurden in den letzten 150 Jahren 2 Millarden Tonnen Braunkohle gefördert.

Am Plakat kletterte gerade eine Gottesanbeterin hoch und unterwegs am Sedlitzer See gab es einen Aussichtturm aus Cortenstahl, der „rostiger Nagel“ genannt wird. Ein Adler flog hoch am Himmel und wir mussten durch eine Allee fahren, die toll aussah, aber die Strasse waren Kopfsteinpflaster, das mit Teer überzogen war und jeder Stein war zu spüren.

Die ganze Tour umfasste 54 km. Gegen Ende mussten wir am Seeufer einkehren, um unsere Kräfte wiederzuerlangen. Karin nahm eine Gemüsesuppe und ich testete mal die Soljanka – schmeckte prima.

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