Jaipur

Im Hotel zu Abend gegessen, Essen war sehr gut, aber nach dem letzten Bissen, sofort Barzahlung. Hotel wird von Chinesen geführt. Schlecht geschlafen, das Hotel ist sehr hellhörig. Um 9 Uhr haben wir uns mit Satnam und unserem deutschsprachigen Guide verabredet. Der Guide, ein älterer Herr ist ausgesprochen witzig drauf, hat ständig Jokes auf Lager. Der Verkehr ist überraschend wenig. Heute ist Sonntag, da haben viele Geschäfte geschlossen. Gut für uns, dann müssen wir nicht dauernd im Stau stehen.

Wir fahren erst zum Palast der Winde, eine fotogene Fassade, nicht mehr. Früher konnten die Frauen hinter denn vergitterten Fenstern stehen und die Szene vor dem Palast verfolgen.

Dann geht es zum Amber Fort, erbaut ab 1590, das wir ausgiebig besichtigen. Amber heisst es, weil es im Ort Amber liegt, der inzwischen von Jaipur einverleibt wurde. Rund um das Fort 12 km Stadtmauer, die an die chinesische Mauer erinnert. Im Dorf Amber werden eine Art von Teigwaren verkauft, die aus Linsenmehl und Pfeffer hergestellt werden, gegessen werden sie nach dem Frittieren in Öl.

Ständig Strassenhändler, die nicht locker lassen. Wir verzichten auf den Elefantenritt, der die meisten Touristen den Berg hinaufbefördert. Man kann auch mit dem Auto hochfahren. Die Elefanten dürfen nur von morgens 8 Uhr bis 11.30 Uhr Touristen tragen, danach ist Schluss.

Oben werden die Touristen auf die Elefantenrampe gezogen, dann geht es wieder runter für die nächste Portion.

Dieser Raum heisst Spiegelsaal, da Wände und Decke mit Spiegelmosaiken verziert sind.

