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20. März 2024 – Hammerfest nach Tromsø

Morgens wachte ich im Hafen von Havøysund auf und die Sonne schien mir ins Gesicht. Das war ein ganz anderes Gefühl als in dem Nebel. Als das Schiff aus dem Hafen fuhr, noch schnell ein paar Fotos aus dem Fenster unserer Kabine gemacht. Es ging weiter nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt Norwegens, die wir um 11 Uhr erreichten. 

Kurz vor Hammerfest liegt eine kleine Insel namens Melkøya (dt. Milchinsel) auf der sich eine Anlage zur Produktion von LNG befindet. Das Gas wird durch eine 160 km lange Pipeline aus dem Meer hierher geleitet und hier verdichtet, auf Tankschiffe geladen und in verschiedene Länder Europas exportiert.

Havila legte allerdings nicht am Hafen in der Stadt an, sondern etwas ausserhalb, da die normale Anlegestelle renoviert wurde. Da das Schiff nur 1:45 Stunden hier lag, organisierte Havila einen Bus, in dem man eine Stadtrundfahrt machen konnte. Angesichts des hohen Preises und der überschaubaren Innenstadt verzichteten wir und gingen zu Fuss zum nahen Struve-Meridian (Meridianstøtten). Diese Meridiansäule markiert den nördlichsten Messpunkt des Struve Meridianbogens (ein Unesco Weltkulturerbe), der aus einem 2821 km langen Netz von Vermessungspunkte zwischen Hammerfest und dem schwarzen Meer. Mit Hilfe dieses Bogens wurde die Erdabplattung an den Polen bestätigt und vermessen. Hammerfest hat ca 10 000 Einwohner und die LNG-Produktion schaffte 600 Arbeitsplätze. Auf der Weiterfahrt kreuzte ein beladene Gastanker beinahe unseren Kurs.

Auf der Weiterfahrt war Øksfjord die nächste Station. Von hier aus sollte man einen Blick auf den neuntgrössten Gletscher Norwegens haben und dieser Gletscher wäre der einzige Norwegens, der ins Meer kalbt. Trotz intensiver Suche konnte ich den Gletscher nicht identifizieren. Nachforschung im Internet ergab, dass die Stelle, an der er ins Meer kalbt, auf der anderen Seite des Berges war – Pech. Aber die Einfahrt in den winzigen Hafen war schön. Verglichen mit den Fischerbooten war unser Schiff riesig. Im Hafen war auch eine Fischzucht, aber vom Deck aus war kein Fisch zu sehen. Auf jeden Fall ein tolles Bergpanorama.

Kurz vor Mitternacht kamen wir in Tromsø an. Vom Meer aus konnte man bei Nacht die Ausdehnung der Stadt viel besser erfassen, als am Tag. Obwohl die Nordlicht-Vorhersage recht optimistisch war und die Wolken auch an vielen Stellen aufrissen, konnte man in dieser Nacht leider doch kein Polarlicht sehen.

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