22. Juli 2022 – Burg Vianden & Stadt Luxemburg

Nach Frühstück und Dusche gings los Richtung Luxemburg. Wir entschieden uns einen kleinen Umweg zu fahren (fast 70 km), um in Vianden das Château anzuschauen. Schloss Vianden wurde 2019 von CNN als eines der 21 schönsten Schlösser der Welt aufgeführt. Wir fanden einen Parkplatz unten im Dorf und marschierten den Weg zum Schloss hoch. Wandern sind wir nicht mehr so gewöhnt…. Es war heiß und steil, aber nach etwa 20 Minuten hatten wir es geschafft und einen super Blick über die ganze Gegend. Das Schloss war naja, ganz ok, aber auch nichts weltbewegendes. Auf verschiedenen Schautafeln konnte man die Entwicklung während der letzten Jahrhunderte begutachten und in verschiedenen Räumen Waffen, Kleidung, Kücheneinrichtungen und -utensilien anschauen. Interessant war eine Schautafel auf der gezeigt wurde, wie man die Kettenhemden für die Ritter hergestellt hat. Auf dem Rückweg zum Auto kauften wir noch Brot und ein paar süße Stückchen für den Kaffee ein, tankten für 1,790 €/L den Bus voll und fuhren dann weiter Richtung Luxemburg.

Achim hatte schon vorgestern versucht, einen Platz auf einem der beiden Campingplatz, die es nahe Luxemburg gibt, zu reservieren, bekam aber eine Absage. Tja, das Wochenende naht und alle haben Ferien, das könnte schwierig werden. Also versuchten wir unser Glück bei einem anderen, an der Einfahrt leuchtete schon ein rotes Schild „complete“ und zwei weitere Wohnmobile standen vor der Schranke. Achim hat es trotzdem versucht, ein Wohnmobil zog gleich wieder ab und da es so lange dauerte, schöpfte ich schon Hoffnung. Achim muss all seinen Charme eingesetzt haben, denn wir bekamen wirklich noch den anscheinend letzten Platz gegenüber des geschlossenen Bistros,  das aber geschlossen war. Während wir reinfuhren, kamen mindestens noch drei Camper, alle zogen enttäuscht weiter! Manchmal muss man einfach Glück haben.

Der Camping “Bon Acceuil” ist wirklich schön, viele grosse Bäume, großer Kinderspielplatz, supersaubere Duschen und Toiletten. Abends sollte ausserhalb des Platzes im Stadtpark ein Konzert stattfinden – Eintritt frei.

Aber wir wollten erstmal die Stadt erkunden und so schwangen wir uns auf die Räder und fuhren die 10 km auf einem idyllischen Radweg entlang der Alzette durch Wald und Wiesen, vorbei an Schrebergärten und Blumenwiesen und landeten schließlich in der unteren Stadt. Es sollte irgendwo einen Fahrrad-Aufzug in die Oberstadt geben, den uns ein freundlicher Herr zeigte. Wir fuhren samt Rädern nach oben und landeten direkt vor dem Justizministerium. Dann ging es über die Adolphebrücke zum Bahnhof. Da oben war ganz schön was los, eine breite Einkaufsmeile und jede Menge Menschen. Da wir den morgigen Tag sowieso nochmal hierher kommen wollten, fuhren wir nach einiger Zeit wieder mit dem Aufzug nach unten, denn unser Magen grummelt, wir hatten ja noch kein Mittagessen 😟.

Im Hinterhof des Restaurants Bosso bekamen wir auch wieder einen der letzten Plätze. Der Hof war interessant gestaltet, Achim hat mir gleich versprochen, auch solche Gestelle aus Wasserrohren zu bauen, an denen man Gläser für Kerzen oder Blumen aufhängen kann. Mal sehen, was daraus wird. Die Speisekarte war reichhaltig und da eine luxemburgische Spezialität angepriesen wurde, probierte Achim sie gleich aus. Ich würde sagen, bei uns wären das Schupfnudeln und Sauerkraut, dort hieß es Kniddelen mit unterschiedlichen Beilagen. Entweder mit Pilzen oder Speck und/oder Sauerkraut. Achim entschied sich für letzeres und es schmeckte ihm sehr gut. Ich nahm Flammenkuchen, auch lecker. Nach einiger Zeit gesellte sich ein lustig aussehendes, englisch sprechendes Pärchen an den Nebentisch. Sie studierten eingehend die Speisekarte und versuchten alles via Handy zu übersetzen. Da sie sich auch über die Kniddelen unterhielten, aber nicht sicher waren, was das sein sollte, sprach ich sie an und zeigte auf Achims Teller. Sie kamen zum kucken und es war eine sehr lustige Situation. Ich hätte sie ja auch noch probieren lassen, aber…..

Gegen halb acht brachen wir auf, 10 km Rückweg ohne grosse Steigungen, die schwarzen Wolken hatten sich verzogen und wir kamen trocken am Bus an.

Um halb neun hörte man lautes Bassgewumme, die „Lightplay Band“ hatte begonnen zu spielen. Das Konzert hieß “A tribute to Coldplay” und war eins der vielen Tribute to … Konzerte des Kultursommers, der in den Sommermonaten hier stattfand und noch stattfindet.

Auf der Grasfläche vor einer großen Bühne hatten sich schon ziemlich viele Leute eingefunden, viele eingefleischte Coldplay Fans mit entsprechenden T-Shirts, Kinder vor der Bühne, extatisch tanzende junge Damen, die Stimmung war sehr gut. Im Hintergrund konnte man ab und zu die echte Coldplayband auf einer Leinwand sehen und dazu spielten die lightplays mehr oder weniger. Ich fand es etwas verwirrend, eine rhythmisch hämmernde Bassdrum zu hören, aber an der drum auf der Bühne rührte sich nichts….ja es ist ja klar, dass die nicht so spielen können wie die Originale, aber ich hätte es ohne das Playback besser gefunden. Nun denn, Geschmäcker sind verschieden, wichtiger ist ja, dass die Leute Spaß haben und die Stimmung gut ist und so war es auch. Nach zwei Stunden gingen wir zurück zum Bus und dann war auch gleich Ruhe und wir hatten eine ruhige Nacht begleitet von Regengeräuschen.

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