29. Juni 2026 – Insel Møn
Wir hatten gerade im Schatten eines Kirschbaums gefrühstückt, da begann es leicht zu regnen. Es waren die Ausläufer des Gewitters, das gerade über Hamburg zog. WetterOnline hatte den Zeitpunkt exakt vorhergesagt ! In 2 -3 Stunden, also spätestens um 14 Uhr soll wieder die Sonne scheinen – mal schauen.
Es hat gestimmt, bereits um 13:30 Uhr liess der Regen nach. Wir bewunderten die Ferien-Häuschen nebenan, die alle eine schöne Dachbepflanzung hatten. Jedes dieser Ferienhäuser hat einen Whirlpool auf der Terrasse – blanker Luxus.



Weiter zur Strasse hoch stand ein Gestell aus Cortenstahl, das die Form eines Schmetterlings bildete. Die Quadrate aus denen der Schmetterling bestand waren genormt für quadratische Einschübe aus Holz und sollten wohl Insektenhotels beherbergen. Die meisten Einschübe standen vor dem Gestell, da sich das Holz bei Nässe ausgedehnt hatte und nicht mehr in die Aussparungen passte. Schöne Idee, zumal die Gegend berühmt für ihre Schmetterlinge ist (siehe unten).



Nachdem der Regen aufgehört hatte, fuhren wir mit den Fahrrädern zum Leuchtturm von Møn. Die Strasse war teilweise ziemlich rutschig, da nicht geteert, sondern Kreide als Untergrund (6,1 km). Es ging durch den für hier typischen Buchenwald. Unterwegs sahen wir ein Hügelgrab aus der Bronzezeit, dessen Beschreibung erwähnte, dass dieses Grab noch nie geöffnet wurde. Vom Parkplatz am Leuchtfeuer ging ein schmaler Pfad entlang, der nach rund 200 m zum Strand hinab führte. Dort erwarteten uns bereits einige schlafende Möwen auf Felsen. Wir gingen am Strand entlang, die Kreidefelsen ragten scheinbar unendlich in den Himmel. Karin fand schnell ein Stück Treibholz, das einem Drachen ähnelte.












Neben dem Leuchtturm stand ein mit Schilf gedecktes Haus, das uns sehr gefiel.


Dann stiegen wir wieder auf die Räder und fuhren die Strecke über Busene und Mandemarke. Wir kamen am Anfang des Wanderwegs Høvblege an, entschlossen uns aber angesichts des Sonnenscheins, die Tour doch nicht zu machen. Man konnte sehen, dass die Strecke ohne Schatten war und wir waren einfach nicht gut vorbereitet für diesen Weg. Am Strassenrad beobachteten wir viele Widderchen (Gattung Zygaena), auch bekannt als Blutströpfchen, die auf Flockenblumen den Nektar suchten. Das Gebiet Høvblege ist eines der artenreichsten und landschaftlich schönsten Kreide-Hügelgebiete Dänemarks. Es ist berühmt für seine spektakuläre Aussicht auf die Ostsee (bis nach Rügen), seine reiche Flora (inklusive seltener Orchideen) und beheimatet als einzigen Ort in Dänemark den extrem seltenen Schwarzgefleckten Bläuling. Der wunderschöne Schmetterling ist bei der Wahl seines Lebensraums äußerst wählerisch und daher im Rest des Landes ausgestorben. Er hat einen absolut unglaublichen Lebenszyklus! Das Weibchen legt seine Eier entweder auf Thymian oder Majoran. Aus dem Ei kriecht die Larve, die in den ersten Wochen die kleinen Triebe der Pflanze frisst. Dann lässt sie sich zu Boden fallen, wo sie liegt und darauf wartet, dass eine rote Stechameise sie findet. Die Schmetterlingslarve sondert Duftstoffe ab, die die Ameise dazu veranlassen, sie zum Ameisenhaufen zu befördern. Hier unten darf die Raupe ruhen, da sie auf ihrem Rücken ein zuckerhaltiges Sekret absondert. Die Ameisen fressen es gerne. Den Rest des Sommers, Herbsts, Winters und Frühlings lebt die Larve bei den Ameisen, wo sie sich von den Larven der Ameisen ernährt. Schließlich verpuppt sie sich und kriecht im Juli als vollständig geschlüpfter Schmetterling aus dem Ameisenhaufen. Jetzt hat er nur noch sehr kurze Zeit, um zu schwärmen, sich zu paaren, Eier zu legen und zu sterben, bevor das Leben für die nächste Generation weitergeht (Quelle: Internet).





Die Strasse bot tolle Blicke aufs Meer. In der Ferne sah man wohl Rügen. Eine Ziegenherde wartete auf einem Hügel.




Auf dem Rückweg entschieden wir uns noch zum Schloss Liselund zu fahren, das ca. 4 km entfernt lag. Der Liselund Park ist der am besten erhaltene romantische Garten Dänemarks. Das Schloss und der Park um es herum wurden von Antoine de Bosc de la Calmette als Geschenk der Liebe an seine Frau Lisa gebaut. 1784 kauften er und seine Frau das nach Lisa benannte Anwesen. Das Hauptgebäude auf zwei Etagen und mit Reetdach wurde 1793 fertiggestellt (erstes Foto). Aber Antoine und Lisa durften ihr Abenteuerschloss nicht sehr lange genießen. Er starb 1803, und sie folgte zwei Jahre später. Liselund wurde verkauft, aber die Schwiegertochter des Paares blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1877 im Schloss. Dann war sie längst ein lebendiger Mythos geworden, weil sie immer in Weiß gekleidet war und sich vorzugsweise mit weißen Tieren umgab. Quelle:






Um kurz vor 22 Uhr wurde es bereits so kalt, dass wir uns entschlossen das Fussballspiel Deutschland – Paraguay im WoMo anzuschauen.
