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03. Juli 2026 – Odense auf Fünen

Die ganze Nacht hindurch hat es geregnet und gestürmt. Um 6 Uhr morgens kam ein Bautrupp an, die Arbeiter unterhielten sich lautstark und Baumaschinen machten zusätzlichen Krach. Karin stopfte sich Stöpsel in die Ohren und schlief dann noch bis 8.30 Uhr. Die Wetterapp zeigte, dass hier in Nordseeland in den nächsten Tagen keine signifikante Wetterbesserung zu erwarten war. Aber auf Nordjütland schien die Sonne. Es waren zwar nur Temperaturen von 18 – 20 °C zu erwarten, aber heute morgen hatte es in Helsingør nur 14 °C bei heftigem Wind. Wir beschlossen zu flüchten.

Bevor es Richtung Insel Fünen ging, wollten wir aber noch die Küste von Nordseeland sehen, die oft als „dänische Riviera“ bezeichnet wird. Der Regen hörte zum Glück auf und wir fuhren bis Gilleleje, zweigten dann ins Landesinnere ab und fuhren nach Hillerød, um noch einen Blick auf Schloss Frederiksborg zu werfen. Seit 1650 wurden die meisten dänischen Könige in der Frederiksborger Schlosskapelle gesalbt. Auch die Hochzeiten der königlichen Familie finden üblicherweise dort statt.

Einmal bei heftigen Windboen in den Innenhof des Schlosses und dann rund um den Teich zurück zum WoMo gegangen. Nach einer halben Stunde ging es weiter nach Odense, das auf der Insel Fünen liegt. Die meiste Zeit führte die Strecke durch landwirtschaftlich genutzte Gegenden, Weizenfelder säumten den Weg. Dann kamen wir zur Brücke über die Meerenge „Grosser Belt“ (dänisch: Storebæltsbroen). Kurz vor der Brücke kam die Mautstelle. Die Überfahrt für das WoMo kostete 49 €. Es ging ein starker Wind und Karin musste ständig gegen die Windboen kämpfen. Besonders stark war der Effekt des Winds wenn man an einem der beiden Pylone vorbeifuhr, nach dem Pylon machte das Auto fast einen Satz zur Seite. Unten tobte das Meer.

Im Verlauf der Strecke liegt die Insel Sprogø mit ihrem Leuchtturm. Die Brücke zwischen der Insel Sprogø und Seeland hat eine Gesamtlänge von 6790 Metern. Teil dieser Konstruktion ist eine Hängebrücke, die mit einer Länge von 2694 Metern und einer Hauptspannweite von 1624 Metern die viertlängste Hängebrücke der Welt ist. Ihre beiden Stahlbetonpylone haben eine Höhe von 254 Metern, der Fahrbahnträger ist 31 Meter breit und liegt ungefähr 70 Meter über dem Meeresspiegel. Danach folgt ein weitgehend ebener Brückenteil. Die Gesamtstrecke zwischen Seeland und Fünen ist 16,4 km. Dann ging die Autobahn direkt bis Odense. Der Camping liegt nicht weit von der Autobahn entfernt, um 16 Uhr waren wir da.

EIne halbe Stunde später sassen wir auf dem Rad und fuhren ins Zentrum. Leider fanden wir die am Empfang empfohlene Route durch den Wald nicht, fuhren daher an der Strasse entlang. Kurz was einkaufen und eine kleine Runde in der Innenstadt, die schöne kleine Gässchen hatte.

Dann ging es zum Food Market quer durch die Stadt. Irgendwann überholten uns 6 Frauen und mit der Zeit stellte sich heraus, dass wir das gleiche Ziel hatten. Es ging auf einer Fahrradbrücke über die Gleise und schon standen wir vor der Halle. Gleiche Prozedur wie in Helsingør – aussuchen, bezahlen, warten bis der Pager blinkt, abholen, essen. Heute entschieden wir uns für japanisches Essen – Tan Tan Ramen, eine cremige, würzige und leicht scharfe japanische Nudelsuppe mit Hackfleisch für mich und die vegane Variante für Karin (145 DKK pro Gericht). Wir sassen an einem Biertisch zusammen mit 2 englisch-sprechenden Frauen, die sich recht laut über Beziehungsprobleme unterhielten. Es war insgesamt sehr laut, so dass Karin und ich recht einsilbig aßen.

Man konnte wegen des Lärms nicht lange sitzen bleiben und gerade baute auch noch einen Band für ein Konzert auf. Daher zogen wir es vor, wieder aufs Rad zu sitzen und die Innenstadt etwas gründlicher anzuschauen. Dieser Mal fanden wir auch den richtigen Radweg an dem Fluss Odense Å entlang. Auf dem Fluss fuhren sogar Ausflugsschiffe. Ein sehr schöner Radweg am Fluss, der über kleine Brücken ging.

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