27. Juni 2026 – Dodekalitten, Troll und Meer
Um 9:30 Uhr fuhren wir los zu den Dodekalitten, die Karin im Internet aufgespürt hatte. In unserem Reiseführer stand praktisch nichts über Lolland. Nur 2 Freizeitsparks fanden darin Erwähnung. Ab zuerst gingen wir in Nakskov einkaufen. Vor der Stadt waren riesige Zuckerrübenfelder und in der Stadt gab es eine grosse Silos, in denen Rübenzucker gelagert wurde. Am Ortseingang war eine Firma, die Windräder herstellte. Mehrere Windkraftrad-Flügel lagen zur Abholung bereit.



Die Dodekalitten lagen bei Kragenæs (21 km von Nakskov). Wir sahen sie schon von weitem, parkten unser WoMo im Schatten und wanderten durch einen dichten Wald, dem Wanderweg Hjertestien und dann über die offenen Felder zu der Installation. Der Weg wäre einfach gewesen, wenn nicht gerade die grosse Hitzewelle auch Dänemark erfasst hätte. So war die Temperatur bei 34 °C als wir den Wald verliessen. Die Sonne brannte unerbittlich auf uns herab. Wir hatten uns gut mit Sonnenschutzmittel eingecremt und, dank Karins Rat, trug ich meinen Strohhut. Karin fächelte sich mit ihrem Fächer Luft zu. Wir wunderten uns über viele ältere Menschen, die sich zum Teil mit Stock, ohne Wasser und ohne Hut auf die Strecke machten.


Das Wort Dodekalit ist griechisch und bedeutet zwölf Steine. Das fertige Kunstwerk besteht aus 12 aus Granit gehauenen Steinfiguren, die 7 bis 9 Meter hoch sind und jeweils 25 bis 45 Tonnen wiegen. Die obersten 2 Meter der Figuren sehen aus wie Köpfe, die alle in die Mitte eines Kreises mit 40 Metern Durchmesser blicken. Geschaffen wurden diese Figuren von dem Bildhauer Thomas Kadziola (Quelle: https://www.visitlolland-falster.de). Beim Anschauen der Installation hörte man eigens komponierte Musik und hatte eine schöne Sicht auf den Smålandsfarvand, das Meer im Hintergrund. Der Rückweg in der brütenden Hitze wurde zur Herausforderung. Zurück am Bus schnell einen kalten Kaffee aus dem Kühlschrank und baldiges abfahren – die Klimaanlage des Autos war ein Segen.









Die beeindruckenden Holzskulpturen des Recycling-Künstlers Thomas Dambo stehen mittlerweile an über 130 Orten auf der ganzen Welt. Sie verteilen sich über mehrere Länder wie die USA, Australien, Puerto Rico, Südkorea, Chile und Europa. Die größte Ansammlung von über 10 Trollen befindet sich in den Wäldern und Gemeinden rund um Kopenhagen. Im „Arken Museum für zeitgenössische Kunst“ ist gerade eine grosse Ausstellung seiner Werke. Weitere Skulpturen stehen auf Fünen, Jütland und Lolland und auf Lolland waren wir ja gerade und daher mussten wir uns diesen Troll einfach ansehen. Wir fuhren also nach Maribo zum Camping und suchten den Troll. Da wir ihn nicht fanden, fragte Karin an der Rezeption. Die Frau lachte nur und meinte, wir sollten vor dem Camping in den Wald. Mit dieser Information fanden wir ihn dann. Es gab keine Hinweisschilder und das ist wohl das Konzept des Künstlers. Der Troll war mehr als 4 m hoch, die Keule bestand aus lauter Holzvogelkästen und die Haare waren dünne Äste.







In Maribo gab es eine grosse Seenplatte. Der Camping war leider weitgehend ohne Schatten. Wir entschlossen uns daher zur Insel Møn zu fahren und dort am Meer baden zu gehen (Strecke 74 km). Wir fuhren ein Stück Autobahn E47 Richtung Kopenhagen. Bei der Überquerung des Sunds verliessen wir die Brücke in der Mitte, um auf die Insel Farø zu gelangen, fuhren dann weiter über die Insel Bogø zur Insel Møn. Wir wollten zum Ulvshale Strand, der im Reiseführer als toller Badestrand beschrieben war. Ausserdem sollten hinter dem Strand viele Kreuzotter leben, die ich gerne auch sehen wollte. In Stege stand am Hafen eine rostende Konstruktion einer Kirche, keine Ahnung wozu. Der Strand war wirklich schön – klares Wasser, Sand zum liegen. Man konnte einfach ins Wasser gehen, wären da nicht die Wassertemperatur von 16 – 17 °C und jede Menge Ohrenquallen im Wasser gewesen. Wir identifizierten die Quallen, die nicht nesseln und gingen dann doch mehrfach kurz ins Wasser – aber nur bis zum Hals.









Gegen 17 Uhr sah es so aus als ob ein Gewitter aufziehen würde, wir packten zusammen und fuhren noch auf die Insel Nyord. Dort gab es ein Naturschutzgebiet, in dem man Vögel beobachten können sollte. Leider zeigte sich kein besonderer Vogel – nur Enten, Möwen und die omnipräsenten Tauben. Stattdessen liefen mächtige Bullen frei herum.

Wir kehrten um und fuhren zum Camping, der direkt neben dem Strand lag. Platz aussuchen, schnelles Einchecken (44 € für eine Nacht, ohne Strom). Es war immer noch drückend heiss, so dass wir beide auf unseren Stühlen ein Nickerchen machen mussten. Kalte Dusche machte wieder fit. Um 22 Uhr wurde es etwas kühler, so dass an schlafen im Bus langsam möglich schien.