„Fotostopp“ am Wasserpalast, der nur zur Entenjagd benutzt wird. Er soll bald zum Restaurant umgebaut werden. Das Gebäude steht in einem Stausee, der vor 200 Jahren zur Trinkwasserspeicherung angelegt wurde. Das Wasser ist aber so stark verschmutzt, dass das nicht mehr geht. Ausserdem gab es schon zwei Monsunzeiten keinen richtigen Regen mehr, also absoluter Wassermangel. Normalerweise ist der See 5m höher und geht bis zur Strasse.
Natürlich kamen wir wieder nicht umhin, von unserem Führer in einen Laden gelotst zu werden. Eine Cooperative meinte er, die Teppiche knüpft und verkauft und gemodelte Stoffe und Antiquitäten. Und wir könnten auch wirklich nur schauen und müssten nix kaufen. Na gut, wir wollen ja nicht immer nur nein sagen. Im ersten Raum sitzen drei Teppichknüpfer und zwei, die den Flor der Teppiche schneiden. Mega Arbeit.
Gleich daneben bekommen wir auf einem kleinen Stück Nessel gezeigt, wie sie die Stoffe mit Hilfe von drei Model mit unterschiedlichen Farben und Formen bedrucken. Nach dem 3. Druck ist immer noch alles grau in grau und dann abrakadabra wird es in eine Flüssigkeit gelegt und drei Farben erscheinen. Mit solchen Model bedrucken sie auch im Obergeschoss die großen Tücher, aber wir gehen nicht hoch, um nicht wieder in so eine Zwangskaufsituation zu kommen.
Wir betrachten die riesigen Lagerhallen mit allen möglichen Einrichtungsgegenständen, zusammen getragen aus ganz Indien – antik und neu, und lassen uns dann zu einem Tee und einem Gespräch einladen. Das war noch ganz interessant, denn wir konnten ganz offen darüber reden, dass diese Sachen einfach out sind. Die Leute, die das gekauft haben/hätten, kommen nicht mehr. Es passt auch nicht in unser Wohnambiente. Er hatte volles Verständnis dafür und meinte, dass nicht mal die jungen Inder das Zeug noch kaufen. Für Hotels mag es ja noch interessant und passend sein, aber normale Haushalte sehen heutzutage nicht mehr so aus.
Anschliessend geht es zum Observatorium, eigentlich sind das Sonnenuhren und andere Installationen zur Darstellung der Wasserzeichen, die vor 300 Jahren errichtet wurden. Die grosse Sonnenuhr (erstes Bid) zeigt die Zeit auf 2 Sekunden genau !!
Zu guter letzt spazieren wir noch durch den Stadtpalast des Maharaja von Jaipur, der in diesem Palast noch lebt. Vor kurzem kam ein Bericht über ihn in ARTE. Der momentane Maharaja ist ein 20-jähriger Mann, der erst im letzten Jahr Maharaja wurde. Den Platz im Bild unten, der im Zentrum des Palasts steht, kann man für 20000 Euro pro Tag mieten z.B. für eine Hochzeitsfeier.
Neulich war ich unterwegs an einem Rastplatz und an einer Tankstelle auf dem Clo. Immer wieder erlebt man Überraschungen… Die erste Toilette war total offen, zwei französische Stehclos nebeneinander, ohne Tür und alles. Da kam ich schon kurz ins grübeln, ob ich wirklich so dringend muss, als mein Blick auf eine Tür gegenüber fiel und siehe da, dahinter verbarg sich ein lauschigeres Örtchen.
Aber das zweite stellte mich echt vor Herausforderungen! Die Toilette haben sie auf einen Backstein gemauert, also viel zu hoch, um drüberstehen zu können. Da hätte ich schon zwei Meter lange Beine haben müssen. Rechts und links davon waren nochmal zwei Steine am Boden befestigt, aber auch da war der Abstand viel zu gross, um drauf stehen zu können. Nur mit akrobatischer Anstrengung gelang es mir dann, auf dem kleinen Vorsprung vor der Toilette zu jonglieren….sah bestimmt lustig aus🤪🤣. Vielleicht hat ja einer von euch ne Idee, wie die fachgerechte Benutzung hätte aussehen können?
Der heutige Guide hatte noch eine Idee, wie wir zu den Türgriffen aus Messing kommen könnten. Genau gegenüber von unserem Hotel gibt es das Hotel Alsisar, das genau die gleichen Türgriffe hat, wie das Hotel in Alsisar. Also gehen wir rüber und fragen, ob sie uns vielleicht welche verkaufen können oder uns sagen können, wer die Teile herstellt. Der Hotelmanager ist sehr nett, sagt es hätten schon einge Gäste gefragt, ruft einen Mitarbeiter an, dessen Sohn bei der Firma arbeitet, die die Griffe herstellt. Der Sohn kommt auch innerhalb von 5 Minuten mit seinem Motorrad an und wir fahren zusammen mit einem Tuktuk 5 km zu der Fabrik. Leider haben sie nur einen sehr viel grösseren Griff, wog bestimmt 10 kg und 2 etwas grössere Griffe, die zusammen auch 3.5 kg auf die Waage brachten. Die Griffe werden nach Gewicht berechnet (1 kg kostet 2150 Rupien = rund 28 Euro). Da 2 Griffe in Hotelgrösse im Internet inklusive Transport nur 85 Euro kosten, haben wir sie dann doch nicht gekauft. Aber wir hatten mal wieder ein neues Erlebnis. Wenn man in Indien etwas möchte, muss man nur die richtigen Leute fragen und es wird einem geholfen.
Abends essen wir Sangri mit Kair Früchten, das ist ein typisches Gericht aus Rajasthan. Sangri sind die Hülsenfrüchte des Khejribaums. Die Kair oder Ker Früchte wachsen in der Wüste an einem dornigen, fast blattlosen, Strauch (Cappari deciduas). Sie gehören zu den Kaperngewächsen und schmecken ähnlich wie Kapern. War nicht Karin’s Lieblingsgericht.
Ker Sangri

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