Safari im Bandhavgarh Nationalpark

Um 5 Uhr aufstehen zur Morgensafari fällt mir schwer. Zu unserer Überraschung sind wir zu zweit auf einem Jeep. Unser Fahrer auf beiden Exkursionen ist Gajendra Singh, der sich als ausgezeichneter Kenner der Tier- und Pflanzenwelt im Park herausstellt. Es ist noch recht kalt um diese Zeit, also alles anziehen was man dabei hat. Wir bekommen noch eine Decke, um besser geschützt zu sein. Wir fahren ca 5 km zum Gate 2, unsere Pässe werden kontrolliert, damit auch nur die vorregistrierten Personen Einlass bekommen. Es geht durch recht trockene Wälder, in denen hauptsächlich Salbäume wachsen, die hartes Holz, ähnlich wie Teakholz, haben. Dazwischen wieder grosse Bambussträucher. Schon nach kurzem sehen wir im Sand Tigerspuren, aber wir finden ihn leider nicht. Etwas später stehen viele Autos an einer Stelle, einer behauptet einen männlichen Tiger gesehen zu haben. Wir warten eine halbe Stunde, nicht tut sich, wir fahren weiter. Unterwegs begegnen wir Gaur-Ochsen, einem kleinen Reiher, Hornbills, vielen Rehen und Hirschen und eine Hindurake zeigt uns ihr schönes Gefieder. An einem Toilettenhäuschen gibt es mitgebrachtes Frühstück, andere Jeeps kommen und niemand hat einen Tiger gesehen. Am Schluss der Safari laufen noch 2 Schakale auf unserem Fahrweg. Etwas magere Ausbeute für das frühe Aufstehen.

Zum Mittagessen bekomme ich endlich “spicy” indische Gerichte. Nachdem ich am Vorabend erwähnt habe, dass es zwar gut schmeckt, aber überhapt nicht indisch gewürzt sei, bekomme ich ab jetzt Spezialbehandlung, gleiches Essen, aber schön scharf.

Nachmittags um 14.30 Uhr geht es auf zur 2. Safari am heutigen Tag. Gleicher Fahrer, aber anderer Begleiter (die Rolle der Begleiter konnten wir nicht rausfinden – waren junge Burschen, die kaum mal einen Ton gesagt haben, vielleicht Lehrlinge). Ich frage, wo es dieses Mal hingeht. Als ich höre, dass wir noch einmal in die gleiche Zone 2 fahren wie morgens, sind wir enttäuscht. Aber es gibt keine Alternative, so war die Tour von unserem Reisebüro gebucht worden. Um 15 Uhr öffnet sich der Schlagbaum und wir und 10 andere Jeeps dürfen passieren. Nach ein paar Minuten über holperige Wege zeigt uns der Guide diese Eule, die in einem ausgehöhltem Baum wohnt. Danach kommen 2 große Wildschweine, die Lieblingsspeise der Tiger.

Kurz danach liegt ein Tiger in einem Wasserloch und läßt es sich gut gehen. Nach ca 10 min steht er auf und verschwindet im hohen Gras.

Unser Fahrer wendet sofort und wir jagen mit hoher Geschwindigkeit an eine Stelle weiter oben. Unser Fahrer denkt, die Tigerin wird dort vorbeikommen, da sie 2 Junge hat, die irgendwo im Wald versteckt auf sie warten. Quälende Stille, kein Laut zu hören. Und tatsächlich kommt sie lautlos aus dem Gebüsch. Inzwischen stehen dort natürlich schon eine Reihe von Autos, die uns gefolgt sind und der Kampf um die besten Plätze beginnt.  Der Tiger möchte eigentlich über den Weg in den Wald, aber der Weg wird durch die Autos versperrt. So muss er die Reihe der Autos in 4-5 m Abstand entlanggehen, bis er eine Lücke findet. Immer wenn er weiter läuft, fahren die Autos parallel ebenfalls weiter. Mit der Zeit merkt man ihm an, dass ihn das ärgert. Die Gier der Menschen, Tiger in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können, ist wohl die einzige Überlebenschance für diese Tiere. Dafür müssen sie leider diese Unannehmlichkeit in Kauf nehmen. Nach ein paar Minuten springt sie dann mit 2 Sätzen zwischen den Autos durch, ruft mehrfach nach ihren Jungen und verschwindet im Wald. War ein einzigartiger Anblick, den wir wohl nie vergessen werden.

In der Abendsonne stehen ganze Herden der potentiellen Opfer des Tigers … Das Kitz ist gerade einen Tag alt.

Die Safari endet mit einem Sonnenuntergang, bevor wir rausfahren müssen.

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