16. Juli 2022 – Rotterdam

Am Morgen nach dem Frühstück verliessen wir bei schönstem Sonnenschein die Marina, stellten das Auto davor auf einen WoMo-Parkplatz und gingen zu Fuß ins Städtchen um einzukaufen. Dann ging es Richtung Rotterdam, unserem nächsten Ziel. Vor der Autobahn noch schnell tanken (2,049 € der Liter Diesel). Auf der Autobahn wäre der Liter auf schlappe 2,199 € gekommen. Die Fahrt auf der Ringautobahn um Amsterdam führte wieder an den schon erwähneten Hochhäusern vorbei, so dass wir dieses Mal Bildmaterial nachliefern können.

Wir checkten nach etwa einer Stunde Fahrt auf dem Stadtcamping von Rotterdam ein. Gleich einen Stellplatz gefunden (für 31€ die Nacht), Fahrräder ausgepackt und schon ging es los Richtung Hafen. Auf dem Weg kamen wir am Hauptbahnhof vorbei und waren einigermaßen überrascht über die Menge an Fahrrädern, die hier abgestellt waren. Es gab viele dieser Ständer in 2 Reihen, das reicht für tausende von Rädern. Unter dem Bahnhof ging ein Fussgänger und Fahrradtunnel durch. Man kann sagen, dass Städte in Holland Fahrradstädte sind und Autos nur noch eine Nebenrolle spielen. Das Netz der Radwege ist überall super ausgebaut und es gibt oft sogar Bodenschleifen, die Ampeln umschalten noch bevor der Radfahrer sie erreicht – richtig grüne Welle fürs Fahrrad. Nach der Unterführung standen wir im Zentrum und schauten uns nur noch um. Eine Skyline fast wie in New York liess uns staunen. Rotterdam war 1940 fast komplett durch Bomben zerstört worden, daher wurde fast alles neu aufgebaut und immer wieder erweitert.

Das letzte Bild der obigen Galerie zeigt die Erasmus-Brücke. Wir wollten in Rotterdam eine Hafenrundfahrt machen, um die Dimension dieses Hafens zu verstehen. Wir fanden den Ticketshop nach kurzem Suchen und gingen direkt (um 14 Uhr) auf den Dampfer. Natürlich waren wir nicht die Ersten, die auf das Oberdeck kamen. In der ersten Reihe saßen Mutter mit Sohn, die jeweils einen Platz neben sich mit einem Rucksack reserviert hatten. Ich fragte sie, ob der Platz frei wäre und siehe da, wir hatten plötzlich beide einen Sitzplatz in der ersten Reihe. In Rotterdam mündet der Niederrhein, ein Abzeig des Rheins kurz nach der holländischen Grenze ins Meer und speist den Hafen. 2021 wurden in diesem Hafen fast 29 000 Seeschiffe und 100 000 Binnenschiffe abgefertigt, insgesamt 469 Millionen Tonnen Fracht. Die Fahrt ging erst entlang des Ufers Richtung Containerhafen und dann in mehrere kleinere Abschnitte, in denen Schiffe beladen wurden. Es war Samstag, deshalb war nicht gerade viel Betrieb. Trotzdem konnte man sich eine Vorstellung von den Arbeiten machen. Das Gebäude auf dem 3. Bild links hatte 3 Windkrafträder auf dem Dach mit vertikalen Rotoren, die man man selten sieht..

Zurück von der einstündigen Rundfahrt besuchten wir noch die Markthalle, die ein relativ neues Wahrzeichen ist. Sie wurde 2014 fertiggestellt. Auf über 11000 m2 haben Künstler ein Stilleben geschaffen, das auf 4000 1,5 x 1,5 m grossen Glasscheiben erstrahlt. Die Aussenhaut des 11stöckigen Gebäudes besteht aus Wohnungen, die alle Fenster ins Innere der Halle besitzen und unter der Halle befinden sich 2 Stockwerke Parkplätze. Wenn man die Markthalle verläßt, landete man auf einem grossen Markt, auf dem man Obst, Blumen, Fleisch, Kleidung, …. kaufen kann. Ein Prediger verkündete ohne je Luft zu holen, dass wir alle Sünder sind und sofort gläubig werden müssen, um die Welt besser zu machen. Kaum jemand hört je zu, aber seine Lautstärke macht ihn irgendwie unüberhörbar.

Karin hatte am Vortag den Wunsch geäussert mal wieder thailändisch zu essen. Also suchten wir erst in verschiedenen Gegenden und dann in Google Maps nach einem Thai Restaurant. Es war etwa 2,6 km entfernt und so fuhren wir schnell hin. Es entpuppte sich als ein Thai2Go. Das heisst man kann nur bestellen und es wird geliefert. Wir konnten uns aber Gerichte aussuchen und bekamen sie 5 Minuten später gut verpackt ausgehändigt. Dann schnell zurück zum Camping und noch warm gegessen. Nach dem Essen gab es noch einen Spaziergang an der Gracht entlang, die neben dem Camping verlief. Die Häuser, die wir anfangs als feste Häuser eingeordnet hatten, waren alle Hausboote. Teils mit idyllischen Sitzplätzen am Wasser, immer aber mit Bootsanleger und Badetreppe. Der Camping hatte sich inzwischen ziemlich gefüllt, die Autos standen in 3 Reihen auf dem Platz und es gab weitere Wege, in denen ebenfalls Camper und Zelte standen. In den Bäumen entdeckte Karin noch grosse grüne Papagaien, die sich hier offensichtlich sehr wohl fühlten.

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