5. -7. September 2021 – Kantabrien

Am Sonntag morgen verabschiedeten wir uns von unserer Freundin, die bei Auch wohnt, und fuhren die Landstrasse nach Lannemezan und dort auf die Autobahn Richtung Spanien. Auf dem Weg zeigte das Tachometer, dass unser WoMo jetzt 33333 km gefahren war. Wir fuhren praktisch den ganzen Tag und erreichten am späten Nachmittag einen Stellplatz, der Meerblick versprach. Diesen Stellplatz – Playa de Barnejo-Berrellín – fanden wir unterwegs durch die App Campercontact, Als wir sonntags am späten Nachmittag ankamen, waren wir sofort begeistert von diesem Ort und fanden sogar einen Platz, obwohl die meisten Stellplätze bereits belegt waren. Die Stellplätze waren in Terrassen angeordnet, so dass man fast von jeden Platz aus Blick auf die Bucht, das Meer und auf den Sonnenuntergang geniessen konnte. Trotz einer ziemlich steilen und ausgefahrenen Rampe fuhren wir auf die nächst untere Terrasse hinunter.  Mit der Zeit bemerkten wir aber, dass viele Wohnmobile zusammenpackten und einer nach dem Anderen abreiste. So entstand Platz auf der obersten Terrasse, die uns insgesamt besser zusagte. Wir packten, wurden aber von einer Familie aus Baselland gewarnt, dass wir unseren Fahrradanhänger besser abbauen sollten, bevor wir die Rampe wieder hochfahren. Das war eine gute Idee, denn die Gefahr, dass wir mit dem Heck aufsetzen und einen grösseren Schaden produzieren könnten, war konkret. Die Fahrt hoch war indes kein Problem und wir sicherten uns einen neuen Platz. Kaum oben kam auch Micha mit seinem Bus an und platzierte sich direkt neben uns. Karin und ich trugen dann noch den Fahrradanhänger hoch. Wir installierten uns und Karin bereitete das Abendessen vor. Nudeln mit Tomatensauce aus Gemüse, das in unserem Garten wuchs. Warmes Wetter, die tolle Sicht auf Meer – alles perfekt. Abends bewunderten wir einen tollen Sonnenuntergang mit grasenden Kühen am Horizont.

Montag – 6. September – unser 37. Hochzeitstag und das Wasser in der Lagune war weitgehend verschwunden. Man konnte zu Fuss fast bis zu den Felsen laufen – Ebbe. Wir hatten beschlossen mit dem Fahrrad ins 7 km entfernte Städtchen St Vicente de la Barquera zu fahren. Kurz nach der Ausfahrt des Parkplatzes überquerte eine große grüne Raupe die Strasse, die wir natürlich retten mussten. Es handelte sich um die Raupe eines Windenschwärmers (Agrius convolvuli), der ein großer Nachtfalter ist.

Es ging erst gemässigt bergauf, oben hatte man einen tollen Blick auf die Pico de Europe, dann ging es ziemlich steil bergab, womit klar war, dass der Rückweg etwas modifiziert werden musste. In St Vicente versuchte ich erst etwas Bargeld abzuheben, scheiterte aber anfangs an den Sicherheitseinstellungen, die es nicht erlaubten, mit meiner VISA-Karte Geld in Spanien abzuheben. Erst als ich diese EInstellungen angepasst hatte, spuckte der Automat endlich Geld aus. Wir fuhren dann über die alte Brücke zu einem langen sehr schönen Sandstrand, badeten aber nicht, sondern fuhren zurück ins Städtchen, um eine kurze Besichtigungstour zu unternehmen. Diese, angesichts der hohen Temperatur, ziemlich kurze Tour beendeten wir im Restaurant neben dem El Pescador. Wir aßen eine Paella mit Meeresfrüchten, die super schmeckte. Dann radelten wir zurück und beeilten uns, endlich zum Strand zu kommen, um uns etwas abzukühlen. Nach etwa 2 Stunden zog es uns in die Kneipe, die auf halber Strecke des Aufstiegs lag. Man muss bemerken, dass wir mit den Ebikes zum Strand fuhren. Micha sein Ebike sogar auf dem Strand parkte und immer wieder in Sicherheit bringen musste, denn die Ebbe drückte das Wasser immer näher zu seinem Bike.

Abends unternahmen Achim und ich noch einen kleinen Abendspaziergang zu den Klippen und entdeckten dort auf dem Rückweg eine Wildbiene, die fleissig ihre Höhle ausbuddelte, indem sie rückwarts den Sand mit ihren dick behaarten Beinen nach aussen schob wie ein Bagger. Sie liess sich auch super fotografieren und filmen. Überall wuchs mini Natternkopf, überhaupt waren alle Blumen in Miniaturformat, wie im Gebirge. Die Aussicht war atemberaubend, nach allen Seiten schroff abfallende Felsen und Meer. Inzwischen ging langsam die Sonne unter und man konnte die Kuhkarawane auf den Klippenrücken ziehen sehen.

Dienstag – 7. September – Weiterfahrt ins 135 km entfernte Oviedo. Unterwegs suchten wir vergebens nach einer Möglichkeit die Toilette und den Abwassertank zu leeren. An der Autobahn gibt es keine Station, die einfachen Zugang zur Toilette erlauben würde und ich hatte auch keine Lust den Toilettentank durchs Restaurant zu tragen. Schliesslich fanden wir einen Abfluss auf dem Parkplatz, die die Entleerung ermöglichte. Auf einem Parkplatz in Oviedo trafen wir Micha wieder, schwangen uns auf unsere Räder und besichtigten die Innenstadt. In der Markthalle kauften wir riesige Fleischtomaten, Pfirsiche und etwas Chorizo. Plötzlich stand in einer Gasse vor einer Musikkapelle, die mit Dudelsack und Ziehorgel ein Lied spielte, als 3 scheinbar hochrangige Personen das durch die Musikanten gebildete Spalier durchschritten. Wir wollten irgendwo etwas trinken, aber die meisten Leute aßen zu Mittag und so suchten wir eine nette Kneipe in einem schönen Innenhof, dem Plaza del Fontán. Micha und ich aßen Pulpo. Karin testete, ob Pimientos de Padrón in Spanien gleich schmecken wie zuhause. Während wir aßen, begann es zu regnen. Nach einigen Minuten hörte der Regen wieder auf und wir beeilten uns zurück zum Auto zu kommen. Kaum da, begann es heftig zu regnen. Wir fuhren weiter nach St. Martin, um am nächsten Tag den Radweg “Senda del oso” zu fahren. Der etwa 20 km lange Rad- und Wanderweg begann aber genau in der entgegengesetzten Richtung. Wir übernachteten nach einem gemeinsamen Abendessen auf dem Parkplatz von Endrago. Kaum im Bett, startete das Wohnmobil nebenan den Motor und lies ihn einfach laufen. Karin klopfte an und bat den Motor abzustellen. Der Fahrer sprach kaum englisch und meinte der Motor liefe “for the light”. Aber nach kurzer Zeit wurde der Motor abgestellt.

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