28. Juni 2026 – Møn Klint
Um 1 Uhr morgens begann ein Gewitter. Es blitzte und donnerte heftig, aber der Regen war nur kurz. Kurz vor dem Regen ging Karin noch vor den Bus, um die Stühle in den Bus zu räumen. Den Tisch legte sie einfach mit der Tischfläche zum Boden, damit er auch bei starken Sturmböen nicht wegfliegen kann. Das Gewitter legte sich wieder irgendwann, aber morgens um 5 Uhr zog noch ein Gewitter durch und es regnete bis 7:30 Uhr. Danach kam etwas Leben auf den Camping. Alle Leute, die bei uns vorbeigingen, um aufs Klo zu gehen, bewunderten unseren Tisch. Sie dachten wohl, dass er durch das Gewitter umgeworfen worden ist.
Wir frühstückten gemütlich und fuhren dann nochmals zum Urvshala-Strand, der ja genau neben dem Camping lag. Als wir ins Wasser gingen, stellten wir verwundert fest, dass die Wassertemperatur jetzt 20 °C war und dass kaum noch Quallen im Wasser zu sehen waren. Trotz Sonntag waren recht wenig Leute am Strand. Ein junges Pärchen alberte stundenlang im Wasser mit ihrem Sohn herum, machte Spass zuzuschauen. Dann kam eine Familie mit 2 Windhunden, die auch ins Wasser mussten, obwohl ihnen das nicht wirklich passte.
Gegen 15 Uhr fuhren wir die 20 km zum Camp Møns Klint. Wir hatten dort bereits 2 Nächte gebucht. Ein riesiges Camp mit Teich, Pool, Kinderspielplatz und vielen Bungalows. Wir hatten einen Stellplatz Falcon 64-100 m2 mit Strom gebucht, der 72 € pro Nacht kostete. Die Nähe zum UNESCO-Welterbe Møns Klint und geschicktes Vermarkten – dark sky Plätze und dark sky Restaurant. Man soll hier den Nachthimmel besonders schön sehen – sind gespannt. Das Restaurant schliesst bereits um 22 Uhr, da ist es im Moment noch hell – also schon mal nichts mit „dark sky“.
Um 16:30 Uhr stiegen wir auf die Fahrräder und fuhren die 5 km zum Geocenter Møns Klint. Der Fahrradweg führte durch den Wald. Es gab einige Anstiege und sogar Stellen mit 15 % Gefälle, ganz ungewöhnlich für das flache Dänemark. Eine Erdkröte, die den Radweg querte, entkam nur zufällig dem Tod durch Überfahren und ein Rehbock schaute ungerührt zu, als wir vorbeifuhren. Wir wollten uns das ganze erst Mal anschauen und morgen zum Strand der Kreidefelsen hinabwandern. Møns Klint ist Dänemarks höchste Klippe. Es ist Teil der riesigen Schicht von Kreide, auf der große Teile Dänemarks ruhen.
Die Kreide besteht aus Skelettresten von Tieren, die vor etwa 70 Millionen Jahren gelebt haben.
Irgendwie konnten wir nicht widerstehen und gingen die 500 Holzstufen hinunter – Höhendifferenz 100 m. Wir gingen jedoch nicht ganz bis zum Strand, sondern blieben auf einer kleinen Plattform kurz oberhalb, von der man einen schönen Blick auf die Felsen hatte. Am Strand suchten noch 2 Leute nach Fossilien, die man mitnehmen darf, solange man nicht an den Klippen herumhämmert.
Immer wieder hatten uns hochkommende Leute gewarnt, dass der Aufstieg die Hölle wäre. Als wir dann hochgingen, waren wir in 12 Minuten oben, etwas durchgeschwitzt, aber ohne Konditionsprobleme.
Kurz vor dem Ende des Aufstiegs überholte eine Frau, die ihren Hund huckepack hatte. Der weisse Spitz schaute interessiert herum.









Zwischen Møn und Rügen gibt es einen riesigen Windpark – das Offshore-Windparkgebiet Kriegers Flak. Der dänische Teil umfasst 72 Offshore Windkraftanlagen, die sowohl mit dem dänischen als auch mit dem deutschen Stromnetz verbunden sind. Die Anlage liefert Strom für 600 000 Haushalte (600 MW Leistung). Aus der Ferne sah man gar nicht, wie viele Kraftwerke dort arbeiten. Wenn man einen Ausschnitts des Fotos anschaut, sieht man die Dimension der Anlage.


Wir nahmen die Strasse statt des Fahrradwegs für den Rückweg. In einer Kurve schlängelte eine grosse schwarze Ringelnatter über den Weg. Sie war zu schnell, um ein Foto zu erlauben.
